08/09/2026
3,5 Jahre ist der Untergang der Credit Suisse und die vom Bund orchestrierte Notrettung bereits her. Damals war der Aufschrei nach der zweiten Mega-Banken-Rettung innerhalb von 15 Jahren gross – und zwar parteiübergreifend:
- Die Jungfreisinnigen drohten mit einer Manager-Initiative, die Bankenmanager stärker zur Verantwortung ziehen wollte, sollte das Parlament keine strengeren Regeln beschliessen.
- Die Mitte forderte eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent. Eine tiefere Quote würde den Anreiz für höheres Risiko schaffen.
- Die SVP verlangte, die neue CS-UBS-Megabank direkt zu zerschlagen, und reichte dazu einen Vorstoss ein.
- Und sogar die FDP kritisierte, dass systemrelevante Banken eine Staatsgarantie haben. Deswegen müsse man sie «behandeln und überwachen» – meinte ihr damaliger Parteipräsident.
Von diesen Forderungen ist basically nichts mehr übrig geblieben. Die aktuell von der Wirtschaftskommission des Ständerats vorgeschlagene Alibi-Reform schützt uns nicht vor einer weiteren Bankenkrise und kommt – wer hätte es gedacht – vor allem dem UBS-Management und den Aktionär:innen entgegen. Im Krisenfall müssten also schon wieder die Steuerzahlenden für die Unfähigkeit der Grossbank-Leitung zahlen. Das ist inakzeptabel.
Wir fordern eine vollständige Unterlegung mit hartem Eigenkapital und den Verzicht auf AT1-Instrumente. Weiter braucht es transparente Konzernstrukturen, echte Verantwortung von Aktionär:innen und Management, eine handlungsfähige FINMA und ein Verbot von an Bedingungen geknüpften Grossbankenspenden an Parteien.
👉 Ausschnitt vom SonnTalk vom 06.09.26
[Parteifinanzierung kann btw. auf der Website der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) eingesehen werden]