20/11/2025
Die Kosten eines nicht modernisierten Milizdienstes sind beträchtlich, vor allem aufgrund ineffizienter Strukturen, Personalmangel und wachsender Rekrutierungsprobleme im Zivildienst und Zivilschutz.
Das bestehende Milizsystem ist teuer: 2023 lagen die Militärausgaben der Schweiz bei etwa 5,7 Milliarden Franken und steigen bis 2030 voraussichtlich auf rund 9 Milliarden. Ohne Reform drohen ineffiziente Strukturen und hohe Fixkosten, weil die Personalbestände schrumpfen und der Modernisierungsschub fehlt, um neue Herausforderungen zu adressieren. Für den Zivildienst und Zivilschutz sind personelle Engpässe bereits jetzt spürbar – und gehen zulasten von Pflegeheimen, Schulen und Naturprojekten.
Der Zivilschutz weist einen akuten Personalmangel auf: Die Zielgrösse liegt bei 72'000, aktuell gibt es aber nur 57'000 Angehörige. Prognosen gehen bis 2030 von einem Rückgang auf etwa 50'000 aus, was eine klare Leistungsreduktion nach sich ziehen würde. Das bedeutet konkret weniger Schutz und Unterstützung bei Katastrophenfällen, Sanitätsdiensten und Sozialprojekten. Auch Gesetzesverschärfungen führen dazu, dass über 40 % weniger Männer zugelassen werden und damit etwa 40 % der Helfer in sozialen Einrichtungen und Naturschutzprojekten fehlen.
Ein nicht modernisiertes System verursacht “versteckte” volkswirtschaftliche Kosten: Weniger Helfer im Zivildienst führen zu höheren Sozialausgaben, Fachkräftemangel und einer übermäßigen Belastung der bestehenden Infrastruktur. Die Folge können wirtschaftliche Effizienzeinbußen sowie schlechtere Versorgung und Absicherung bei Notfällen sein.
Zusammengefasst: Die laufenden und künftigen Kosten sowie Risiken durch ein veraltetes und personell unterbesetztes Miliz- und Zivildienstsystem sind hoch und der Handlungsdruck zur Reform steigt. Die Debatte um einen “teuren Service Citoyen” blendet diese “Folgekosten” eines Nicht-Handelns oft aus.