12/06/2026
CDU-Filz in Apolda - Warum wird der Wille des Wählers ignoriert?
Die Bürger haben bei der Landtagswahl eine klare Entscheidung getroffen. Mit 38,3 Prozent der Erststimmen wurde ich direkt in den Thüringer Landtag gewählt. Der CDU-Kandidat Thomas Gottweiss erhielt 37,3 Prozent und verlor die Direktwahl.
Doch wer die öffentliche Darstellung in Apolda verfolgt, könnte meinen, das Wahlergebnis habe nie stattgefunden. Während ich als der direkt gewählte Landtagsabgeordnete bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen nicht einmal eingeladen werde, taucht stattdessen immer wieder der unterlegene CDU-Kandidat auf. Offenbar gelten in Apolda für manche noch immer die alten Seilschaften und Netzwerke mehr als der demokratisch geäußerte Wille der Bürger.
Statt den direkt gewählten Vertreter des Wahlkreises einzubinden, wird der CDU-Kandidat regelmäßig präsentiert, als sei er weiterhin der politische Vertreter der Region.
Beispiel 1: „Unser Landtagsabgeordneter“
Am 4. November 2025 wurden die Unterschriften der Initiative „Bäder in Not“ auf dem offiziellen Instagram-Kanal der Stadt Apolda an „unseren Landtagsabgeordneten“ Thomas Gottweiss übergeben.
Das ist bemerkenswert.
Denn Thomas Gottweiss ist nicht der direkt gewählte Landtagsabgeordnete des Wahlkreises. Wenn eine offizielle städtische Plattform dennoch diesen Eindruck vermittelt, stellt sich die Frage, ob hier politische Neutralität noch gewahrt wird.
Beispiel 2: Fördermittelübergabe ohne den direkt gewählten Abgeordneten
Im Amtsblatt der Stadt Apolda wird über die Übergabe von Fördermitteln an Vereine und Einrichtungen in Apolda und Utenbach am 15. Dezember 2025 berichtet.
Auf den veröffentlichten Bildern ist Thomas Gottweiss zu sehen.
Nicht zu sehen ist der direkt gewählte Landtagsabgeordnete des Wahlkreises.
Wieder stellt sich die Frage: Warum werde ich, als gewählter Vertreter der Bürger konsequent außen vor gelassen, während der unterlegene CDU-Kandidat regelmäßig eingebunden wird?
Beispiel 3: Grußwort zur 1150-Jahr-Feier in Utenbach
Am 6. Juni 2026 hielt Thomas Gottweiss ein Grußwort zur 1150-Jahr-Feier in Utenbach. Ich wurde als direkt gewählter Abgeordneter nicht einmal angefragt.
Wer den direkt gewählten Vertreter der Bürger im Weimarer Land systematisch ignoriert, ignoriert letztlich auch die Menschen, die ihn gewählt haben.
Die Bürger haben entschieden, wer ihre Interessen im Thüringer Landtag vertreten soll. Dieses Votum verdient Respekt.
Wenn jedoch immer wieder dieselben CDU-Netzwerke dafür sorgen, dass der Wahlverlierer präsent ist und der Wahlgewinner außen vor bleibt, dann muss man die Frage stellen, ob hier tatsächlich das demokratische Wahlergebnis akzeptiert wird.
Es entsteht der Eindruck, dass in Apolda nicht die Wähler entscheiden, wer gehört wird, sondern ein eingespieltes CDU-Netzwerk.