23/01/2026
Der AKK hat der Parzival Schule Aachen 3.000 Euro gespendet. Mit dem Geld konnte eine neue Kombi-Maschine aus Kreissäge und Fräse für den handwerklichen Unterricht angeschafft werden. Über die pädagogische Bedeutung des Werkunterrichts, den Stellenwert praktischer Arbeit und die Rolle von Spenden sprechen Klaus Thomes und Gabi Lukomski von der Parzival-Schule mit Leander Funken vom Klenkes Komitee.
Herr Thomes, welche Rolle spielt der handwerkliche Unterricht in der pädagogischen Arbeit der Parzival-Schule, insbesondere im Hinblick auf die anthroposophische Heilpädagogik?
„Genauso wie an den Waldorf Regelschulen wird der handwerklich-künstlerische Unterricht zur Willensschulung eingesetzt. Natürlich ist der Unterstützungsbedarf im heilpädagogischen Bereich deutlich größer. Hier ist es besonders herausfordernd zu schauen, was der jeweilige Schüler will und ihn dann so zu unterstützen, dass er einen Erfolg erleben kann.“
Herr Thomes, die Schule verfügt über eine eigene Tischlerei. Wie wird diese im Schulalltag genutzt und welchen pädagogischen Mehrwert bietet sie für die Schüler und Schülerinnen?
„Wir haben jetzt durch den Neukauf einer Kombi-Maschine Kreissäge /Fräse und die schon vorhandenen Maschinen eine Minitischlerei. Wir können so viele Dinge bzw. Arbeiten, die im Schulalltag anfallen selbst erledigen, auch für den Requisitenbau für die Klassenspiele erwarte ich ein deutliche Erleichterung. Für die Herstellung kleiner Verkaufsartikel zum Martinsbasar erwarte ich ebenfalls nicht nur Erleichterung sondern auch die Umsetzung neuer Ideen.“
Herr Thomes, wie wichtig ist der praktische Umgang mit Werkzeugen und Materialien für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen an Ihrer Schule?
„Zur Zeit gibt es ein sehr interessiertes Schülerklientel, das vielseitige handwerkliche Tätigkeiten, vor allem im Zusammenhang mit Reparaturen im Schulgebäude, außerordentlich spannend und interessant findet und die Schülerinnen helfen sehr gerne mit. Dabei können sie sich in der Handhabung verschiedener Geräte erproben, sie erleben, wie Dinge wertgeschätzt werden dadurch, dass man sie repariert. Der Blick auf das Schulinventar ändert sich, mittlerweile sind einige Schülerinnen immer damit beschäftigt, zu schauen, was man reparieren oder anfertigen könnte. Das Thema lebt in den Köpfen.“
Frau Lukomski, inwieweit ist die Parzival-Schule bei der Anschaffung solcher Geräte wie der neuen Schneidemaschine auf Spenden angewiesen?
„Im vollem Umfang! Als private Ersatzschule werden wir von der Bezirksregierung nicht in vollem Umfang refinanziert – schon gar nicht werden solche ‚Extras‘ finanziert, da der Werkunterricht an einer Regelschule einen weniger hohen Stellenwert hat, als an einer Waldorfschule. Zudem ist unsere Schülerschaft sehr divers. Sehr viele unserer Familien kämpfen nicht nur mit den alltäglichen und speziellen Schwierigkeiten, die die Behinderung eines Kindes mit sich bringen, sondern auch mit großen wirtschaftlichen Problemen, die oft damit einhergehen. Ohne so engagierte Menschen wie Sie und Euch wären solche Dinge völlig undenkbar!“
Frau Lukomski, was bedeutet die Unterstützung durch das Klenkes-Komitee für Ihre Schule – und ganz konkret für die Schülerinnen und Schüler, die künftig mit der neuen Maschine arbeiten?
„Sie und Ihr eröffnet unseren Schüler*innen neue Möglichkeiten, sich selbst zu erleben – und vor allem, sich selbst als tätig und selbstbestimmt zu erleben. Gemeinsam etwas schaffen, zum Beispiel die Kulissen für das Klassenspiel planen und bauen, gemeinsam Pläne schmieden, aktiv und mit sichtbaren Ergebnissen am Schulleben teilhaben – all das stärkt das Selbstbewusstsein unseree Schülerinnen und Schüler und bereitet sie auf ein selbstbestimmtes Leben mit maximaler Teilhabe vor. Dafür möchten wir uns von Herzen bedanken!“