Geschichten der Flucht und der Ankunft

Geschichten der Flucht und der Ankunft Einblicke in die Fluchterfahrungen ukrainischer Frauen durch Interviews und Kunstfotografien.

24/07/2025

Einladung zur Ausstellung
„Geschichten der Flucht & der Ankunft“

Eine eindrucksvolle Ausstellung über die Erfahrungen ukrainischer Frauen – erzählt durch persönliche Gegenstände.
Über Verlust, Heimat, Hoffnung und Neuanfang.

📍 Ort: Bukowina-Institut an der Universität
Augsburg, Alter Postweg 97A im TONI-Park, 86159
📆 Zeitraum: 23. Juli 2025 – 28. Februar 2026
⏰ Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 8:30 – 16:00 Uhr
🎟 Eintritt frei

👉 Wir laden Sie herzlich ein – erleben Sie Geschichten, die berühren.

🇺🇦📢 Запрошення на виставку
«Історії втечі та прибуття»

Виставка про досвід українок, які пережили втрату, шлях у невідоме й новий початок.
Розповіді, передані через особисті речі.

📍 Місце: Інститут Буковини, Аугсбург, Alter Postweg 97A im TONI-Park, 86159
📆 Період проведення: 23 липня 2025 – 28 лютого 2026
⏰ Години роботи: понеділок – четвер, 8:30 – 16:00
🎟 Вхід вільний

👉 Запрошуємо вас відвідати виставку — це про людей, памʼять і надію.

#українцізакордоном #українціваугсбурзі #українціаугсбурга #українцівнімеччині

Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V. Gedankendach Kunstsammlungen und Museen Augsburg ГО "Центр суспільних інновацій" Львівська національна академія мистецтв Auswärtiges Amt Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

25/04/2024

Учасниця проєкту Наталія з Донецьку отримала каталог у подарунок і поділилася з нами коротеньким відео, як спогад про проєкт.
Велика подяка тобі Наталія за таке чудове відео.

Teilnehmerin Natascha aus Donezk hat einen Katalog als Geschenk erhalten und hat mit uns ein kurzes Video geteilt, als Erinnerung an das Projekt.
Vielen Dank, Natascha, für dieses wunderbare Video.

Participant Natascha from Donetsk received a catalog as a gift and shared with us a short video as a memory of the project.
Many thanks to you, Natascha, for such a wonderful video.

Copyright: Yevhen Kariev
Autor des Liedes: CRY Neba Lichtary

➡️ Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert./Проєкт реалізується за фінансової підтримки Федерального Міністерства закордонних справ Німеччини./The project is funded by the German Federal Foreign Office

Auswärtiges Amt Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V. Gedankendach Kunstsammlungen und Museen Augsburg Львівська національна академія мистецтв ГО "Центр суспільних інновацій" Geschichten der Flucht und der Ankunft

https://youtu.be/EyC_t1gp4b8
09/04/2024

https://youtu.be/EyC_t1gp4b8

The International Scientific Symposium "FORCED MIGRATION IN THE XXI CENTURY: CHALLENGES, VALUES, REFLECTIONS.The aim of The Symposium is a multidisciplinary ...

05/03/2024

Der Ausstellungskatalog zum Projekt „Geschichten der Flucht und der Ankunft“ ist den ukrainischen Frauen gewidmet, die sich nach dem russischen Angriffskrieg auf die Flucht machen mussten – in die sichereren Regionen ihres Heimatlandes oder ins Ausland. 40 Flucht- und Ankunftsgeschichten von F...

🇩🇪 Das Projekt „Geschichten der Flucht und der Ankunft“ knüpft an eine der tiefgreifendsten menschlichen Erfahrungen an ...
29/02/2024

🇩🇪 Das Projekt „Geschichten der Flucht und der Ankunft“ knüpft an eine der tiefgreifendsten menschlichen Erfahrungen an - der Migration. Infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sahen sich Millionen von ukrainischen Frauen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich auf eine Reise ins Ungewisse zu begeben. Diese Odyssee bedeutete nicht nur eine räumliche Entfernung vom Zuhause, sondern auch eine dauerhafte emotionale Belastung.

Von 40 Frauen in Augsburg, Deutschland, sowie in Lwiw und Tscherniwzi, Ukraine, wollten wir erfahren, was sie auf ihre Flucht mitgenommen haben und was sie in dieser Zeit gestärkt hat. Die Geschichten manifestierten sich oft in den bescheidensten Objekten, die sie bei sich trugen oder in ihrer neuen Heimat als Anker fanden. Diese Gegenstände sind nicht nur physische Begleiter, sondern auch symbolische Verbindungen zu Begriffen wie Heimat, Sicherheit, Verlust und Wandel. Eine Frau hielt an einem Teelöffel fest, der ein Stück Zuhause repräsentierte, während eine andere ein handgestricktes Hemd ihrer Mütter als Schatz bewahrte. Eine Gitarre, eine Halskette oder ein Brief voller Liebe und Hoffnung, all diese Gegenstände erzählen Geschichten von Verlust, Stärke und dem Wunsch der Rückkehr oder nach einem Neuanfang. Durch diese Objekte wird die bewegende Erfahrung greifbar, und die Frauen finden eine Stimme, um ihren eigenen Lebensweg zu illustrieren. Jedes Bild erzählt eine Geschichte, jedes Objekt birgt eine Welt von Erinnerungen. Wir laden Sie ein, sich auf eine Reise zu begeben und die Welt durch die Augen dieser Frauen zu sehen, die so viel verloren und dennoch so viel bewahrt haben. Unser Projekt ist eine Hommage an all diejenigen, die fliehen mussten und nach Halt suchten.

🇺🇦 Проєкт «Історії в речах. Втечі та прибуття» спирається на один із найглибших досвідів людства – міграцію. Унаслідок загарбницької війни росії проти України мільйони українських жінок були змушені покинути Батьківщину та вирушити в невідоме. Ця одіссея означала не лише фізичну віддаленість від дому, а й постійний емоційний тягар.
Ми хотіли дізнатися у 40 жінок в Аугсбурзі (Німеччина), а також у Львові та Чернівцях (Україна), що вони, втікаючи, брали з собою та що давало їм сили. Історії часто проявлялися в найскромніших предметах – жінки їх возили з собою або знаходили в новому домі, як новий якір. Ці об’єкти – не просто матеріальні супутники, це символічні вузли до понять «дім », « безпека», «втрата» і «трансформація». Одна жінка тримає в руках звичайну чайну ложку, що стала для неї символом дому, тоді як інша зберігає вишиванку, подаровану матір’ю. Гітара, намисто чи лист, наповнений коханням та надією, – усі ці предмети розповідають історії про втрату, про міцність, про бажання повернутися або ж розпочати все спочатку. Завдяки цим об’єктам зворушливий досвід стає відчутним, а жінки знаходять голос, аби проілюструвати свій шлях. Кожна фотографія розповідає історію, кожен об’єкт несе в собі всесвіт спогадів. Ми запрошуємо вас вирушити в подорож і подивитися на світ очима цих жінок, які так багато втратили, але так багато зберегли. Наш проєкт – це данина пам’яті всім, хто був змушений тікати й шукав підтримки.

🇺🇸 The project “Stories of Escape and Arrival” delves into one of the most profound human experiences - escape. After the Russian invasion of Ukraine, millions of Ukrainian women found themselves compelled to leave their homes and embark on a journey into the unknown. This odyssey entailed not only a physical separation from home but also a lasting emotional burden.
From 40 women in Augsburg, Germany, as well as Lviv and Chernivtsi, Ukraine, we sought to learn what they carried with them during their escape and what fortified them during that time. Often, these stories manifested in the most humble of objects they carried or found in their new homes. These objects are not merely physical companions but also symbolic tethers to feeling of home, security, loss, and transformation. One woman clung to a teaspoon, symbolizing a piece of home, while another cherished a hand-knitted blouse from her mother. A guitar, a necklace, or a letter filled with love and hope, all these objects narrate tales of loss, resilience, and the yearning for return or for a fresh start. Through these items, the moving experience becomes tangible, and the women discover a voice to illustrate their own life journey. Each photography here tells a story; each object holds a world of memories. We invite you to embark on a journey and see the world through the eyes of these women who lost so much yet preserved so much. Our project is a tribute to all those who had to flee and sought solace.

➡️ Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert./Проєкт реалізується за фінансової підтримки Федерального Міністерства закордонних справ Німеччини./The project is funded by the German Federal Foreign Office

Auswärtiges Amt Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V. Kunstsammlungen und Museen Augsburg Gedankendach Львівська національна академія мистецтв ГО "Центр суспільних інновацій" Geschichten der Flucht und der Ankunft

🇩🇪 Viktoriia 1994 Erzieherin Kramatorsk 📷 Fotograf Marc Köster  Zuerst kamen wir nach Berlin. Die Fahrt nach Augsburg wa...
29/02/2024

🇩🇪 Viktoriia
1994
Erzieherin Kramatorsk
📷 Fotograf Marc Köster

Zuerst kamen wir nach Berlin. Die Fahrt nach Augsburg war lang, etwa acht Stunden. Wir stiegen fünf Mal um: U-Bahn, Züge, Busse. Ein Zug kam nicht, der andere verspätete sich. Als wir ankamen, fuhren die Busse schon nicht mehr. Dann liefen wir zu Fuß. Gut, dass uns ein Mann half. Er nahm meine Tasche, ich trug die jüngere Tochter auf dem Arm, weil sie nicht mehr laufen konnte – sie ist erst drei Jahre alt – und den Koffer.
Im Jahr 2014 wurden wir drei Monate lang bombardiert. Damals war es anders. Jetzt sind die Raketen so stark, dass der Keller uns nicht mehr schützen kann. Selbst wenn nur die Splitter fliegen, wird alles zerstört. Es gab Tage, an denen es ruhig war. Sowohl die Stille als auch die Bombardierungen waren beängstigend. Wenn es still war, wussten wir, dass es bald wieder heftige Angriffe geben wird. Ich dachte, jetzt würde es aufhören. Aber es wurde nur schlimmer und schlimmer. Es war schon so weit, dass unser Haus beschädigt wurde – die Fenster und das Dach waren weg. Wie durch ein Wunder hatte es uns nicht erwischt. Die Druckwelle hat uns buchstäblich weggeschleudert. Da haben wir beschlossen, zu fliehen. Wir hatten Angst um die Kinder. Selbst wenn nur ein Auto vorbeifuhr, rannten sie schreiend “Mama, wir werden bombardiert!” in den Keller.
Wir haben mehr warme Kleidung mitgenommen, um nicht alles neu kaufen zu müssen, denn das wäre teuer. Außerdem haben wir Schulmaterialien eingepackt – die Lehrerin hat aufgeschrieben, was wir brauchen. Abends haben die Kinder Online-Unterricht, und tagsüber besuchen sie die Schule hier vor Ort. Wir haben Stifte, Bleistifte und Hefte mitgenommen. Die Hefte für die Grundschule haben spezielle Linien, die es hier nicht gibt. Wir haben auch Schulbücher für die ukrainische Sprache und ein Lesebuch dabei. Wir nahmen einen kleinen Ranzen mit Spielzeug. Meine ältere Tochter nahm ihre Kuschelente mit. Die hatte ihr der heilige Nikolaus geschenkt. Sie wollte sie unbedingt mitnehmen – sie ist ja ihr Lieblingskuscheltier. Ich sagte ihr, sie ist zu groß, aber sie versprach mir, sie selbst zu tragen. Sie trug dann den Ranzen und diese Ente den ganzen Weg.
Wir nahmen außerdem eine ukrainische Tracht mit einem Blumenkranz für die Tochter mit. Sie hat es bei einem literarischen Wettbewerb getragen, bei dem sie den ersten Platz in der gesamten Ukraine gewonnen hat. Dafür hat sie eine Urkunde erhalten. Die Kleidung bestellten wir im Internet und den Blumenkranz kauften wir zusammen mit meinem Mann. Vielleicht wird sie das hier mal brauchen. Ich weiß nicht, ob ich hier so etwas kaufen kann. Das Wichtigste sind wahrscheinlich die Fotos. Mein Mann ist noch in der Ukraine. Sein Arbeitsplatz wurde zerbombt. Solange sein Auto nicht zerbombt war, arbeitete er als Taxifahrer. Manchmal schickt er uns Videos von den Bombardierungen.
Hier ist ein Foto, auf dem mein Mann und wir alle glücklich zusammen sind. Wir sind jetzt wegen des Krieges hier, und mein Mann kann nicht zu uns ausreisen. Er dürfte nur gehen, wenn wir drei Kinder hätten. Aber wir haben nur zwei. Die Kinder vermissen ihren Vater sehr - und er vermisst uns.

🇺🇦 Вікторія
1994
Вихователька
Краматорськ

Ми приїхали спочатку в Берлін. Добиралися сюди (Аугсбург) важко та довго, годин вісім. Пересідали разів п’ять: метро, електрички, автобуси. Електрички однієї не було, одна затрималась. Приїхали, а автобуси вже не ходять. Ми йшли пішки. Добре, що нам один чоловік допоміг. Він узяв мою сумку, а я дитину меншу на руки, бо вже йти не могла, маленька, 3 роки, і валізу.
У 2014 р. нас бомбили 3 місяці. Тоді було не так. Зараз такі ракети, що й погріб не спасе, навіть коли осколки літають, все зносить. Бували дні, що добре, тихо. Ми боялися чи то цієї тиші, чи коли бомблять. Коли тиша, ми вже знали, що після неї буде дуже сильний обстріл.
Я думала: ось-ось закінчиться, а воно все гірше й гірше, дійшло до того, що постраждав наш дім – вже немає ні вікон, ні даху. Нас чудом не заділо, відштовхнуло хвилею. Ми зрозуміли, що мусимо їхати. За дітей стало страшно. Навіть коли машина проїжджала, вони бігли в погріб: «Мам, нас бомблять!»
Ми більше брали зимових речей, щоб не купувати, бо дорого. Ще ми брали канцелярію. Вчителька написала, що треба. Будемо вчитися онлайн увечері, а вдень тут. Ручки, зошити брали, олівці. Зошити в косу лінію – тут немає таких. Підручники взяли – українська мова та читання. Невеликий портфель іграшок узяли. Старша дочка взяла качку. Це їй святий Миколай приніс. Вона сама захотіла – улюблена її іграшка. Я казала, що качка велика, але дочка запевнила, що буде її нести. Вона й портфель несла, і цю качечку всю дорогу. Костюмчиквзяли український, з віночком. У ньому дочка брала участь у конкурсі Шевченка, розказувала вірш і перше місце по Україні зайняла, грамоту отримала. Костюм ми замовили через інтернет, а віночок із чоловіком купували. Можливо, ще десь участь візьме. Тут я таке не куплю. Найважливіші, напевно, фотографії. Чоловік залишився там. Його місце роботи розбомбили. Поки машину не розбомбили, він таксував. Час від часу присилає нам відео, як їх бомбили. Ось наша фотографія, де є чоловік і ми щасливі, всі разом. А зараз ми через війну тут, а чоловіка не випускають до нас. Тільки можуть випустити, якщо є троє діток. А в нас двоє. Діти дуже сумують за батьком – і він дуже сумує за нами.

🇺🇸 Viktoriia
1994
Educator
Kramatorsk

We initially came to Berlin. The journey was long, about eight hours. We changed transportation five times: subway, trains, buses. One train didn’t come, the other was delayed. When we arrived, the buses were no longer running, so we walked on foot. Luckily, a man helped us. He took my bag, I carried the younger child in my arms – she’s only three years old – and the suitcase.
In 2014, we endured three months of bombing. It was different back then. Now, the rockets are so powerful that our basement can no longer protect us. Even if only shrapnel flies, everything gets destroyed. There were days when it was quiet. Both the silence and the bombings were frightening. When it was quiet, we knew that heavy shelling was imminent. I thought it would have stopped already, but it only got worse and worse. Our house was already damaged – the windows and roof were gone. It was like a miracle that we weren’t hit. The blast wave threw us away. That’s when we decided to flee. We were scared for the children. Even if a car just drove by, they would run to the basement, screaming, “Mom, we’re being bombed!” We took more winter clothes with us to avoid having to buy them here, which is expensive. We also packed school supplies – the teacher wrote down what was necessary. There are evening online classes and local daytime classes. We brought pens, pencils, and notebooks. Notebooks for elementary school with slanted lines - they don’t have those here. And textbooks: Ukrainian language and a reader. We also brought a small backpack of toys. My older daughter brought her toy duck. It had been a gift from St. Nicholas. She really wanted to take it with her – it’s her favorite toy. I told her she was too big for it, but she promised to carry it herself. She carried the backpack, and the duck, the entire way. We also brought a Ukrainian costume with a flower crown for our daughter. She had worn it for a literary competition. She recited a poem and won first place nationwide, receiving a certificate. We ordered the clothing online, and my husband bought the flower crown with her. Maybe she’ll need it here. I’m not sure if I can buy something like that here.
The most important things are probably the photos. My husband stayed behind. His workplace was bombed. As long as the car isn’t destroyed, he drives it as a taxi. Occasionally, he sends us videos of how they’re being bombed. Here’s our photo, with my husband in it, and we’re all happy together. We’re here because of the war, and my husband isn’t allowed to travel to us. He could only leave if we had three children. We only have two. The kids miss their father a lot – and he misses us.

➡️ Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert./Проєкт реалізується за фінансової підтримки Федерального Міністерства закордонних справ Німеччини./The project is funded by the German Federal Foreign Office

Auswärtiges Amt Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V. Kunstsammlungen und Museen Augsburg Gedankendach Львівська національна академія мистецтв ГО "Центр суспільних інновацій" Geschichten der Flucht und der Ankunft

🇩🇪 Adelina Manaharova  2001 Studentin Nowa Kachowka  📷 Fotografin Adriana Dovha  Am 24. Februar rief mich meine Mutter a...
29/02/2024

🇩🇪 Adelina Manaharova
2001
Studentin
Nowa Kachowka
📷 Fotografin Adriana Dovha

Am 24. Februar rief mich meine Mutter an und sagte, meine Heimat, Nowa Kachowka, sei okkupiert. Sie verbot mir, zurückzukehren. Ich war in Mykolajiw, das unter Beschuss stand, und schrieb meine Diplomarbeit. Die Lebensmittel wurden knapp, und Brot wurde nur einmal am Tag geliefert. Drei Tage vor der Flucht gab es nicht weit von uns eine Explosion. Eine Schule wurde getroffen. Ich floh mit einer Freundin, alleine hatte ich Angst. Wir dachten, wir fahren für ein oder zwei Wochen. Erst fuhren wir nach Odessa, dann nach Lemberg (Lwiw).
Das Wichtigste, was ich mitgenommen habe, ist die Landkarte des Bezirks Cherson. Diese Karte habe ich bei einem literarischen Wettbewerb gewonnen. Darauf ist Nowa Kachowka markiert – „Stadt der tausend Quellen“, das Wasserkraftwerk, ein großer Park, Häuser mit Stein-Wyschywankas (Anm. d. Red.: Fassadenverzierungen in Stickoptik). Eines davon traf vor zwei Monaten eine Granate. Das Haus ist nicht mehr da. Auf der Karte stehen noch viele andere Dinge: Cherson, Tatschanka, Askania-Nova, Kazkova Dibrova, der Lemurianische See, Ausgänge zum Asowschen Meer und zum Schwarzen Meer. Das war einst ein Paradies. Dann wurde das Wasserkraftwerk in Nowa Kachowka gesprengt. Und all das wurde überflutet. Das ist so surreal. Ein Albtraum. Auf dieser Karte habe ich auch markiert, wo die russischen Truppen stehen. Ich brauche diese Karte, auf diese Weise ist mein Zuhause bei mir.
Ich habe das Schachspiel meines Opas mitgebracht, es erinnert mich daran, wie wir früher zusammen gespielt haben. Ich habe auch einen Plüsch-Haifisch dabei. Als ich in Mykolajiw alleine lebte, kaufte ich ihn mir als Freund. Mit ihm ging ich immer in die Schutzunterkünfte, und er war auch während der Beschüsse immer bei mir.
Und ich habe noch eine Steinsammlung. Diese Steine erinnern mich an meine Heimat und an verschiedene Reisen. Ich nehme sie in die Hand und erinnere mich – das ist so eine Art Therapie. Mein Kraftort in Lemberg (Lwiw) ist ein See im Snopkivs’kyy Park. Nach der Sprengung des Kraftwerks in Nowa Kachowka hatte ich Angst vor Wasser. Nun komme ich hierher. Denn der See ist grün. Wenn er blau wäre, könnte ich nicht hierherkommen, denn das Wasser des Dnipro ist blau. Wenn ich aus Lemberg (Lwiw) zurück nach Hause gehe, werde ich sicher Fotos und kleine Geschenke mitnehmen: Spielzeug, Postkarten. Als Erinnerungen an die Zeit und die Menschen. Ich würde gerne Menschen mitnehmen, aber die Menschen kann man nicht an sich binden. Deswegen nehme ich sicher Fotos und Postkarten mit. In Lemberg (Lwiw) ist alles voller Kunst – deswegen bringe ich Kunst nach Nowa Kachowka mit. Und ich habe einen Traum: dass die steinernen Wyschywanka-Häuser von Nowa Kachowka zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt werden.

🇺🇦 Аделіна Манагарова
Студентка
Нова Каховка

24 лютого передзвонила мама й повідомила, що рідну Нову Каховку окупували, тому заборонила вертати додому. Я була в Миколаєві, який обстрілювали, і писала диплом. Продукти закінчувалися. Хліб привозили один раз на день. За три дні до виїзду бахнуло за квартал від нас. У школу. Виїжджала з подругою, бо самій було страшно. Думали, що їдемо на тиждень чи два. Я виїхала спочатку до Одеси, а згодом – у Львів.
Найважливіша річ, яку взяла, – карта Херсонської області. Її я виграла на літературному конкурсі прози. На ній позначено Нову Каховку – «місто тисячі джерел», ГЕС, величезний парк, унікальні будинки з кам’яними вишиванками. Два місяці тому в один із таких був «приліт». І зараз цього немає. На карті також позначено Херсон, Тачанку, Асканію Нову, Казкову Діброву, Рожеві озера, виходи до Азовського та Чорного морів. Це був рай. ГЕС у Новій Каховці підірвали. І це все затопило. Такий сюр. Страшний сон. Також на карті я позначала, як стоять російські війська. Ця карта потрібна мені, бо тоді дім зі мною.
Привезла із собою дідусеві шахи, що нагадують, як ми з ним колись грали. Взяла зі собою м’яку акулу. Коли жила в Миколаєві сама, було сумно, і я подарувала її собі як друга. З цією акулою завжди ходила в сховище й поверталася по неї навіть під час обстрілів.
А ще маю колекцію камінців, які збирала скрізь: вони нагадують мені про рідні місця, подорожі. Я їх перебираю і згадую. Така терапія.
Моє місце сили у Львові – озеро в Снопківському парку. Після підриву ГЕС у Новій Каховці боялася води. Тепер ходжу на це озеро посидіти. Воно зелене. Якби було синє – я б не підходила. Бо вода в Дніпрі – синя. Зі Львова я точно повезу назад фото й подаруночки: іграшки, листівочки. Як спогади про час і людей. Взяла б додому людей, але їх не можна прикувати до себе. Тому я точно візьму фото й листівки. У Львові мистецтвом дихає все – тому повезу в Нову Каховку мистецтво. А ще мрію, що кам’яні вишиванки Нової Каховки внесуть до спадщини ЮНЕСКО.

🇺🇸Adelina Manaharova
2001
Student Nova Kakhovka

On February 24th, my mother called and told me that my hometown, Nowa Kachowka, had been occupied. She forbade me from returning. I was in Mykolajiw, which was under bombardment, working on my thesis. Food was scarce, and bread was only delivered once a day. Three days before we fled, there was an explosion not far from us, hitting a school. I fled with a friend; I was too afraid to go alone. Initially, we thought we would be gone for just one or two weeks. We first went to Odessa and then to Lviv (Lemberg).
The most important thing I brought with me is the map of the Cherson District. I won this map in a literary competition. It marks Nowa Kachowka as the “City of a Thousand Springs,” the hydroelectric power plant, a large park, and houses with stone Wyschywankas (editor’s note: facade decorations in stitched patterns). One of these houses was hit by a rocket two months ago and no longer exists. The map also lists many other places: Cherson, Tatschanka, Askania-Nova, Kazkova Dibrova, the Lemurian Lake, exits to the Sea of Azov and the Black Sea. It was once a paradise. Then the hydroelectric power plant in Nowa Kachowka was blown up, and all of that was flooded. It’s so surreal, like a nightmare. I’ve also marked on this map where the Russian troops are positioned. I need this map; it’s a way to keep my home with me.
I brought my grandpa’s chess set; it reminds me of the times we used to play together. I also have a plush shark with me. When I was living alone in Mykolajiw, I bought it as a companion. I would take it with me to the shelters, and it was there with me even during the bombardments.
I also have a collection of stones. These stones remind me of my homeland and various journeys. When I hold them in my hand, it’s a kind of therapy.
My sanctuary in Lviv is a lake in Snopkivs’kyy Park. After the hydroelectric power plant in Nowa Kachowka was blown up, I was afraid of water. Now I come here because the lake is green. If it were blue, I couldn’t come here, as the water of the Dnipro is blue. When I go back home from Lviv, I will definitely take photos and small gifts with me: toys, postcards. They will serve as memories of the times and the people. I would like to take people with me, but you can’t tether people to yourself. So, I will definitely take photos and postcards. Lviv is full of art, so I’m bringing art to Nowa Kachowka. And I have a dream: that the stone Wyschywanka houses of Nowa Kachowka will be declared UNESCO World Heritage.

➡️ Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert./Проєкт реалізується за фінансової підтримки Федерального Міністерства закордонних справ Німеччини./The project is funded by the German Federal Foreign Office

Auswärtiges Amt Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V. Kunstsammlungen und Museen Augsburg Gedankendach Львівська національна академія мистецтв ГО "Центр суспільних інновацій" Geschichten der Flucht und der Ankunft

🇩🇪 Tamara Yachyna 1966 Psychologin-Psychotherapeutin Charkiw 📷 Fotograf Marc Köster  Ich wusste schon von Fluchterfahrun...
29/02/2024

🇩🇪 Tamara Yachyna
1966
Psychologin-Psychotherapeutin
Charkiw
📷 Fotograf Marc Köster

Ich wusste schon von Fluchterfahrungen anderer Menschen, deswegen hatte ich bereits 2014 eine Tasche gepackt. Ich legte alle Dokumente, das ganze Geld, den Schmuck und die Fotos rein. Denn viele Menschen bereuten, dass sie keine Fotos bei sich hatten. Diese Menschen flohen aus den Gebieten, die bombardiert wurden, nur mit den Sachen, die sie anhatten. Ich hatte die Tasche vorbereitet, und wir warteten jeden Morgen darauf. Aber 2014 waren wir noch nicht dran - wir waren 2022 dran… Wir ahnten, dass es kommen würde.
Das war am Morgen des Zwanzigsten… Oh, Gott, sehen Sie… ich verdränge das… am Vierundzwanzigsten. Also, wir sind aufgewacht, es war etwa vier oder fünf Uhr morgens. Ich weiß es nicht mehr genau, ich vergesse es… Ich weiß nicht, ob ich mich vielleicht darüber freuen soll, dass ich es vergesse, oder…
Ich rief meine Freundin an, sie sagte: „In 15 Minuten sollst du unten an der Tür stehen“. Denn es war uns bewusst, in welchem Stadtteil wir lebten… Also, kurz gesagt, durch meine Straße, die Akademiker-Pawlow-Straße, führt der Weg Richtung Lypzi – es sind 40 Minuten Fahrt bis zur russischen Grenze. Es ist genau der Ort, wo unsere Jungs, die Panzerfahrer, die russischen Panzer gestoppt hatten. Mein Sohn rief mich am frühen Morgen an und sagte: „ Mama, fahre schleunigst zum Bahnhof, denn später wirst du es nicht mehr rausschaffen“.
Alles, was wir in den Kriegsfilmen sahen, alles, was wir in den Büchern über den Krieg lasen – all das… Ich werde jetzt etwas sagen, das man mir verzeihen möge, aber sowohl die Filme als auch die Bücher – das ist alles nur Kindergebrabbel auf der Wiese. Denn das eine steht geschrieben, aber das andere haben wir selbst erlebt. Das sind zwei paar Stiefel. Ich weiß überhaupt nicht, wie wir das alles überlebt haben… Die Illusion, dass es schnell vorbei sein wird, hatte ich nicht. Vor allem, weil wir wussten, dass Charkiw für sie sehr wichtig ist. Und diese Bombardierungen... Mein Bruder, seine Seele möge im Himmel ruhen, lebte in Nord-Saltiwka (Anm. d. Red.: Stadtviertel in Charkiw, das zu 70% durch den Beschuss zerstört wurde), und dort war es ein Albtraum... Einfach ein Albtraum... Damals wurde Saltiwka einfach von der Artillerie zugeschüttet...
Hier ein Foto, auf dem ich viel jünger aussehe, ja, denn es wurde vor dem Krieg gemacht. Und dann habe ich noch ein Foto mitgenommen, das jetzt auf einem deutschen Dokument ist. Auf diesem Foto ist überhaupt eine alte Frau, dabei habe ich das schönste Foto ausgesucht. Ich habe ein paar Fotos gemacht – und auf jedem von ihnen… da ist das eine schrecklicher als das andere… Weil es Anfang März war, die erste Woche, die ersten Kriegstage, und das alles steht auf dem Gesicht geschrieben… Es ist eine frische Wunde. Und es dauert noch…

🇺🇦 Тамара Ячина
1966
Психологиня-психотерапевтка
Харків

Я знала досвід людей, які втікали, тому зібрала сумку ще 2014 року. Поклала туди всі документи, всі гроші, прикраси та фотографії. Бо люди дуже шкодували, що фотографій у них із собою не було. Ці люди виїжджали вже з-під бомбардувань, у чому були. Я приготувала сумку, і ми чекали цього щоранку. Але 2014 року це була не наша черга, а 2022 – наша… Ми розуміли, що доведеться їхати.
Це було вранці 20… Господи, бачите… ось це витіснення… 24-го. Тобто ми прокинулися, це десь була 4-5 година ранку. Я вже не пам’ятаю точно, я забуваю... і я не знаю, радіти тому, що я забуваю, чи...
Я зателефонувала подрузі, подруга каже: «За 15 хвилин щоб ти стояла біля під’їзду». Бо ми чітко розуміли, що живемо ось у такій частині міста... Ну, грубо кажучи, моєю вулицею, Академіка Павлова, іде виїзд якраз на Липці, тобто хвилин 40, напевно, їхати до російського кордону. І це якраз те місце, де хлопці наші, танкісти, зупинили російські танки. І син мені вранці подзвонив і каже: «Мама, терміново на вокзал, бо потім ти з міста не поїдеш».
Усе, що ми бачили у фільмах про війну, все, що ми читали в книжках про війну, – це все… Я зараз скажу, хай мені люди пробачать, але й фільми, і книжки… це просто дитяче белькотіння на галявині. Бо все те написано, а це прожито. Це різні речі. Я взагалі не знаю, як ми це пережили.
Ілюзії, що це буде швидко, у мене не було. Тим паче, ми розуміли, що Харків – це для них дуже важливо. І, звісно, ці бомбардування... Брат у мене, Царство йому Небесне, жив на Північній Салтівці, і там треш... Там просто треш... Тоді Салтівку просто накривала артилерія…
Ось фотографія, на ній я здаюся набагато молодшою, бо так, це ще довоєнна фотографія. І потім я взяла фотографію, яка на німецькому документі. На цій фотографії взагалі дуже стара жінка, хоча я вибрала одну з кращих. Я зробила кілька – і на кожній із фотографій… там одна страшніша за іншу… Бо це був початок березня, це перший тиждень, перші дні війни, і це все написано на обличчі...
Це свіжа рана. І воно триває…

🇺🇸 Tamara Yachyna
1966
Psychologist-Psychotherapist
Kharkiv

I already knew about other people’s experiences of fleeing, so I had packed a bag back in 2014. I put all the documents, all the money, the jewelry, and the photos in there. Many regretted not having any photos with them. These people fled from the bombarded areas, with only the things they were wearing. I had prepared the bag, and every morning, we waited for it. But in 2014, it wasn’t our turn yet – it was in 2022... We had a feeling that it would come.
It was on that morning, the 24th... Oh, God, you see... I repress it... on the 24th. So we woke up, it was about four or five in the morning. I don’t remember exactly, I forget... I don’t know if I should be happy that I forget, or... I called my friend, and she said, “Be at the door in 15 minutes.” Because we knew the neighborhood we lived in... In short, my street, Akademiker- Pawlow Street, leads to Lypzi – a 40-minute drive to the Russian border. That’s exactly where our guys, the tank drivers, had stopped the Russian tanks.
My son called me early in the morning and said, “Mom, hurry to the train station; you won’t make it later.”
Everything we saw in war movies, everything we read in books about the war... What I’m about to say, forgive me, but both the movies and the books are like children playing in the meadow. Because one is written, but the other we lived through ourselves. Those are two different pairs of shoes. I don’t know how we survived it all... I didn’t have the illusion that it would be over quickly. Especially because we knew that Kharkiv was crucial for them. And those bombings... My brother, may his soul rest in peace, lived in North Saltiwka (Note: a district in Kharkiv that was 70% destroyed by shelling), and it was a nightmare there... Just a nightmare... Back then, Saltiwka was just buried by artillery... Here’s a photo where I look much younger, because it was taken before the war. And I also brought a photo that’s now on a German document. There’s an old lady in the photo, even though I picked the nicest one. I took a few photos – and in each of them, something is more horrifying than the other... Because it was early March, the first week, the first days of the war, and it’s all written on our faces... It’s a fresh wound. And it still lingers...

➡️ Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert./Проєкт реалізується за фінансової підтримки Федерального Міністерства закордонних справ Німеччини./The project is funded by the German Federal Foreign Office

Auswärtiges Amt Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V. Kunstsammlungen und Museen Augsburg Gedankendach Львівська національна академія мистецтв ГО "Центр суспільних інновацій" Geschichten der Flucht und der Ankunft

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