15/09/2026
𝗪𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗲 𝗔𝘂𝘀𝗿𝘂𝗲𝘀𝘁𝘂𝗻𝗴 𝗳𝘂𝗲𝗿 𝗻𝗲𝘂𝗲𝘀 𝗟𝗙 𝟮𝟬 𝗱𝗲𝗿 𝗙𝗲𝘂𝗲𝗿𝘄𝗲𝗵𝗿 𝗞𝗮𝗿𝗹𝘀𝘁𝗲𝗶𝗻 𝗴𝗲𝗹𝗶𝗲𝗳𝗲𝗿𝘁
𝗗𝗿𝗲𝗶 𝗥𝗼𝗹𝗹𝗰𝗼𝗻𝘁𝗮𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗲𝗿𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗘𝗶𝗻𝘀𝗮𝘁𝘇𝗺𝗼𝗲𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝗸𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝗱𝗲𝘀 𝗻𝗲𝘂𝗲𝗻 𝗟𝗼𝗲𝘀𝗰𝗵𝗳𝗮𝗵𝗿𝘇𝗲𝘂𝗴𝘀 – 𝗺𝗼𝗱𝘂𝗹𝗮𝗿𝗲𝘀 𝗦𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺 𝗲𝗿𝗺𝗼𝗲𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗳𝗹𝗲𝘅𝗶𝗯𝗹𝗲 𝗔𝗻𝗽𝗮𝘀𝘀𝘂𝗻𝗴 𝗮𝗻 𝘂𝗻𝘁𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗱𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗘𝗶𝗻𝘀𝗮𝘁𝘇𝗹𝗮𝗴𝗲𝗻
Bei der Beschaffung des neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 20 für die Freiwillige Feuerwehr Karlstein ist ein weiterer wichtiger Teilschritt abgeschlossen. Mit der Auslieferung von drei speziell konzipierten Rollcontainern (RC) wurde nun Los 4 der Fahrzeugbeschaffung abgeschlossen. Geliefert wurden die Rollcontainer durch die Firma K&S Feuerwehrtechnik aus Hungen, gefertigt wurden sie im Hause MUNK.
Das neue LF 20 erhält im Geräteraum G1 ein Liftsystem, mit dem unterschiedliche Beladungsmodule aufgenommen und je nach vorgesehenem Einsatz ausgetauscht werden können. Damit reagiert die Feuerwehr Karlstein auf eine wesentliche Veränderung ihres Fahrzeugkonzeptes: Künftig stehen nur noch zwei statt bisher drei Löschfahrzeuge zur Verfügung. Um dennoch bei den unterschiedlichen Einsatzszenarien schlagkräftig und flexibel reagieren zu können, wurde bereits bei der Planung des neuen LF 20 großer Wert auf eine vielseitige Nutzung gelegt.
Das Fahrzeug wird künftig das bisherige LF 16/12 ersetzen und regulär im Löschzug eingesetzt. Gleichzeitig übernimmt es Teile des bisherigen Aufgabenspektrums des LF 10/6, insbesondere bei Unwetterlagen und kleineren Einsätzen. Auch im überörtlichen Zugkonzept ist das LF 20 als erstes Löschfahrzeug im Zug 13 vorgesehen.
Innerhalb Karlsteins soll das neue LF 20 künftig ebenfalls eine zentrale Rolle spielen: Bei Brandmeldeanlagen sowie bei tatsächlichen Brandeinsätzen wird es als erstes Löschfahrzeug noch vor dem HLF 20/16 ausrücken. Aufgrund dieses breiten Einsatzspektrums war eine Lösung gefragt, mit der sich zusätzliche Spezialausrüstung bedarfsgerecht mitführen lässt. Hierfür wurden drei unterschiedliche Wechselmodule beschafft.
𝗥𝗼𝗹𝗹𝗰𝗼𝗻𝘁𝗮𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗔𝗕𝗖
Der Rollcontainer „ABC“ ist für Einsätze mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen vorgesehen und wird als Standardmodul dauerhaft auf dem LF 20 mitgeführt. Hintergrund sind unter anderem Betriebe im Karlsteiner Gemeindegebiet, die aufgrund ihrer Tätigkeiten entsprechenden Feuerwehr-Gefahrengruppen zugeordnet sind.
Zur Ausstattung gehören vier vollwertige Chemikalienschutzanzüge (CSA), vier CSA-Einwegschutzanzüge sowie vier weitere Einwegschutzanzüge der Kategorie III, Typ 3. Hinzu kommt Material für den Aufbau eines Not-Dekontaminationsplatzes, darunter Filter, Handschuhe, Auffangwanne, Folien, Beutel und Absperrmaterial.
Für Einsätze mit radioaktiven Stoffen stehen außerdem ein spezieller Messkoffer einschließlich Dosimetrie für einen Einsatztrupp, ein Teletector sowie entsprechende Schutzkleidung zur Verfügung. Damit kann die Feuerwehr bereits in der Anfangsphase eines Gefahrstoffeinsatzes wichtige Maßnahmen eigenständig durchführen.
𝗥𝗼𝗹𝗹𝗰𝗼𝗻𝘁𝗮𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗨𝗻𝘄𝗲𝘁𝘁𝗲𝗿
Der zweite Rollcontainer wurde speziell für nicht zeitkritische Flächen- und Unwetterlagen zusammengestellt. Gerade bei Starkregenereignissen müssen häufig mehrere Einsatzstellen mit Wasser in Kellern oder Gebäuden nacheinander abgearbeitet werden.
Dafür stehen auf dem Modul unter anderem ein Wassersauger, eine Mini-Chiemsee-Pumpe und eine modifizierte Tauchpumpe TP 4/1 jeweils einschließlich des erforderlichen Zubehörs zur Verfügung. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine akkubetriebene Einsatzleuchte sowie einen Spannungsprüfer für Wasser.
Das Modul ermöglicht es, das LF 20 bei entsprechenden Wetterlagen gezielt für technische Hilfeleistungen auszurüsten, ohne diese umfangreiche Zusatzausstattung dauerhaft auf dem Fahrzeug mitführen zu müssen.
𝗥𝗼𝗹𝗹𝗰𝗼𝗻𝘁𝗮𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗧𝗿𝗮𝗻𝘀𝗽𝗼𝗿𝘁
Beim dritten Modul handelt es sich um einen Gitterrollwagen mit Kunststoffwanne. Dieser ist vor allem für den Rücktransport von gebrauchtem und verschmutztem Einsatzmaterial vorgesehen – beispielsweise nach überörtlichen Einsätzen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe oder des Zugkonzeptes.
Benutzte Atemschutzgeräte, Schläuche oder Schutzkleidung können darin außerhalb der Mannschaftskabine transportiert werden. Das bei einem Einsatz einer Staffel oder Gruppe verwendete Material lässt sich in vielen Fällen direkt mit dem LF 20 zurückführen. Die zusätzliche Anforderung eines Versorgungs-Lkw kann dadurch bei kleineren Einsatzlagen vermieden werden.
𝗡𝗼𝗿𝗺𝗯𝗲𝗹𝗮𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝘁 𝗶𝗺𝗺𝗲𝗿 𝗮𝗻 𝗕𝗼𝗿𝗱
Wichtig bei dem neuen Konzept ist: Die vorgeschriebene Normbeladung des LF 20 verbleibt vollständig und dauerhaft auf dem Fahrzeug. Bei den drei Rollcontainern handelt es sich ausschließlich um zusätzliche Ausrüstung. Durch das Liftsystem im Geräteraum G1 kann diese Zusatzbeladung künftig entsprechend der jeweiligen Aufgabe angepasst werden.
Mit der Auslieferung der drei Rollcontainer ist ein weiterer Baustein der Beschaffung des neuen LF 20 abgeschlossen. Das modulare Konzept soll dazu beitragen, trotz der künftig reduzierten Zahl an Löschfahrzeugen möglichst viele Einsatzszenarien mit der vorhandenen Fahrzeugtechnik abdecken zu können.
Wie gut sich das Wechselmodul-System im täglichen Einsatzdienst bewährt, wird schließlich die Praxis zeigen. Die Feuerwehr Karlstein ist mit der neuen Lösung jedoch für ein breites Spektrum möglicher Einsatzlagen vorbereitet.
Text und Bilder: Andreas Emge, Feuerwehr Gemeinde Karlstein