25/02/2026
„Scheitern als Teil des Therapieprozesses – Ein Gespräch mit Renato Caputo über Normalität, Umgang und Lernchancen“
Scheitern gehört in der Therapeutischen Gemeinschaft zum Alltag – und zum Leben insgesamt. Renato beschreibt es als etwas, das unvermeidlich und gleichzeitig lehrreich ist. Echtes Scheitern passiert dann, wenn eine Therapie abgebrochen oder aufgegeben wird – ein Moment, der für die Beteiligten schwer, aber wichtig ist.
„Mit Scheitern und Versagen muss man aktiv umgehen – es löst sich nicht von selbst“, betont er. Das heisst: darüber sprechen, Klärung suchen, aufbauen. Denn genau darin liegen auch Chancen – um zu ermutigen, zu stärken und Neues entstehen zu lassen.
Rückschläge gehören auch für die Leitung dazu. Entscheidend ist, sie offen anzusprechen – im Team wie in der Hausgemeinschaft. Strategien zu entwickeln, um mit Misserfolgen umzugehen, gehört für Renato selbstverständlich dazu.
„Umfallen ist nicht das Problem – liegen bleiben schon“, sagt er. Wenn wir aufgeben und nichts mehr verändern wollen, wird Scheitern zum echten Problem. Doch wer akzeptiert, dass Scheitern zum Leben gehört, kann daraus lernen: Manchmal müssen wir auch annehmen, dass es Dinge gibt, die wir trotz aller Bemühungen nicht verändern können.