26/03/2026
Vorbereitungen für die Ausstellung «Lithium.Baths and Electric Bulbs» mit Anastasia Kubrak
Eine spekulative Archäologie des Lithiumwassers. Die Ausstellung verbindet historische Lithiumbäder mit der industriellen Nutzung des Elements in Batterien und reflektiert so die Schnittstelle zwischen Gesundheit, Energie und Wirtschaft – von der Elektrotherapie bis zur Energiewende.
Die mineralreichen Quellen Badens ziehen seit Jahrhunderten Kurgäste an. Lithium ist eine dieser Heilstoffe, die durch Bade- und Trinkkuren an den belebten Promenaden entlang der Limmat konsumiert werden. Seit seiner Entdeckung im 19. Jahrhundert hat Lithium viele Hoffnungen und Vorstellungen von einer besseren Zukunft geweckt. Zunächst zur Behandlung von Gicht, Depressionen und nervöser Erschöpfung eingesetzt, wurde Lithiumwasser Patienten verschrieben, die unter den Belastungen der Industrialisierung litten. Heute wird Lithium jedoch nicht mehr zur Regeneration des menschlichen Körpers verwendet, sondern zum Antrieb der Batterien von Elektroautos. Als entscheidendes Element der europäischen Energiewende erlebt Lithium ein Comeback mit dem Versprechen einer anderen Art von Heilung.
Die Ausstellung verfolgt die Geschichte des Lithiums über Jahrhunderte hinweg und fragt: Wie entstehen Hoffnungen und Wünsche, die mit bestimmten Substanzen verbunden sind? Die Installation, die im ehemaligen Inhalatorium und Trinkhalle inszeniert ist, konzentriert sich auf den Vorgang der Abfüllung von Mineralwasser, durch den Elemente zu Waren und wertvollen Ressourcen werden. Jede Flasche enthält ein Versprechen, von erhöhter körperlicher Leistungsfähigkeit bis hin zur „grünen“ Gewinnung von Mineralien. Aber was wäre nötig, um diese Wasser wieder zu entflaschen? Könnte das Baden in Lithium eine Strategie des Widerstands gegen die Rohstoffindustrie und eine Praxis sein, um sich andere Zukunftsszenarien vorzustellen?