23/06/2026
Ärztekammer Wien: Opposition bündelt Kräfte und gründet neue Fraktion
Vier oppositionelle Listen schließen sich zu einer gemeinsamen Fraktion zusammen. Die „Allianz Neue Kammer“ hat nun 15 Mandate – um eines mehr als die Liste von Präsident Johannes Steinhart.
Bei der im nächsten Jahr stattfindenden Wahl in der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien wird eine gegründete neue Fraktion antreten.
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Bei der im nächsten Jahr stattfindenden Wahl in der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien wird eine gegründete neue Fraktion antreten. Clemens Fabry
23.06.2026 um 11:35
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Köksal Baltaci
von Köksal Baltaci
Nach den jüngsten Turbulenzen in der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien inklusive gescheitertem Misstrauensantrag gegen Präsident Johannes Steinhart machen vier oppositionelle Listen gemeinsame Sache und gründen die „Allianz Neue Kammer“. Die Reformfraktion, wie sie sich nennt, setzt sich zusammen aus den Listen grün med+, Asklepios Union, Initiative Neue Kammer (INK) und Kammer light. Damit soll ein Gegengewicht zur ÖVP-nahen Ärztevereinigung von Steinhart mit derzeit 14 Mandaten und dem SPÖ-nahen Team Szekeres des Ex-Präsidenten Thomas Szekeres mit 21 Mandaten hergestellt werden.
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Die „Allianz Neue Kammer“ verfügt nämlich über 15 (der insgesamt 89) Mandate in der Kammer und ist damit zweitstärkste Kraft. Die nächsten Wahlen finden planmäßig im März 2027 statt. Wer als Präsidentschaftskandidat der neuen Fraktion antreten wird, steht noch nicht fest. Bis auf Weiteres ist Asklepios-Obfrau Anna Kreil das Gesicht nach außen und auch die Sprecherin. Im Falle eines Wahlsiegs wolle man für eine etwaige Koalition „prinzipiell mit allen reformorientierten Fraktionen reden“.
„Wir wollen gemeinsam die Wiener Ärztekammer zu einer modernen und effizienten Servicestelle für unsere Kolleginnen und Kollegen weiterentwickeln. Unser Fokus liegt auf einer kompetenten Beratung und Unterstützung unserer Mitglieder in beiden Kurien (angestellte und niedergelassene Ärzte, Anm.), einer weiteren Reformierung des Wohlfahrtsfonds und auf einem ressourceneffizienten Einsatz der Mittel“, sagt Kreil zur „Presse“. Eine nachhaltige Weiterentwicklung des Gesundheitssystems gelinge nur im Dialog zwischen Politik, Gesundheitsberufen, Wissenschaft und den Menschen, die das System nutzen. „Wir wollen, dass die Expertise der Wiener Ärztekammer dabei hilft, Lösungen zu entwickeln, die fachlich fundiert, umsetzbar und patientenorientiert sind. Unsere Aufgabe ist es, mit Engagement, Weitblick und Kommunikationsgeschick wieder ein ernst zu nehmender Partner für weitere Entwicklungen im Gesundheitssystem zu werden."