22/07/2020
+++ Erneute Drohungen von Rechtsextremen - „NSU 2.0" droht in Mail auch Gökdeniz Özcetin +++
Die Drohmail-Affäre nimmt kein Ende: Am Dienstag soll der Politiker, Schauspieler und TV-Darsteller Gökdeniz Özcetin von Rechtsextremen bedroht worden sein. Und es gibt noch mehr Opfer.
Erneut ist ein mit „NSU 2.0“ unterzeichnetes, rechtsextremes Drohschreiben verschickt worden. Ein anonymer Verfasser habe am Dienstag eine E-Mail an den 19-jährigen Politiker und Schauspieler Gökdeniz Özcetin verschickt. Der anonyme Verfasser verschickte dem jungen Politiker aus Bad Kreuznach folgende Nachricht: „Der Tag X rückt immer näher und Du TÜRKENSAU wirst hängen“
Özcetin äußert sich zum Drohschreiben wie folgt: „Ich bin schockiert und mir fehlen die Worte! Ich fühle mich nicht mehr sicher, wenn ich mir diese Drohmail durchlesen, läuft es mir kalt den Rücken runter. Ich muss Angst um mein Leben haben, ich könnte jederzeit der nächste sein!“
Özcetin erhält seit 2016 Morddrohungen, die letzte erhielt der junge Politiker 2018 im Zuge der Demonstrationen in Kandel und dem davor ausgegangen Mordfall von Mia V., diese wurde im Dezember 2017 vor einem Drogeriemarkt von ihrem damaligen Ex-Freund, ein afghanischer Flüchtling erstochen. Im Frühjahr 2018 erlangte Özcetin durch seine Teilnahme an einer Demonstration gegen die rechten Aufmärsche in Kandel deutschlandweite Aufmerksamkeit, während einer Zugfahrt von Kandel in Richtung Saarbrücken, auf der Höhe Landstuhl wurde Özcetin Opfer eines rechtsextremen Angriffs, der Verurteilte Täter, der saarländische Rechtsextremist Alexander F. verpasste Özcetin eine schwere Kopfnuss!
Der Täter wurde damals zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Seitdem her ist Özcetin eine Zielscheibe von rechtsextremen Attacken.
Bereits vergangene Woche wurden mehrere „NSU 2.0"-Morddrohungen per E-Mail an Personen des öffentlichen Lebens verschickt.
Betroffen sind neben dem Politiker und Schauspieler Gökdeniz Özcetin unter anderen die Anwältin Seda Basay-Yildiz, die hessische Linken-Fraktionschefin Janine Wissler, die Kabarettistin Idil Baydar, die Linken-Bundestagsabgeordnete Martina Renner, die Linken-Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus in Berlin Anne Helm, der Journalist Deniz Yüzel, Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Journalistin Maybrit Illner sowie Hessens Innenminister Beuth.
Alle erhielten rechtsextremistische Drohmails unterzeichnet mit „NSU 2.0".