29/04/2026
Kerosinaustritt an Flughafen – THW-Spezialeinheit probt den Ernstfall
Eine Havarie auf einem Flughafen mit 90 000 Litern ausgetretenem Kerosin – das war das angenommene Schadenszenario, das am Samstag, den 25.04.2026 rund 70 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) im Rahmen einer Übung in Gütersloh zu bekämpfen hatten. Sie alle gehören zu einer Gruppe von Dekontaminationseinheiten, die die Europäische Union (EU) in Europa aufgestellt hat, um auf chemische, biologische, radiologische oder nukleare Gefahren schnell und effektiv reagieren zu können. In Deutschland besteht diese Einheit, „rescEU-CBRN-Decon-Germany“ genannt, aus Kräften des Technischen Hilfswerks (THW) und der Bundespolizei (BPOL). Unterstützt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
Mit Kerosin kontaminierte Straßen, Gebäude und ein Heizkraftwerk, das war die angenommene Schadenslage einer fiktiven, technischen Störung am Treibstofflager eines Flughafens. Während das nahegelegene Heizkraftwerk vollständig mit Benzin geflutet war, wurden in umgebenden Straßen, Wohnhäusern und einer Behelfsunterkunft für evakuierte Bewohner geringere, aber dennoch gesundheitsgefährdende Flugbenzinkonzentrationen angenommen.
Für die Einsatzkräfte Anlass für eine umfangreiche Dekontaminationsübung. Unter Nutzung zweier neuer Technik-Container und unter Vollschutz mit Schutzanzug und ABC-Schutzmaske, reinigten die Einsatzkräfte eine Straße sowie die Fassaden und Innenräume von Gebäuden. Dazu wurden zwei Großfahrzeuge (THW Ladekran, Lkr) mit jeweils einem der Technik-Container versehen. Eins mit einer zusätzlichen Vorrichtung zur Flächendekontamination. Etwa für Straßen. Das Zweite hob Einsatzkräfte mittels Hebebühne in rund 10 Meter Höhe, um mit Sprühlanzen Schornsteine zu reinigen. Gefordert waren von den Kräften, neben der sicheren Handhabung der Technik, vor allem auch das Wissen um die Gefahren und den Eigenschutz.
Text: Rolf Thomas Markert, Mediateam THW LV NW
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