03/11/2025
Werner Sylten zum „100-jährigen Dienstjubiläum“
Vor 100 Jahren – am 8. März 1925 – trat Werner Sylten seinen Dienst als Seelsorger und Leiter im Thüringer Frauenasyl in Bad Köstritz an. Aus dem Frauenasyl machte er ein Mädchenheim, ein Vorzeige-Objekt, das an sozialen und pädagogischen Neuerungen Interessierte aus ganz Deutschland nach Bad Köstritz zog. Rund um den 9. November, wenn wieder zum „Klang der Stolpersteine“ um 17.45 Uhr in die „Diakonischen Förderstiftung Werner Sylten“ eingeladen wird, steht das Gedenken an Werner Sylten an seinem Wirkungsort im Mittelpunkt. Mit Musik und Texten, auch vorgetragen von Jugendlichen aus dem Heim wird an den Seelsorger und Menschenfreund gedacht.
Doch schon am Freitag zuvor, dem 7. November 2025, findet um 19 Uhr eine Abendandacht in Groitschen statt, die ihm und dem Gedanken um Frieden gewidmet ist. Viel Musik wird erklingen: der Chor wird singen und die „Musicalischen Frawenzimmer“ sorgen für die musikalische Ausgestaltung. Schließlich wollen sie zeigen, dass Heinrich Schütz musikalisch mit seinen Kompositionen predigte und eindringlich um Frieden bat.
Am Sonntag, dem 9. November 2025, sind um 10 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst alle in das Köstritzer Pfarrhaus eingeladen, wenn Pfarrer Stephan Magirius an seinen Berufskollegen erinnert.
Am Dienstag, dem 11. November 2025, um 14 Uhr steht die nächste Musikalische Museumsrunde im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz ganz im Zeichen des Pfarrers, Pädagogen und politisch Aktiven Werner Sylten. Pfarrer i.R. Michael Kleim, hat 2022 den von der EKM, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, ausgelobten Werner-Sylten-Preis erhalten. Sein Engagement für den christlichen-jüdischen Dialog und seine politische Haltung gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus wurden hier gewürdigt. „Das Eintreten für Menschenwürde und gegen jede Ausgrenzung und Diskriminierung ist fest in seiner [Pfarrer Kleims] theologischen Überzeugung verwurzelt, für die er auch Anfeindungen in Kauf nimmt“, heißt es dazu in der Begründung der Jury. Aus seinem ganz persönlichen Blickwinkel stellt er Werner Sylten vor, der am 26. August 1942 in den Gaskammern der Tötungsanstalt Schloss Hartheim bei Linz als aufrechter und mitfühlender Christ sein Ende fand. Er glaubte bis zum Schluss an das Gute im Menschen. In einem seiner letzten Briefe an seinen Sohn schrieb er: „… die Welt braucht viel, viel Liebe …“.