Spital-Standort-Initiative

Spital-Standort-Initiative Mit der Lancierung der kantonalen "Spital-Standort-Initiative" soll die Spitalversorgung im Kanton Bern verbessert werden.

25'945 gültige Unterschriften hat das Initiativkomitee "Riggisberg ist überall" für die "Spital-Standort-Initiative" gesammlt. Für dieses überragende Ergebnis bedanken sich die Initianten herzlich bei Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Zusammen mit den als ungültig erklärten und ca. 1500 zu spät zugestellten Unterschriften konnten mit der Hilfe von vielen Helferinnen und Helfern rund 30'00

0 Unterschriften gesammelt werden. Mit der Forderung, dass alle öffentlichen Spitäler und alle heute an den einzelnen Standorten angebotenen Leistungen bis mindestens 8 Jahre nach Annahme der Initiative gesichert werden, nahm das überparteiliche Initiativkomitee den Unmut der bernischen Bevölkerung über die aktuelle Spital- und Gesundheitspolitik auf. Aus diesem Grund verlangen das Initiativkomitee auch auch, dass das Projekt "Stärkung des Medizinalstandort Bern (SMSB)" gestoppt wird, weil es die Zentralisierung der Spitalversorgung an einem Ort auf Stufe Universtätsklinik zum Ziel hat. Die Landspitäler und die nicht-universitären öffentlichen Stadtspitäler werden geschwächt, eine enorme Kostensteigerung bewusst in Kauf genommen - und damit das ganze öffentliche Spitalwesen im Kanton Bern beschädigt.

Der Regierungsrat soll für das umstrittene Neubauprojekt des Spitals Zweisimmen zeitnah ein Resultat präsentieren. Das v...
22/03/2017

Der Regierungsrat soll für das umstrittene Neubauprojekt des Spitals Zweisimmen zeitnah ein Resultat präsentieren. Das verlangen mehrere Grossräte in einer Motion.

Die Jungfrau Zeitung ist eine publizistische Plattform mit Sitz in Thun. Soviel Platz wie andere Zeitungen der Welt, schenkt die Jungfrau Zeitung dem Berner Oberland.

Liebe Bernerinnen und BernerLeider hat es trotz grossem Einsatz von vielen von euch nicht für ein Ja zur Spitalstandorti...
27/11/2016

Liebe Bernerinnen und Berner

Leider hat es trotz grossem Einsatz von vielen von euch nicht für ein Ja zur Spitalstandortinitiative gereicht. Insgesamt haben 102'772 oder 33,9 Prozent Ja gestimmt. 200'787 oder 66,1 Prozent der Berner Bürger haben die Initiative abgelehnt. Eine genaue Analyse der Resultate fördert allerdings klar zu Tage, dass Regionen und Gemeinden, welche von der falschen Spitalpolitik der vergangenen Jahre betroffen waren, die Initiative zum Teil sehr deutlich angenommen haben. So sagten etwa im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen 79.5 Prozent der Stimmbürger Ja zur Initiative. In Oberwil im Simmental nahmen sie gar 93,2 Prozent der Stimmenden an. Auch im Oberen Emmental – eine Region, deren Spital ebenfalls bedroht ist – sagte die Mehrheit Ja zur Initiative. So auch Langnau, die bevölkerungsstärkste Gemeinde der Region, mit 59.5 Prozent Ja. Auch im betroffenen Riggisberg in der Region Mittelland stimmten 72 % der Stimmbürger Ja.

Die städtischen Gebiete hingegen, wo ein grosser Überhang an Spitalbetten besteht und wo auch die grössten Kosten generiert werden, schmetterten die Initiative deutlich ab. So haben in der Stadt Bern, wo alleine rund 65 Prozent der Spitalkosten im Kanton Bern anfallen, 75,7 Prozent gegen die Initiative. Diese Dominanz der bereits überversorgten Zentren gegenüber den unterversorgten Randregionen stimmt bedenklich. Die Spitäler, aber auch die Politik sind nun gefordert, namentlich in den Regionen, welche der bisherigen Spitalpolitik die Gelbe Karte gezeigt haben, die Gesundheitsversorgung zu stärken und nicht etwa noch weiter abzubauen.

Wir vom Initiativ- und Unterstützungskomitee danken an dieser Stelle all denjenigen, welche sich in den letzten Wochen, Monaten und Jahren für die Spitalstandortinitiative eingesetzt haben. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Kampf doch nicht ganz um sonst war. Besten Dank!

Die Staatskanzlei ist für die Organisation und die Durchführung der eidgenössischen sowie kantonalen Wahlen und Abstimmungen verantwortlich. Dabei wird die Federführung vom Amt für Ressourcen und politische Rechte wahrgenommen.

Ein erfreuliches Teilergebnis - trotzdem wird es voraussichtlich nicht für ein Ja reichen!
27/11/2016

Ein erfreuliches Teilergebnis - trotzdem wird es voraussichtlich nicht für ein Ja reichen!

Die Bürgerinnen und Bürger im Kanton Bern stimmen heute über die Spitalstandortinitiative ab. Die ersten Ergebnisse liegen vor.

Liebe Bernerin, lieber BernerDeine Stimme zählt! Hast Du sie schon abgegeben? Nur mit einem Ja an der Urne zur   haben w...
25/11/2016

Liebe Bernerin, lieber Berner

Deine Stimme zählt! Hast Du sie schon abgegeben? Nur mit einem Ja an der Urne zur haben wir die Sicherheit, dass wir auch in Zukunft noch eine einigermassen sinnvolle Spitalversorgung haben! Bringt deshalb noch heute Freitag euer ausgefülltes Stimmmaterial zum Stimmbüro. Oder dann am Samstag oder Sonntag direkt in die Wahlurne!

Bei der Inselgruppe brennt es lichterloh: Nun verlässt ausgerechnet der Mann, der die verhängnisvolle Fusion von Insel u...
24/11/2016

Bei der Inselgruppe brennt es lichterloh: Nun verlässt ausgerechnet der Mann, der die verhängnisvolle Fusion von Insel und Spitalnetz Bern organisiert hat, das sinkende Schiff. Ursache ist die verheerende Spitalpolitik der letzten Jahre, die dem Wahn frönte, dass Riesenspitäler angeblich besser und vor allem rentabler seien. Dem muss jetzt definitiv ein Riegel geschoben werden. Stimmt deshalb diesen Sonntag Ja zur .

Markus Meier hat die Fusion von Inselspital und Spital Netz Bern geleitet. Nun verlässt er das Unternehmen und wechselt zur privaten Konkurrenz.

DRINGEND: Diesen Sonntag, 27. November, stimmen wir Berner Bürgerinnen und Bürger über die Spitalstandortinitiative ab. ...
23/11/2016

DRINGEND: Diesen Sonntag, 27. November, stimmen wir Berner Bürgerinnen und Bürger über die Spitalstandortinitiative ab. Heute Mittwoch ist der letzte Tag, an dem eine briefliche Stimmabgabe auch per B-Post rechtzeitig bei der Gemeinde ankommt. Füllt deshalb heute euer Stimmaterial aus (=Ja zur Spitalstandortinitiative) und werft es vor 16.00 Uhr in den Briefkasten. Wer ganz sicher gehen will, der nimmt eine A-Postmarke.

Mehr als ein «Puurechrieg»Die Wochenzeitung; 17.11.2016: Landspitäler im Kanton Bern Im Kanton Bern kämpft eine Allianz ...
22/11/2016

Mehr als ein «Puurechrieg»

Die Wochenzeitung; 17.11.2016: Landspitäler im Kanton Bern

Im Kanton Bern kämpft eine Allianz aus SVP-VertreterInnen, Gewerkschaftern und Feministinnen für den Erhalt der Landspitäler. In der Diskussion um die Spitalstandortinitiative offenbaren sich Gräben: zwischen Stadt und Land – und zwischen den Gewerkschaften.

Von Adrian Riklin (Text) und Florian Bachmann (Foto)

Was ist eigentlich passiert, wenn ausgerechnet SVP-Mitglieder plötzlich für den Service public einstehen – und VPOD-GewerkschafterInnen sich umgehend davon distanzieren? Irgendetwas in diesem komplizierten Kanton scheint verkehrt. Doch eins nach dem anderen.

Dreizehn Spitäler sind seit 1999 im Kanton Bern bereits geschlossen worden. Vor allem die Landspitäler sind seit 2012 mit der neuen Spitalfinanzierung und der Gleichstellung von privaten mit öffentlichen Spitälern noch mehr unter Druck geraten: 2013 wurde die Geburtenabteilung im Spital Riggisberg aufgehoben; dasselbe Schicksal ereilte 2015 die Geburtenabteilung in Zweisimmen. Dort immerhin gibt es jetzt einen Lichtblick: Gerade erst hat die Genossenschaft Maternité Alpine einen Leistungsauftrag für ein Geburtshaus erhalten.

Doch das Schliessungsdomino droht weiterzugehen. «Jeder Standort ist gefährdet», verriet Annamaria Müller vom Berner Spitalamt unlängst im «Bund», der bei dieser Gelegenheit sieben von vierzehn öffentlichen Regionalspitälern als gefährdet einstufte: Saint-Imier, Moutier, Aarberg, Langnau, Zweisimmen, Frutigen und Münsingen. Als gesichert gelten die Hauptstandorte Bern, Biel, Burgdorf, Langenthal, Thun und Interlaken sowie das kleinere Spital Riggisberg.

Im Komitee der Spitalstandortinitiative, über die am 27. November abgestimmt wird, sitzen denn auch vor allem VertreterInnen vom Land, überwiegend SVP-Mitglieder. Unterstützt werden sie unter anderem von der Gewerkschaft Unia, vom feministischen Netzwerk Wide und vom kantonalen Hebammenverband. Frauen aus ganz unterschiedlichen Milieus haben sich hierfür zum Netzwerk «Frauen für eine bessere Spitalpolitik» zusammengetan.
Die Initiative will eine gute Grundversorgung im ganzen Kanton sicherstellen: Für mindestens acht Jahre sollen die vierzehn Spitäler erhalten bleiben, inklusive Notfallversorgungen rund um die Uhr sowie Innerer Medizin, Chirurgie und Gynäkologie/Geburtshilfe. Den InitiantInnen geht es auch um den «Erhalt und Ausbau der lokalen und regionalen Netzwerke zwischen Haus- und Spitalärzten». Betont wird zudem die Bedeutung der regionalen Standorte als Ausbildungsstätten für künftige HausärztInnen und Hebammen.

Alle grossen kantonalen Parteien sind gegen die Initiative; dafür sind einzig kleine Linksparteien (Partei der Arbeit, Grünalternative und Alternative Linke). Die Gräben verlaufen nicht zwischen den Parteien und Verbänden, sondern quer durch. Besonders ausgeprägt in der Gewerkschaftsbewegung: Der Gewerkschaftsbund sagt Ja (und mit ihm die Unia). Der VPOD (und mit ihm auch die Personalverbände der ÄrztInnen und der Pflegefachleute) sagt Nein.

Aus Sicht des VPOD ist die Initiative das falsche Rezept: Um heute ein Akutspital mit qualitativ hochwertiger, umfassender Grundversorgung anzubieten, brauche es das nötige Fachpersonal, das rund um die Uhr zur Verfügung stehe. Dazu bedürfe es attraktiver Arbeitsbedingungen, argumentiert der Verband: «Tatsache ist aber: Seit 2012 stagnieren die Löhne, verlässliche Arbeitszeiten sind oft ein Wunschtraum, Formen von Arbeit auf Abruf nehmen zu.» Das würde sich mit einer Annahme der Initiative nur noch verschlimmern.

Tatsächlich steht im Initiativtext nichts darüber, wie der langfristige Betrieb aller Spitäler finanziert werden und wo der Kanton die dazu notwendigen Millionen auftreiben soll. «Uns fehlt leider auch der Glaube, dass die bürgerliche Mehrheit im Kantonsparlament die nötigen Mittel spricht, um Mehrausgaben zu finanzieren», sagt Bettina Dauwalder vom VPOD Bern.

Der VPOD plädiert stattdessen für den Ausbau von «integrierten Formen der Grundversorgung» aus ambulanten Grundversorgungs- und Notfalldiensten mit angeschlossenen orthopädischen Chirurgien, Spitex, Physiotherapien und Geburtshäusern: «Für diese Weiterentwicklung soll der Kanton Geld ausgeben – und nicht, um teure Strukturen zu erhalten.» Eine Zementierung der Strukturen über acht Jahre sei kontraproduktiv: «Die neue Spitalfinanzierung setzt auf Wettbewerb und bringt einen enormen Kostendruck mit sich. Heute reichen die Einnahmen aus den Fallpauschalen und ambulanten Tarifen für kleinere, aber auch für die grossen Spitäler in der Regel nicht aus, um die Kosten zu decken.»

Auf Kosten der Frauen?

Simona Isler vom feministischen Netzwerk Wide sieht das anders: «Vom Abbau gesundheitlicher Dienstleistungen in verschiedenen Regionen des Kantons waren und sind vor allem Frauen betroffen: erstens weil damit ein Verlust von wichtigen Arbeitsplätzen von Frauen einhergeht. Zweitens weil der Abbau in der dezentralen Geburtshilfe zu lange Wege für Gebärende mit sich bringt. Und drittens weil der Abbau öffentlicher Dienstleistungen immer auch eine Verschiebung von bezahlter zu unbezahlter Carearbeit bedeutet.» Das alles sei schwerwiegend genug: «Es gilt daher, auf politischer statt auf betriebswirtschaftlicher Ebene zu definieren, welche Dienstleistungen wir für die gesamte Bevölkerung öffentlich zur Verfügung stellen wollen.» Die Initiative sei diesbezüglich eine Chance, die Frage aus den Büros der SpitalmanagerInnen in die Hände der Stimmbevölkerung zu verlegen: «Grundsätzlich geht es um die Frage, ob wir uns mit der von der neuen Spitalfinanzierung geschaffenen Situation einfach so abfinden – oder ob wir die Politik dazu aufrufen, bessere Lösungen zu finden, die diesen Kostendruck auffangen können oder sogar grundsätzlich umstrukturieren.»

Fallpauschalen führten dazu, dass dezentrale Strukturen geschwächt werden, sagt Isler: «Einfache Behandlungen oder Eingriffe sind dadurch weniger lukrativ als die Spitzen- und Apparatemedizin. So etwa ist eine normale Geburt für die Spitäler zu einem Verlustgeschäft geworden. Mittelgrosse Spitäler wie Thun oder Interlaken stehen enorm unter Druck, weil sie gewinnbringend arbeiten müssen. Sie orientieren sich in ihrer Angebotsplanung an der betriebswirtschaftlichen Rechnung und nicht an den Bedürfnissen der Bevölkerung.»

Zum Beispiel Langnau

Danielle Lemann führt seit über dreissig Jahren eine Hausarztpraxis in Langnau. Sie macht sich keine Illusionen: «Gut möglich, dass unser Spital das nächste Opfer sein wird. Wir haben schon x-mal gezittert: zum Beispiel 2004, als wir das Ärztenetzwerk Oberes Emmental gründeten und in Bern gegen die angedrohte Schliessung der stationären Chirurgie und den Abbau in der Inneren Medizin demonstrierten.»

Lemann, die lange für die SP im Grossen Rat sass, spricht von einem «Puurechrieg» zwischen Stadt und Land: «Einfach nur Spitäler schliessen ist keine Vision.» Auch von integrierten Formen der Grundversorgung, wie sie der VPOD favorisiert, hält Lemann wenig: «Wir Hausärzte brauchen die Rückendeckung der Spitäler. Heute ist ein Patient mit einer Blinddarmentzündung von meiner Praxis in fünf Minuten im Notfall. Nach einer Schliessung bräuchte er dafür mindestens dreissig Minuten.» Ein Spital ohne Notfallstation rund um die Uhr und ohne stationäre Abteilungen führe zudem zu einem unnötigen zusätzlichen Strassenverkehr. «Die Annahme der Initiative würde uns Zeit geben, darüber nachzudenken, was für ein Gesundheitswesen wir wollen. Andernfalls müssen wir uns fragen: Wollen wir die ländlichen Gegenden verurwaldisieren?»

Mit der Schliessung von Spitälern wandern nicht nur HausärztInnen ab. Auch viele weitere wohnortsnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze rund um den Spitalbetrieb gehen dabei verloren. Und: Die Arbeitswege für berufstätige Mütter werden länger, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch schwieriger. Laut Corrado Pardini, Unia-Geschäftsleitungsmitglied und Präsident des Berner Gewerkschaftsbunds, sind durch die Spitalschliessungen in den letzten siebzehn Jahren mehr als 1500 Stellen verloren gegangen: «Das ist für viele Regionen ein massiver Aderlass – vor allem wenn man bedenkt, dass im gleichen Zeitraum auch der Bund, die SBB, Post und Swisscom ihr Engagement im ländlichen Raum zurückgeschraubt haben.»

Bettina Dauwalder vom VPOD dagegen weist darauf hin, dass bei den Spitalschliessungen seit den neunziger Jahren die meisten Stellen – gerade die qualifizierten Teilzeitstellen von Frauen – in den vor Ort weitergeführten Angeboten behalten oder in andere Spitäler, Heime oder zur Spitex verlegt worden seien: «Die Arbeit geht also nicht aus – sie ist aber zum Teil nicht mehr vor der Haustür. Zudem haben wir im Grossen Rat Mittel für flankierende Massnahmen bei Härtefällen erkämpft. Und seit 2000 haben wir dank des Gesamtarbeitsvertrags einen Sozialpan.»
Es gehe heute auch nicht darum, Spitäler zu schliessen und Arbeitsplätze abzubauen: «Der Kanton sollte vielmehr für innovative Weiterentwicklungen wie das Geburtshaus in Zweisimmen und den Ausbau des Rettungsdiensts Geld ausgeben – und dafür, dass auf dem Land die gleichen Lohn- und Arbeitsbedingungen wie in den Zentren angeboten werden können.» Zwar stünden in verschiedenen Regionen bereits angepasste Angebote bereit. Was aber vor allem noch fehle, seien Zwischenlösungen in der Versorgungskette und spezialisierte Angebote wie die Palliative Care oder mobile Equipen in der Psychiatrie. «Für all diese neuen Angebote und das entsprechende Personal müssen vom Kanton dringend die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, weil sie nicht über Tarife und Fallpauschalen abgedeckt werden.»

Viel Arbeit für die Linke

Wie geht das überhaupt: eine nachhaltige Gesundheitspolitik in einem Kanton mit rechtsbürgerlichem Regime, das privatisiert, den Wettbewerb forciert und ein Sparpaket nach dem anderen schnürt? Diese Frage stellt sich auch bei der Spitalstandortinitiative, über die im Kanton Bern am 27. November abgestimmt wird.
Das Dilemma lautet: Wie lässt sich das Recht auf eine hochwertige Grundversorgung erfüllen, ohne dass die dabei Beschäftigten dafür mit schlechteren Arbeitsbedingungen zahlen müssen?
Dass sich am Kampf um den Erhalt der Landspitäler VertreterInnen jener Parteien beteiligen, die mit ihrer Politik die Grundversorgung infrage stellen, macht die Sache noch grotesker. Die Linke täte umso mehr gut daran, sich mit vereinten Kräften für einen nachhaltigen Service public auch in den ländlichen Regionen zu engagieren, statt sich gewerkschaftsintern zu kannibalisieren – in Regionen notabene, in denen die SVP und ihre Sparapostel einen grandiosen WählerInnenanteil haben.

Achtung, Abstimmung vom 27. November 2016 nicht verpassen  JA zur Spitalstandort-Initiative  Wir alle, unsere Familien, ...
20/11/2016

Achtung, Abstimmung vom 27. November 2016 nicht verpassen

JA zur Spitalstandort-Initiative

Wir alle, unsere Familien, Verwandte, Freunde und Bekannte sind direkt betroffen.

Plötzlich müssen wir wegen Krankheit oder Unfall ins Spital. Dann sind wir sehr froh, wenn wir ein Spital in der Nähe haben, in welchem wir schnell und gut versorgt werden und sofort die Behandlung eingeleitet wird.

Genau dies will die Spitalstandort-Initiative.

Nach der Schliessung von 13 kostengünstigen Landspitälern und 14 Notfallstationen muss dieser teure Schliessungs- und Zentralisierungswahn im grossräumigen Kanton Bern mit über 1 Million Einwohnern sofort gestoppt werden.

Es geht um die Gesundheit von uns allen. Deshalb ein deutliches JA zur Spitalstandort-Initiative!

Bitte beachten Sie unsere zwei Beilagen: «Kurzargumentarium» und «Achtung, Sie sind direkt betroffen»

Bitte leiten Sie unseren Aufruf weiter.

Freundliche Grüsse

Rudolf Joder Anne Speiser Markus Schmid
a. Nationalrat Grossrätin Web-Designer
Initiativkomitee Initiativkomitee Unterstützungskomitee

«Verwaltung verschlingt immer mehr Mittel» Der 66-jährige Thomas Ritschard arbeitete 25 Jahre als Chefarzt Innere Medizi...
19/11/2016

«Verwaltung verschlingt immer mehr Mittel»

Der 66-jährige Thomas Ritschard arbeitete 25 Jahre als Chefarzt Innere Medizin im Spital Aarberg. Seit zwei Jahren ist er pensioniert, arbeitet aber noch 30 Prozent als Konsiliararzt für Magen-Darm-Spiegelungen im Spital Aarberg. Mit anderen Ärzten aus ländlichen Gegenden engagiert er sich in einer Interessengemeinschaft für die Annahme der kantonalen Spitalstandortinitiative, über die in einer Woche abgestimmt wird (siehe Infobox).

Thomas Ritschard, können Sie besser rechnen als der Grosse Rat und der Regierungsrat?

Thomas Ritschard: Ich habe zwei Jahre Mathematik und Statistik studiert.

Das reicht, um besser zu Rechnen als kantonale Politiker?

Thomas Ritschard: Offensichtlich.

Gemäss Regierungsrat kostet die Spitalstandortinitiative den Kanton bis zu 110 Millionen Franken. Sie behaupten, es sei ein Nullsummenspiel.

Thomas Ritschard: Die Initiative verlangt, dass der Status quo bei den Spitälern erhalten bleibt. Das verursacht keine zusätzlichen Kosten. Nur die Wiedereröffnung der zwei Geburtsabteilungen in den Spitälern Riggisberg und Zweisimmen käme dazu. Aber die Geburtsabteilung in Riggisberg würde wesentlich weniger kosten als die Eröffnung der Neuro-Rehabilitation, die man dort stattdessen eingerichtet hat. Ich kann nicht genau beziffern, was die Geburtsabteilungen mehr kosten würden, aber es wäre im Bereich von zwei bis drei Millionen Franken pro Jahr.

Der Grosse Rat befürchtet, dass die Angebote der Regionalspitäler den Vorgaben des Bundes nicht mehr genügten. Für den Kanton wäre dies ein Risiko, weil er diese Angebote allein finanzieren müsste.

Thomas Ritschard: Wenn man den heutigen Zustand verlängert, bleibt es, wie es ist. Der Bedarf für die Landspitäler ist ausgewiesen. Die Regionen brauchen eine stationäre und ambulante Grundversorgung, die gehen Hand in Hand. Ohne Spitäler haben die Randregionen Mühe, auch das ambulante Angebot aufrechtzuerhalten.

Dass Sie sich als ehemaliger Chefarzt des Spitals Aarberg für dessen Weiterexistenz einsetzen, überrascht nicht. Der Grosse Rat aber will nicht, dass Spitäler bloss aus regionalpolitischen Gründen erhalten bleiben. Sind Sie ein verkappter Regionalpolitiker?

Thomas Ritschard: Ich bin in keiner Partei und habe mich politisch nie speziell engagiert. Aber ich habe während den meisten Berufsjahren in einem kleinen Spital gearbeitet. Ich weiss, dass dort gute Arbeit geleistet wird. Ich habe diverse Zusammenschlüsse in Aarberg erlebt und jedes Mal ging damit ein Stück Kultur verloren. Ich habe erlebt, wie Abläufe, die einfach und direkt waren, wesentlich komplizierter, mühseliger und zeitaufwendiger wurden. Und ich weiss auch von ehemaligen Mitarbeitern, dass das Arbeiten im peripheren Spital wesentlicher effizienter ist als in einer Grossklinik. Meine Botschaft, die ich unter die Leute bringen will, ist eher eine moralische als eine politische

Aber das Spital Aarberg ist doch nicht wirklich in Gefahr, geschlossen zu werden. Momentan wird kräftig investiert, unter anderem in einen neuen Operationstrakt.

Thomas Ritschard: Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage. Gerade kürzlich habe ich aus berufenem Mund gehört: «Wer dem Verwaltungsrat der Insel Gruppe, zu der das Spital Aarberg gehört, vertraut, stimmt Nein zur Initiative. Wer ihm nicht vertraut, stimmt Ja.» Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine Investition kein Garant ist für das Weiterbestehen einer Institution. Es ist insbesondere keine Garantie, dass das Spital Aarberg weiterhin ein umfassender Grundversorger sein wird. Mit den neuen Operationsräumen könnte man auch etwas anderes machen. Zum Beispiel ein Teilgebiet aus der Insel auslagern. Ob solche Gedankenspiele existieren, weiss ich nicht, aber es wäre denkbar. In absehbarer Zeit wird das Bettenhaus in Bern ersetzt werden müssen, dann braucht das Inselspital Kapazitäten im Umfeld, um die Patienten zu verteilen. Bis dann ist die Gefahr nicht gross, dass mit dem Spital Aarberg etwas Grundlegendes passiert. Aber für die Zeit nach dem neuen Bettenhaus würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

Das Spital Aarberg arbeitet doch noch immer profitabel.

Thomas Ritschard: Seit ich diesen Betrieb kenne, haben wir immer schwarze Zahlen geschrieben. Wir schlossen immer besser ab, als es das vom Kanton bewilligte Budget erlaubte. Aber seit dem Zusammenschluss mit der Insel Gruppe gibt es keine offiziellen Zahlen mehr, wie die einzelnen Betriebe abschliessen. Der Verwaltungsaufwand nahm nach dem Zusammenschluss zu, ein schöner Teil davon wird dem Spital Aarberg verrechnet. Was unter dem Strich noch bleibt, weiss ich nicht. Solange wir selbstständig waren, schrieben wir schwarze Zahlen. Jetzt ist es eine Blackbox.

Sie haben in einem Leserbrief geschrieben, dass Zentralisierungen zur Aufblähung der Verwaltung führten, dass die Administration auf Kosten der medizinischen Versorgung grösser würde. Diese Tendenz ist doch überall sichtbar, nicht nur bei Zentralisierungen.

Thomas Ritschard: Das ist leider so. Der Kuchen ist beschränkt. Die Abgeltung pro Fall geht Jahr für Jahr zurück, die Löhne steigen: So wird der Spielraum immer kleiner. Die Arbeit an der Front bekommt dadurch immer weniger Mittel, während der Verwaltungsapparat immer mehr Mittel verschlingt.

Daran ändert die Spitalstandortinitiative nichts.

Thomas Ritschard: Ich bin der Meinung, dass kleinere Spitaleinheiten rationeller arbeiten. Wir haben direkte Wege und brauchen keine Koordinationssitzungen die Geld und Zeit verschwenden. Wir konnten früher manches Problem im Korridor zusammen bereden und erledigen. Jetzt aber muss alles formell geregelt sein mit Sitzungen und Protokollen. Ein Grossbetrieb ist einfach viel aufwendiger.

Die Gegner sagen, die Initiative schränke den Spielraum der Spitäler zu stark ein, um eine wirtschaftliche Spitalversorgung zu garantieren.

Thomas Ritschard: Die Initiative engt den Spielraum der Spitäler insofern ein, dass sie keine Abteilungen mehr schliessen können. Wenn man das beklagt, heisst das, man möchte weiter Abteilungen schliessen.

Es ist doch sinnvoll, Abteilungen zu schliessen, die nicht ausgelastet sind.

Thomas Ritschard: Die Nachfrage ist da. Man muss allerdings die Grösse des Angebotes anpassen. Aber es ist nicht fair, dass man grundsätzlich Angebote in den Randregionen streicht. Beispiel Geburtshilfe in Zweisimmen: Dort hat man die zeitliche Limite für einen Kaiserschnitt gesenkt. Von einer halben auf eine Viertelstunde. Das heisst, vom Entscheid bis zum Schnitt durfte es nicht länger als 15 Minuten dauern. Dieser medizinisch nicht begründbare Entscheid führte zur Schliessung der Abteilung, weil Zweisimmen das nicht gewährleisten konnte. Nun aber müssen die schwangeren Frauen von Zweisimmen nach Thun fahren. Das dauert nun mindestens eine Stunde. Der Bedarf war also da, aber man hat ihn abgewürgt.

Vertreter Ihrer Interessengemeinschaft argumentieren, bei der Schliessung von Regionalspitälern würde der Hausarztberuf weiter an Attraktivität verlieren. Ist das nicht bloss eine unbelegte Behauptung?

Thomas Ritschard: Auf dem Land ist der Mangel an Hausärzten ein Riesenproblem. Die Hausärzte sind heute darauf angewiesen, dass sie im Spital eine Basis haben, die sie unterstützt. In Aarberg haben wir den Hausarzt-Notfalldienst, der von den Hausärzten im Spital zentral geleistet wird. Das entlastet die einzelnen Hausärzte und führt zu interessanten Diensten. Der Nachtdienst wird vom Spital geleistet. Dadurch haben die Hausärzte einen ruhigen Schlaf.

Der Gemeinderat von Aarberg setzt pro Einwohner einen Franken Steuergeld ein, um für die Initiative Propaganda zu machen. Stört Sie das nicht?

Thomas Ritschard: Ich behaupte, dass die Mehrheit der Aarberger unser Spital unterstützt. Auch die Gemeinde profitiert stark vom Spital. Dieses ist der grösste Arbeitgeber. Das Spital erbringt einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen für die Standortgemeinde. Aarberg hat ein grosses Interesse daran, auch in Zukunft eine gute medizinische Grundversorgung vor Ort zu haben.

Die offizielle Abstimmungsbotschaft und Statistiken finden Sie unter bielertagblatt.ch/spital-initiative

Spitalstandortinitiative

• In einer Woche entscheiden die Stimmberechtigten im Kanton über die Spitalstandortinitiative.

• Wird diese angenommen, muss der Kanton die Spitäler an 14 bestehenden Standorten für mindestens acht Jahre aufrechterhalten. Für diese Spitäler wird eine umfassende Grundversorgung vorgeschrieben. Zudem müssten die Geburtenabteilungen in Riggisberg und Zweisimmen wieder eröffnet werden.

• Der Grosse Rat, Wirtschaftsverbände, Spitäler, die etablierten Parteien mit Ausnahme der EDU und die Personalverbände des Gesundheitswesens lehnen die Initiative ab.

• Für eine Annahme der Initiative plädieren die Sektion Bern des Schweizerischen Hebammenverbands und die Gewerkschaft Unia. • Der Verein Berner Haus- und Kinderärzte hat Stimmfreigabe beschlossen.

Ein Abstimmungskampf à la Trump?Das Nein Komitee der Spitalstandort Initiative betreibt eine perfide Kampagne.  Von eine...
19/11/2016

Ein Abstimmungskampf à la Trump?

Das Nein Komitee der Spitalstandort Initiative betreibt eine perfide Kampagne. Von einem Komitee das aus Politikern, Gesundheitsspezialisten und Verbänden bestückt ist, sollten die Bürger mehr Seriosität erwarten können. Das Inserat wo dem Volk bei einer Annahme der Spitalstandort-Initiative mit einer Steuererhöhung gedroht wird, ist für mich sehr perfid. Das erste Inserat war noch mit dem Namen des Präsidenten der BDP Kanton Bern unterzeichnet. Da kann man sich fragen, ob dies die Meinung der Finanzdirektorin ist? Als Mitglied der Finanzkommission habe ich null Verständnis für eine derart unqualifizierte Behauptung.

Die Gegner der Spitalstandort-Initiative haben wohl keine besseren Argumente. Dabei verstecken sie sich hinter der eigenen Untätigkeit. Als Folge der falschen Zentralisierungspolitik mit der Schliessung von 13 kostengünstigen Landspitälern sind die Spital und Krankenkassenkosten im Kanton Bern explodiert und zu den höchsten in der ganzen Schweiz angestiegen. Dies nicht weil die Leute im Kanton Bern kränker wären als in anderen Kantonen. Der Grund ist anders wo zu suchen, der Kanton und die Steuerzahler sind nämlich auch hier willkommene Milch- Kühe. Zurzeit belasten die Spitalkosten den bernischen Steuerzahler mit mehr als eine Milliarde Franken resp. 10 Prozent der Staatsausgaben. Das Budget wird jährlich zwischen 40-50 Millionen überschritten. Bis heute wurde kaum einmal überprüft, wie und wofür die vom Kanton an die Spitäler ausgerichteten Gelder von 55 % verwendet werden. Bei einem JA zur Initiative bekommen Regierung und Politik den Auftrag sofort zu handeln, um eine neue finanzielle Rosskur im finanzschwachen Kanton zu verhindern.
Doch man bekämpft lieber die Spitalstandort-Initiative, welche die dringend notwendigen Einsparungen im Spitalwesen einleiten will. Die Finanzdirektion hat heute schon den Auftrag ein Sparpaket auszuarbeiten. Sorgen wir doch dafür, dass nicht noch einmal bei den Schwächsten, Behinderten, Gebrechlichen und der Bildung gespart wird! Die geforderte Steuersenkung die von Exponenten des Nein Komitees lanciert wurde, kann nämlich nur mit Einsparungen realisiert werden. Dies wohl wiederum auf Kosten der Schwächsten in unserer Gesellschaft.

Daher ist die Spitalstandort-Initiative aus Vernunftsgründen und mit Überzeugung zum Wohl unserer Bevölkerung zu unterstützen.

Grossrat Hans-Jörg Pfister

Spitalstandortinitiative JA - Markus Bieri
18/11/2016

Spitalstandortinitiative JA - Markus Bieri

Statement von Markus Bieri (prakt. Hausarzt) zur Spitalstandortinitiative, über die man im Kanton Bern am 27. November abstimmen wird.

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