12/05/2025
Nein.
Der MedAT ist keinesfalls perfekt, das ist uns allen bewusst. Aber er ist derzeit das fairste Instrument, um mit den vorhandenen Ressourcen einen möglichst objektiven Zugang zum Studium zu ermöglichen. Wir als WUM machen uns bereits seit Jahren in der ÖH für eine breitere und niederschwellige Verfügbarkeit an kostenfreien Übungsmöglichkeiten stark und werden das weiter tun - gegen soziale Selektion durch teure Vorbereitungskurse!
Den MedAT abschaffen, das klingt alles so einfach. Doch es wird leider keinen Millimeter weiter als bis zur Nasenspitze gedacht.
Uns geht es um die Qualität in unserem Studium und eine hochwertige Ausbildung danach. Aktuell muss an der MedUni Wien niemand auf Praktikums- oder Prüfungsplätze warten, wir werden in Kleingruppen unterrichtet und jede:r, die:der eine Vorlesung besuchen möchte, kann das auch tun. Wir haben weder Knock-Out-Prüfungen noch Konkurrenzkämpfe um Sitzplätze in Lehrveranstaltungen.
Auch im internationalen Vergleich ist Österreich ganz vorne dabei, was die Ärzt:innendichte anbelangt. Fast nirgendwo werden mehr Mediziner:innen pro Kopf ausgebildet als in Österreich.
Doch schon in der Basisausbildung beginnen die Wartezeiten, aktuell sind es in Wien 22 Monate. Wie die postgraduelle Ausbildung bei einer Vervielfachung der jährlichen Absolvent:innen aussehen würde, ist uns hoffentlich allen klar. Auch Famulaturen und Praktika im Rahmen des Studiums (5. Jahr, KPJ) wären für eine so große Anzahl an Studierenden schlichtweg nicht mehr möglich. Wollen wir wirklich ein Studium, wo Ellbogentechnik nötig ist um in die Vorlesung zu kommen, wo wir ohne praktische Erfahrung in die Arbeitswelt entlassen werden und alles in allem eine schlechte Ausbildung bekommen?
Nein, nicht mit der WUM. Den MedAT abzuschaffen und jährlich potenziell 7.000 Erstsemestrige alleine an der MedUni Wien zum Studium zuzulassen ist mit Sicherheit nicht die Lösung der Probleme im Gesundheitssystem. Weder die Lösung, noch ein Schritt in die richtige Richtung.
Darum vom 13.5.-15.5. WUM wählen, damit die Qualität in unserem Studium keinen reißerischen Wahlversprechen zum Opfer fällt.
Quelle: ORF | © Österreichischer Rundfunk