03/06/2026
Im Vorfeld einer Fachkonferenz sprachen Familien- und Integrationsministerin Claudia Bauer, ÖÄK-Vizepräsident Harald Schlögel und Hilde Wolf von der FGM/C Koordinationsstelle in einer heutigen Pressekonferenz über die Folgen der Genitalverstümmelung.
„Ärztinnen und Ärzte, insbesondere aus den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Kinder- und Jugendheilkunde, haben eine Schlüsselrolle im Erkennen, in der Aufklärung und in der Prävention“, betonte Schlögel. Er verwies darauf, dass die Verschwiegenheitspflicht für Gesundheitsberufe bei der Kenntnis einer vorsätzlichen schweren Körperverletzung wie der weiblichen Genitalverstümmelung endet. Zudem sei bei dem hoch sensiblen Thema das Vertrauensverhältnis zu den Patientinnen sehr wichtig: „Ich bin froh, dass trotz dieses unfassbaren Leids, das Mädchen und Frauen angetan wird, das durch nichts gerechtfertigt werden kann, Anlaufstellen etabliert wurden“, verwies er auf die Fachberatungsstelle und das Infotelefon der FGM/C Koordinationsstelle.
Aus Sicht von Familien- und Integrationsministerin Claudia Bauer brauche es drei Dinge: „Klare gesetzliche Regelungen, gute Präventions- und Bewusstseinsarbeit und kompetente Anlauf- und Beratungsstellen. Entscheidend ist, dass rechtzeitig erkannt wird, wenn Mädchen gefährdet sind, dass betroffene Frauen Unterstützung bekommen und dass Ärztinnen und Ärzte, Hebammen, Pflegekräfte, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Behörden wissen, wie sie handeln müssen.“ Daher wurde auch ein Handlungsleitfaden für Fachkräfte, Behörden und Institutionen erarbeitet und in einem nächsten Schritt die Informations- und Dokumentationspflicht für Ärztinnen und Ärzte im Eltern-Kind-Pass festgeschrieben.
„Wir begrüßen die geplante Dokumentation von FGM/C im Eltern-Kind-Pass – die sensibel gehandhabt werden muss - unter Einbindung von begleitenden Präventionsmaßnahmen und die darin vorgesehene dauerhafte Absicherung der Koordinationsstelle“, ergänzte Hilde Wolf, Leiterin der FGM/C Koordinationsstelle. Sie betonte zudem die Wichtigkeit des Nationalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.
Im Anschluss an die Pressekonferenz begrüßte ÖÄK-VP Harald Schlögel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachkonferenz "Ending FGM/C – What works?".