07/06/2026
Was haben die gebürtige Segebergerin Lea Kosiner und ihre Familie und Alfred Roßer aus dem sächsischen Vogtland gemeinsam? Die Kosiners waren Verfolgte des Naziregimes, und Roßner half Verfolgten des NS-Terrors. Ihre Lebenswege kreuzten sich in der von den Nationalsozialisten besetzten polnischen Stadt Bedzin, wohin die Kosiners deportiert worden waren und wo Roßner als Leiter einer „arisierten“ Fabrik seine Arbeiter vor dem Tod im nahegelegenen Auschwitz zu beschützen versuchte.
Axel Winkler, Autor des Buchs „Das Mädchen im Koffer. Leben und Leiden Segeberger Juden“, und Hannah Miskai, Autorin der Romanbiografie „Der stille Handel. Alfred Roßner – Lebensretter im Schatten der SS“, werden am Sonntag, den 14. Juni 2026 um 15.00 Uhr in der Gedenkstätte Ahrensbök gemeinsam über ihre Forschungsarbeiten sprechen.
Wie Hannah Miska recherchierte, ließ Roßner in der ehemaligen Fabrik eines jüdischen Freundes Uniformen für die Wehrmacht nähen. Er stellte dabei so viele Jüdinnen und Juden ein, um vor der drohenden Deportation in das Konzentrations- und Vernichtungslager zu bewahren. Zu seinen Schützlingen gehörten unter anderen Lea Kosiner, deren Mann Alfred und die Tochter Ruth. Der Segeberger Regionalforscher Axel Winkler berichtet in seinem Buch, wie Vater Kosiner in Bedzin seine Tochter Lea in einen Koffer steckte, um sie vor der Kinderdeportation zu bewahren und wie Alfred Roßner die Familie vor dem Holocaust rettete.