25/05/2026
Zum 15-jährigen Jubiläum des UNESCO-Welterbes «Pfahlbauten um die Alpen» präsentiert die Stadt Zürich die erneuerte Augmented Reality App «pastZurich». Betreten Sie die digitale Rekonstruktion des Pfahlbaudorfes auf dem Sechseläutenplatz in Echtgrösse und entdecken Sie die Geschichte der Pfahlbauer – interaktiv und informativ. Ein Avatar begleitet Sie auf der Reise in die früheste Vergangenheit der Stadt Zürich.
Mehrere der rekonstruierten Häuser sind den UNESCO-Fundstellen an den Zürcher Seen gewidmet.
Heute präsentieren wir die Fundstelle Wädenswil-Vorder Au am südlichen Zürichseeufer östlich der Halbinsel Au. Sie liegt auf einer Untiefe, auf der die Pfahlbauer über mehrere Jahrhunderte immer wieder siedelten, nämlich um 3000 v.Chr. (Horgenerkultur), um 2600 v.Chr. (Schnurkeramische Kultur) und um 1600 v.Chr. in der frühen Bronzezeit. Die reich verzierte Gefässkeramik der frühen Bronzezeit zeichnet die Fundstelle aus. Aussergewöhnlich ist der Fund von zwei Gefässresten aus der so genannten Glockenbecherkultur, da solche Funde üblicherweise in Gräbern und nur äusserst selten im Siedlungszusammenhang zu finden. Sie datieren ans Ende der Steinzeit, um 2400 v.Chr.
Ungewöhnlich ist auch der Fund eines Abfallhaufens, der aus mehr als 14'000 verbrannten Fragmenten von Tierknochen bestand. Er enthielt vor allem Reste von Hirschen, Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen. Da die Fundstelle durch natürliche Erosion, aber auch durch Schifffahrt und ankernde Boote gefährdet war, wurde sie bereits 1998 partiell mit einer Abdeckung aus Kies geschützt.