03/06/2026
SPD-Basis diskutiert über neuen Landesvorsitz
Kirchheim unter Teck. Der Saal im Stadthotel Waldhorn war bis auf den letzten Platz gefüllt: Rund 70 Besucherinnen und Besucher folgten am Pfingstsonntag der Einladung des SPD-Kreisverbands Esslingen, der Jusos im Kreis Esslingen sowie des Ortsvereins Kirchheim unter Teck. Im Mittelpunkt des Forums stand die Vorstellung der Kandidierenden für den künftigen Landesvorsitz der SPD Baden-Württemberg. Nach dem jüngsten Landtagswahlergebnis steht die Partei vor einer personellen und inhaltlichen Neuaufstellung, über die nun im Zuge einer landesweiten Mitgliederbefragung entschieden wird.
Moderiert wurde die zweistündige Veranstaltung von Tonja Brinks, der Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Kirchheim unter Teck, die die Anwesenden durch das dichte Programm führte. Die Bewerbenden hatten in jeweils 15-minütigen Vorstellungsrunden die Gelegenheit, ihre Konzepte für die Zukunft der Südwest-SPD zu präsentieren.
Den Auftakt der Vorstellungsrunde machte Dr. Carsten Lotz, Ortsvereinsvorsitzender aus Gomaringen, der innerhalb des Bewerberfeldes als vergleichsweise neues Gesicht auf Landesebene gilt und sich selbst durchaus als eine Art „Newcomer“ beschreibt. In seiner Bewerbungsrede ging er unter anderem auf die, aus seiner Sicht, Notwendigkeit einer, klaren programmatischen, Schärfung an der Parteibasis ein und verwies mehrfach auf seine langjährige Erfahrung als Unternehmensberater. Der heutige Autor und Dozent wisse um die Bedeutung des ehrenamtlichen Landesvorsitz, was aus seiner Sicht ein besonderes Maß an persönlichem Engagement und Einsatzbereitschaft neben dem Beruf bedeute.
Im Anschluss stellte die Tübinger Landtagsabgeordnete Dr. Dorothea Kliche-Behnke, ihre inhaltlichen Schwerpunkte und politischen Vorstellungen näher vor. Kliche-Behnke, die innerhalb der SPD bereits seit mehreren Jahren unterschiedliche Funktionen und Ämter auf Landesebene wahrnimmt und derzeit unter anderem als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, sowie stellvertretende Landesvorsitzende tätig ist, und neu als parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, hob in ihrer Rede insbesondere ihre Schwerpunkte vor mit dem Fokus auf die Stärkung der sozialen Kernthemen, sowie eine engere Verzahnung der parlamentarischen Arbeit mit den Kommunen und eine Stärkung der Betriebsräte.
Neben den beiden Einzelkandidierenden präsentierte sich ein Team für eine mögliche Doppelspitze: die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch aus dem Wahlkreis Sigmaringen. Beide traten sichtbar als eingespieltes Duo auf und stellten den von ihnen angestrebten Generationenwechsel, sowie eine strukturelle und inhaltliche Modernisierung der SPD und ihrer Gremien in den Mittelpunkt ihrer Vorstellung. In ihrem Vortrag hoben die beiden die Besonderheiten ihres Konzepts einer Doppelspitze hervor. Eine Doppelspitze biete den Vorteil die anstehende Reform- und Erneuerungsarbeit auf „vier Schultern“ zu verteilen. Dies bedeute nicht nur organisatorische Vorteile, sondern zugleich mehr Raum für Dynamik und Austausch sowie ein breiteres Spektrum an Ideen und zwei unterschiedliche, sich ergänzende Perspektiven. Durch den Blick aus verschiedenen Regionen des Landes und unterschiedlichen Hintergründen hätten sie bereits