Die Monarchisten - Schwarz-Gelbe Allianz

Die Monarchisten - Schwarz-Gelbe Allianz Willkommen auf der offiziellen SGA-Facebookpräsenz! Homepage: http://sga.monarchisten.org eine Monarchin als Staatsoberhaupt.

Wir stehen als demokratische, politische Gruppierung für die Neugestaltung Mitteleuropas und die umfassende Reform des politischen Systems in Österreich. Willkommen auf der offiziellen Facebook-Präsenz von
Die Monarchisten - Schwarz-Gelbe Allianz! Wir sind die demokratische Alternative zu den republikanischen Parteien. Unsere im "Artstettener Manifest" veröffentlichten vier Prinzipien sind Monarc

hie, Demokratie, Mitteleuropa und Toleranz. Unter diesen Vorzeichen stehen wir für eine Aufwertung der Demokratie und eine Reform des politischen Systems in Österreich. Als äußeres Symbol dieses Erneuerungsprozesses sehen wir einen Monarchen bzw. Des Weiteren erkennen wir die Vereinigung des Donauraumes als Chance mit den Großen in der EU langfristig politisch und wirtschaftlich mithalten zu können. Wir treten daher für eine auf Toleranz beruhende Verbindung der Nachfolgestaaten der Donaumonarchie ein. Unterstützen kannst du uns hier:
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12/04/2020

Ein frohes und gesegnetes Osterfest

10/09/2019

10. September 1919 Unterzeichnung des „Friedensdiktates“ von St. Germain:
Bereits im Mai 1919 reiste eine österreichische Delegation nach Paris, um einen Friedensvertrag nach dem 1. Weltkrieg für das neue kleine Deutsch-Österreich, das sich nunmehr Republik nannte, heimzubringen. Es sollte jedoch ein „Diktatfrieden“ werden. Den Repräsentanten wurde nach monatelanger Wartezeit ein fertiger Vertragsentwurf, der nicht mehr geändert werden sollte, überreicht. Nicht Kaiser Karl, Souverän und oberster Heeresführer des Kriegsteilnehmers Österreich-Ungarn wurde am 10.9.1919 zur Unterschrift gebeten, sondern der ehemalige k.u.k. Offizier Karl Renner, nun Staatskanzler des neu kreierten Kleinstaates, namens Republik Österreich.
Heute vor 100 Jahren wurde der sogenannte Friedensvertrag von Saint-Germain (Vorort von Paris) unterzeichnet. An der Entstehung des 300 Seiten starken Vertragswerkes wurde Österreich die Mitarbeit daran nicht eingeräumt. Der österreichischen Delegation war es nicht einmal erlaubt, die Villa in der Nähe des Schlosses Saint Germain, in welcher sie untergebracht war, von den Siegermächten unautorisiert physisch zu verlassen. Unter diesen psychisch erdrückenden Umständen der Erniedrigung und Unfreiheit, hingen Karl Renner, der noch bei seiner Abreise vom Wiener Westbahnhof vom baldigen Anschluss Deutsch-Österreichs an Deutschland träumte, und seine knapp 40 Delegationsmitglieder von Mai bis September sinnlos herum.
Hi**er und Stalin wären Europa erspart geblieben
Aufgrund des quasi Hausarrests war ihnen jegliche Möglichkeit genommen, mit Mitgliedern von Delegationen der alliierten Siegermächte ins Gespräch zu kommen und auf die schreienden Ungerechtigkeiten vor Ort gegenüber Österreich im Prozess der sog. Friedensverhandlungen, aufmerksam zu machen. Interessant ist hier, dass die USA diesen Vertrag niemals unterzeichneten. Der bekannte Historiker der Universität Wien, Prof. Lothar Höbelt, zitiert in diesem Zusammenhang gerne einen russischen Fürsten und Berufskollegen, der in England lehrt, dass „wenn es ein Verbrechen der Mittelmächte war, diesen Krieg zu beginnen, dann war es ein mindestens ebenso großes, ihn nicht zu gewinnen – weil Europa sonst viel erspart geblieben wäre, Hi**er und Stalin inklusive.“
Zertrümmerung der europäischen Ordnung
Aber es ist wichtig, sich konkret vor Augen zu führen, was dieser Vertrag tatsächlich bedeutete, und was die politisch ungeschulten und verhandlungstechnisch unerfahrenen Leute inkl. Karl Renner zu schlucken hatten, nämlich die völlige Zertrümmerung des 56 Mio. Einwohner zählenden geeinten Mitteleuropa unter der k.u.k. Donaumonarchie, die ein Musterbeispiel für eine gut funktionierende Staaten-Föderation, wie es die EU unter anderen verfassungsrechtlichen Vorgaben seit langem versucht zu sein. Bei durchaus berechtigter Nichtakzeptanz wurde ihnen militärische Gewalt auf dem Gebiet des kleinen heutigen Österreich angedroht.
Frankreich rächte sich am Hause Österreich
Architekten des historisch rücksichtslosen Vertrages waren u.a. US Präsident Woodrow Wilson, der britische Premier David Lloyd George und ganz besonders gegen Österreich eingestellt, Georges Clemenceau, Staatspräsident von Frankreich, das während des ersten Weltkriegs heftig gedemütigt worden war in den Schlachten um Verdun bis hinein in die Ardennen. Abgesehen von Ungarn und seinen Kronländern (Oberungarn = Slowakei, Bukowina, Kroatien, Woiwodina, Siebenbürgen), war dem Kaiser- und Königreich der Habsburger Böhmen, Mähren, Schlesien, das Sudentenland, Galizien, nördliche Teile von Niederösterreich (Brünn, Iglau, Olmütz), südliche Teile Kärntens (Kanaltal) und der Steiermark (Slowenien), die Krain bis Triest, sowie Istrien (P**a), wodurch Österreich zum Binnenstaat reduziert und bis heute am schmerzlichsten: - Südtirol genommen wurde. In Anbetracht seiner geopolitischen Tat hat Clemenceau über die zur Briefmarkengröße geschrumpften, damals überlebensunfähigen, neuen Alpenrepublik mit Lächeln gesagt: „Le reste c‘est l’Autriche“ (der Rest ist Österreich).
Die vielen Sieger gegen das kleine Österreich
Rückblickend erscheint es heute geradezu lächerlich, dass dem, zu einem Neuntel reduzierten ehemaligen Österreich die Alleinschuld mit der Auflage von Reparationszahlungen (wurden nicht geleistet) erteilt wurde, zumal die neu gegründete Tschechoslowakei zu den Siegermächten gezählt wurde, obwohl sie die industrielle Kriegskammer Österreich-Ungarns war. Zu den Unterzeichnern des Vertrages gegen Österreich-Ungarn schmuggelten sich zuletzt, als Österreich den Krieg bereits verloren hatte, in die tatsächlichen Kriegshandlungen niemals involvierte exotische Länder, wie Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Ecuador, Guatemala, Haiti, Honduras, Liberia, Nicaragua, Panama, Peru, Siam, Uruguay. Nicht zuletzt erhofften sie, am möglichen Siegerkuchen mit zu naschen.
Plünderung des Kunsthistorischen Museums
Tatsächliche Reparationszahlungen zu leisten war das neue republikanische Österreich mit seinen 6,5 Mio. Einwohnern und der völlig darniederliegenden Industrie ohnehin nicht. Ebenso ungerecht und unrichtig war das Verhalten des einstigen Verbündeten, Italien. Von dort kamen Lastwägen nach Wien und entwendeten ihre Mannen viele italienische Meisterwerke aus dem Kunsthistorischen Museum der Habsburger als Kriegsbeute. Sie wussten, dass es defacto keine Polizei, kein Militär und keine effektive Autorität gibt, welche den Raub hätte verhindern können. Die Kunstwerke wurden bis heute nicht retourniert.

Habsburg und Adel fehlten und fehlen in der Politik
Auch wenn das, am 10. September 1919 unterzeichnete „Friedensdiktat“ von St. Germain heute als Teil der Verfassung zum scheinbar unabänderlichen Fixpunkt in der Genetik der meisten Österreicher dasteht, stellen die Mitglieder der Schwarz Gelben Allianz (Österreichs monarchistische Bewegung) mit Bedauern fest, dass dem Verhandlungsteam um Karl Renner die am internationalen ¬Parkett und historisch versierten Habsburger fehlten. Es kann mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, dass die Verbindungen quer durch Europa, welche von den Habsburgern über Jahrhunderte aufgebaut und für Österreich immer günstig eingesetzt wurden, auch in Saint Germain und Trianon (ungarisches Friedensdiktat) gefruchtet, nicht zuletzt sich sozial- und geopolitisch positiv ausgewirkt hätten. Es ist aus heutiger Sicht völlig unverständlich, dass die landauf landab vorhandene Ressource fähiger, adeliger, sprachgewandter Köpfe mit wertvollen internationalen Beziehungen, in Zusammenarbeit mit dem Hause Österreich, nicht genutzt wurde.
Die SGA setzt daher große Hoffnungen auf die zukünftige Politik, die dann im Personalmanagement doch auf die, im Adel und Großbürgertum über Jahrhunderte anerzogenen und ausgeprägten Qualitäten in nobler Eleganz, menschlichen Umgangsformen, sowie der Balance zwischen Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit, Maßhaltung und vorgelebten Bescheidenheit zurückgreift.

29/05/2019

Presseaussendung:
Österreich auf der Suche nach Identität

In Österreich spielt sich zurzeit ein politisches Drama ab, welches zwar verfassungsrechtlich abhandelbar ist, aber gleichzeitig politische Karrieren beendet oder zumindest für die absehbare Zukunft stark beeinflussen wird. Was die innenpolitische Krise allerdings deutlich macht, ist die Identität, welche den acht Millionen Österreichern aus aller Herren Länder der alten Donaumonarchie seit 100 Jahren zu fehlen scheint.

„…und der Rest ist Österreich.“ Mit diesen Worten machte sich der linksbürgerliche französische Ministerpräsident Georges Clemenceau (Parti radical) lustig über die, von der großen mitteleuropäischen Doppelmonarchie der Habsburger übrig gebliebenen nunmehrigen Alpenrepublik. Nur eine kleine Anzahl von Politikern, welche eines paneuropäischen Verständnisses fern waren, entschieden sich für die Republik Deutsch-Österreich und das, in bewundernder Emulation Deutschlands, wogegen sich alle nachfolgenden Generationen bis heute verwehren, nicht zuletzt wegen des von Hi**er gewaltsam durchgesetzten Anschlusses an Deutschland 1938.

Volk wurde nicht befragt
Nirgendwo gab es nach dem 1. Weltkrieg Volksabstimmungen, welche die neue Staatsform legitimierten und waren die politischen Köpfe der zur Monarchie gehörenden Länder sicher großteils verunsichert, wenn nicht verwirrt, nachdem es kein überparteiliches Staatsoberhaupt für alle Interessen der einzelnen Nationen gab. Für den übrig gebliebenen Alpenfleck, auch genannt „Rumpf Österreich“, wurden mit der forcierten Absetzung Kaiser Karls und der völligen Entmachtung des jahrhundertelang erfolgreich regierenden Hauses Österreich eine Schlagader der stolzen, groß-österreichischen Identität abgedrosselt. Dies, ganz unabhängig von den nationalistischen Strömungen in den einzelnen Ländern, wie Böhmen, Mähren, Slowakei (Oberungarn), Ungarn mit Siebenbürgen, Slowenien, Kroatien und der Rest des späteren Jugoslawiens (Bosnien und Herzegowina, die serbische Vojvodina), welche eine gehörige Mitschuld am Zerbrechen des vereinten Mitteleuropa hatten, Teile Polens (Westgalizien), der Ukraine (Ostgalizien), Norditaliens (Südtirol, Friaul, Venetien, Triest).

Sinnlose Ideologien mit hohem Blutzoll
Es entstand ein riesiges Machtvakuum, in welchem alle möglichen Ideologien zu bösen Parteiapparaten ausarteten, um sich nach Millionen von Toten schließlich selbst wieder abzuschaffen (Kommunismus, Faschismus, Nationalsozialismus und Sozialismus, die etwas demokratischere Form des Kommunismus). Aus diesen historischen Begebenheiten hat sich einerseits eine multiethnische Volksgruppe ergeben, wie es die unterschiedlichen Namen im Wiener Telefonbuch verdeutlichen, andererseits aber eine Bevölkerung ohne klare Identität und ohne Stolz auf das einstmals große Vaterland und seine Geschichte.

Verleugnung der Geschichte
Ein weiterer Fakt, der nicht zu übersehen ist, besteht in dem seit 100 Jahren betriebenen klein-bürgerlichen und proletoid betriebenen, bis zur Verleumdung reichenden Hasses gegen Habsburg und den österreichischen Adel (Habsburger- und Adelsaufhebungsgesetze) und damit auch gegen die österreichische Geschichte, welche von genau diesen Leuten, die sich ihres bedeutenden Erbes unverändert bewusst sind, groß und geprägt wurde. Die Verleugnung der eigenen Geschichte bedeutet selbstverständlich einen großen Verlust an Identität. Kein Engländer, Franzose, Italiener oder selbst ehemaliger Jugoslawe würde seine jeweilige Landesgeschichte mit Freude und pseudo-Wissenschaftlichkeit schlecht reden, wie das in Österreich üblich ist, sowohl in schulischen Lehrplänen, wie auch in den einschlägigen akademischen Fächern von Hochschulen und Universitäten. In Anbetracht der negativen Folgen dieser allgemeinen Einstellung, sei an das berühmte Wort Otto von Habsburgs erinnert: „Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß nicht, wohin er geht, weil er nicht weiß, wo er steht.“

Macht der Medien
All dieses Gedankengut lässt den Schluss zu, dass auch die zurzeit so wichtige (?) Regierungskrise Österreichs, ausgelöst durch ein peinliches Video mit dummen Äußerungen von betrunkenen Politikern, zum Vehikel gemacht wurde, um die Koalitionsregierung (ÖVP, FPÖ) zu beenden und ihren international erfolgreichen Kanzler zu stürzen. Die Inhalte des vor über zwei Jahren aufgenommenen Gespräches von damaligen Oppositionspolitikern, die von effektiver Bedeutungslosigkeit waren und es bis heute geblieben sind, werfen kein schönes Licht auf die unglücklich unsägliche Macht der Medien und ihre oftmals negative Beeinflussung der Politik auf allen Ebenen.

Van der Bellen nur politisch korrekt
Unübersehbar stellt sich die Frage, wie Politiker von diesem Kleinformat überhaupt so „mächtig“ werden können. Unabhängig vom medialen Hochgespielt-Werden solcher Zwerge in allen Parteien, scheint es (nicht nur im republikanischen Österreich) an echten Persönlichkeiten in der politischen Führungsetage zu fehlen. Die Performance des momentanen Bundespräsidenten in dieser Krise verläuft zwar politisch korrekt, aber nicht im Stil eines Staatsmannes, der für die weitere Entwicklung des österreichischen Polit-Spektrums tonangebend wäre. Im In- und Ausland wird VdB mit herablassendem Lächeln goutiert, wie es ein namhafter deutscher Beobachter sagte: „Habe nicht gewusst, dass Ihr Euch von Spiegel und Süddeutscher regieren lasst.“

Das Volk vor seinen Politikern schützen
Weshalb der Ruf nach einer politischen Elite bis hin zu einem überparteilichen und nicht abwählbaren Monarchen als Staatsoberhaupt immer gerechtfertigter zu werden scheint. Die Funktion eines weit über parteipolitischen Interessen verhafteten Monarchen, blitzte im Jahre 1908 eindrucksvoll auf, als US-Präsident Theodore Roosevelt, der die enormen technischen Entwicklungen und Einrichtungen der Donaumonarchie besucht und bewundert hatte, den charismatischen Kaiser Franz Josef zu dessen 60-jährigen Regierungsjubiläum fragte, was seine Aufgabe eigentlich sei, zumal ohnehin alles gut funktioniere: „Meine Aufgabe ist es , meine Völker vor ihren Politikern zu schützen.“ Genau dieser US-Präsident sagte später, dass er in Europa nur einen einzigen interessanten Politiker traf: „Seine Majestät Kaiser Franz Josef I.“ Vielleicht hätte ein verfassungsrechtlich abgesicherter Habsburger als Monarch uns Österreicher vor dem Ausbruch des momentanen, kleinkarierten, parteipolitischen Gezänkes mit Sturz der Regierung mit einem sanften, aber souveränen Machtwort bewahrt.

Kongress im Herbst
Natürlich stellen sich hier die Fragen „wer? was? wann? wo? und wie?“. Vielleicht gibt es dazu richtungsweisende Referate beim bereits 2. Europäischen-Monarchisten-Kongress, welcher erneut in Wien am 9. November (2019) geplant ist und s ich primär mit dem genau 100 Jahre alten Thema „Die Pariser Vorstadtverträge – Friedensverträge?“ befasst.

gez. P. St. (Graf Peter zu Stolberg-Stolberg)

Rückfragen: Schwarz-Gelbe Allianz, SGA. E-Mail: [email protected]

Vortrag: Adel und Anschluss vom 26. Mai 2018 in Salzburg:Am 12. März 2018 jährte sich die de-facto-Annexion Österreichs ...
06/06/2018

Vortrag: Adel und Anschluss vom 26. Mai 2018 in Salzburg:
Am 12. März 2018 jährte sich die de-facto-Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich bereits zum 80. Mal. Am 21. März in Wien und am 26. Mai im Haus Wartenberg in Salzburg hielt zu diesem Anlass S.Erl. Peter Graf zu Stolberg-Stolberg einen Vortrag mit dem Titel „Adel und Anschluss“ und sprach dabei über den Widerstand der Aristokratie im Dritten Reich.
Peter Graf zu Stolberg-Stolberg, Ururenkel S.M. Kaiser Franz Josephs I., Lobbyist, PR Manager und Kanzler des Alten Ordens vom St. Georg (Orden der Vier Römischen Kaiser) stellte gleich zu Beginn klar, dass es nach dem Anschluss gar kein Österreich als solches mehr gab – das Alpenland wurde bekanntlich in „Ostmark“ umbenannt und Teil des Deutschen Reiches mit Berlin als Hauptstadt. Ebenso wurde die politi¬sche Elite von heute auf morgen eine andere, welche die vorherge¬hen¬de Administration und die politische Regierung nicht nur von ihren Ämtern hinauswarf, sondern bis zur Sippenhaftung verfolgte. Diese Fakten, so Stolberg, werden von heutigen Historikern leider gerne verschwiegen.
Stolberg erläuterte die, mit Ende der Monarchien in Deutschland und Österreich 1918 eingetretene, unklare, wenn nicht seltsame Situation, in welche der, über Jahrhunderte regiert habende Adel plötzlich geraten war. Mit Auflösung des Fideikommiss (schließlich durch Hi**er), hatten die Nachgeborenen Erbrechte erhalten, welche sie oft dazu verleiteten, erneut politisch aktiv zu werden. Nicht zuletzt, um die, nach dem 1. Weltkrieg verloren gegangenen Rechte und ihre politische Dominanz wieder zu erlangen. Aber abgesehen von diesen erfolglos gebliebenen, wirtschaft¬lichen Spekulationen, gab es geistig, philosophisch keinen „Anschluss“ mit den Nationalsozialisten, so Stolberg.
Zu den Geschichten des Widerstandes gegen die N***s, zählte er bekann¬te Namen, wie Claus Graf von Stauffenberg, die Fürsten Ernst und Max von Hohenberg, Baron Hans Karl Zeßner-Spitzenberg, Erwin Lahousen von Vivremont, Prinz W***y von Thurn und Taxis, Kurt Graf von Strachwitz, sowie Josef und Helene Grafen von Trauttmansdorff auf, von denen viele ihren Mut mit ihrem Leben bezahlen mussten. Aber auch, wie das Kaiser¬haus im Wider¬stand u.a. mit den Brüdern Otto und Felix von Habsburg scheiterte und warum es den sogenannten „Prinzenerlass“ gab.
Eher unbekannte Berichte, wie über den österreichischen Botschafter in London, Georg Freiherr von und zu Franckenstein, erzählte der Graf ausführlich: „Der Botschafter verlor unmittelbar nach dem Anschluss seine diplomatische Funktion (die Ostmark war kein souveräner Staat mehr) und wurde von Hi**ers Schergen in London aufgefordert, seine Koffer zu packen und ihnen die Schlüssel der prachtvollen, als Kulturzentrum geltenden, österreichischen Botschaft zu übergeben. Er refüsier¬te, dies zu tun, nicht zuletzt in der Hoffnung, dass sich dies alles in Wien noch einmal ändern würde. Aber sie ließen nicht locker, worauf er mit ihnen vereinbar¬te, sich irgendwo an der Themse in London zur juristischen Schlüsselüber¬ga¬be zu treffen. Als sie sich nun gegenüber standen, sagte er ihnen: „Sie haben schon mein Heimatland mit Gewalt eingenom¬men, Sie werden das auch mit der österreichischen Botschaft tun müssen, da ich nicht bereit bin, Ihnen die Schlüssel zu übergeben.“ Dabei drehte er sich um und warf alle Schlüssel in hohem Bogen in die Themse.
Bekannt, auch wegen seiner schneidigen Predigten gegen die N***s, als „Der Löwe von Münster“ in die deutsche Geschichte eingegangen, war Bischof Clemens-August Graf von Galen. Stolberg erzählte die Anekdote: „Bei einem öffentlichen Auftritt des, für Westfalen zuständigen Gauleiters, sprach dieser über die Feigheit und Illoyalität adeliger Herren aus guten Häusern, die sich aufgrund ihrer priesterlichen Berufung weigerten, Kinder für das Vaterland zu zeugen. Galen, als Vorsitzender des katholischen Bistums, stand auf, ergriff das Wort und sagte laut, er verbitte es sich, so über seinen Führer zu reden... Lautes Gelächter brach aus und die Veran¬stal¬tung musste hastig beendet werden.“
Auch aus der unmittelbaren Familie konnte Graf Stolberg eine Geschichte erzählen. Über seinen Großvater, Graf Bernhard Stolberg, der als Gouverneur zwischen 1926 und 1937, in den damals erschienenen Heften des Alten Ordens vom St. Georg einige Artikel und Aufsätze gegen Hi**er, seine Ideologie und Politik publizierte. Der Orden wurde deshalb 1936 schon in Deutschland und 1938 in Österreich verboten, gleichwohl sich seine vielen Mitglieder weiter-hin im Geheimen trafen und politisch austauschten. Er büßte dafür mit regelmäßigen Verhaf-tun¬gen, speziell um des Führers Geburtstag, dem 20. April herum, weil die Nationalsozialis¬ten eben Angst hatten vor dem öffentlichen Einfluss eines wortgewaltigen Adeligen.
Zusammenfassend merkte Stolberg an, dass, abgesehen von ein paar unrühmlichen Ausnahmen, die es in allen Gesellschaftsschichten gab und gibt, die Aristokratie mit dem durchwegs mediokren Personal des 3. Reiches nichts gemein hatte. Man lebte und lebt bis heute nach völlig anderen Tugenden, woraus sich ganz automatisch eine ursächliche Abnei-gung zu den linken (!) Nationalsozialis¬ten eingeschlichen hatte. Man war sich schlichtweg unhomogen und ging sich aus dem Weg. „Weis¬heit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, aber auch Demut, menschlicher Respekt und Mäßigung wurden und werden in vielen Adels¬häusern bis heute beige¬bracht, vorgelebt und an die nächsten Generatio¬nen weitergegeben. Die altherge-brach¬¬te adelige Tugend der Beschei¬denheit im Auftritt war dem egomani¬schen Emporkömm-ling und Kleingeist aus Braunau am Inn, sowie seinen ideologischen Anhängern, ganz sicher nicht geläufig, so Stolberg abschließend.
Bei Interesse ist Peter Graf zu Stolberg-Stolberg gerne bereit, seinen Vortrag in gewünschten Locations zu wiederholen.
Rückfragen bitte an: [email protected]
Foto: © Schwarz Gelbe Allianz

Rendezvous mit China im DommayerAuf Anfrage aus Peking kamen in der vorigen Woche zwei chinesische Journalisten und befr...
08/04/2018

Rendezvous mit China im Dommayer
Auf Anfrage aus Peking kamen in der vorigen Woche zwei chinesische Journalisten und befragten die Obfrau der österreichischen Monarchisten (im Bild mit Peter Graf zu Stolberg-Stolberg) nach dem vorstellbaren Aufblühen eines Vielvölkerstaates in Mitteleuropa nach Vorbild der Habsburgischen Donaumonarchie. Der Ort des Treffpunktes war das Kaffee Dommayer in Wien-Hietzing.
Grund dafür schien, dass auch im Reich der Mitte mit seinen vielen unterschiedlichen Völkern die Frage nach der historischen Person des Kaisers von China immer öfter gestellt wird. Besonders interessiert waren die beiden zu erfahren, warum Österreich im Gegensatz zu Deutschland nach Zerschlagung der Monarchie einen anderen Weg für ihre politische Elite unter anderem mittels der Habsburgergesetze einschlug, hier insbesondere mit dem Adelsverbotsgesetz, das bis heute künstlich und durch eine laufend betriebene politische Hetze, dies vor allem von links, gegen das Haus Österreich (Habsburg Kanibalismus) aufrecht erhalten wird. Nichts desto trotz wollten die asiatischen Gäste wissen, ob wir einen Superstaat mit Deutschland planen (Anm. zusätzlich mit den ehemaligen Monarchieländern), was wir aus großösterreichischem Selbstverständnis heraus ablehnten.
Die Obfrau war daher um Aufklärung bemüht – nicht nur zum Thema Diskriminierung der Familie Habsburg und des gesamten Adels in Österreich, sondern auch der nachbarschaftlichen Beziehungen zu Deutschland. Die geplante möglichst enge Kooperation mit den ehemaligen Monarchieländern, wie Tschechien, Slowakei, Ungarn, Triest und Südtirol war für die Journalisten selbstverständlich.
Interessant war wiederrum für die SGA, dass ein kommunistisch geführtes Land einen Artikel über die Monarchie zu veröffentlichen erlaubt. Dankbar notierten die ausländischen Gäste unsere Buchvorschläge „Die Schlafwandler“ (Christopher Clark) und „Der Staat im dritten Jahrtausend“ (Fürst Hans-Adam II von Liechtenstein).
Abschließend ist zu hoffen, dass China unsere Monarchiebestrebungen nicht nur publiziert, sondern auch anerkennt und – diesmal ausdrücklich erwünscht - kopiert!
©Foto: Schwarz Gelbe Allianz

Presseaussendung: Österreichs Chancen zwischen Brexit und VisegrádMit dem Austritt Großbritanniens - nach Angaben der br...
12/03/2018

Presseaussendung: Österreichs Chancen zwischen Brexit und Visegrád
Mit dem Austritt Großbritanniens - nach Angaben der britischen Regierung am 29. März 2019 um 23 Uhr britischer Zeit – aus der europäischen Union, eröffnen sich für Österreich durchaus interessante Zukunftsperspektiven. Auch warten die Visegrád Staaten auf eine innovative politische Kraft, die einen ihnen politisch gangbaren Weg zeigt.
DI Dr. Ulrich Habsburg-Lothringen, Land- und Forstwirt, Sachverständiger in Fischerei, Wald- und Forstwirtschaft, Hölzer und Holzgewinnung, ehemaliger Gemeinderat in Wolfsberg sprach am 4.3. in Innsbruck über die sich ergebenden Chancen unseres Landes nach dem Brexit und als Eventualmitglied mit Vorbildfunktion bei den sogenannten Visegrád Staaten.
Dr. Habsburg erinnerte in seinem Vortrag an die geschichtliche Verpflichtung Österreichs eine enge Zusammenarbeit mit den vier Ländern Slowakei, Tschechien, Ungarn, Polen anzustreben und zusätzlich mit Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien eine Aktionsgemeinschaft mit Namen „Temeswar“ anzudenken. Temeswar, 2021 Kulturhauptstadt Europas, liegt im rumänischen Banat und unsere heimische Wirtschaft ist dort bereits kräftig vertreten. Hier könnten dann insgesamt 24 % der EU-Bevölkerung (Anm. ohne Großbritannien) ihre Vorstellungen und Wünsche gebündelt und daher besser koordiniert in Brüssel vor- und durchbringen.
Brexit: Ohne Großbritannien wird sich der deutschsprachige Teil der Bevölkerung in der Europäischen Union auf 31 % erhöhen. Österreich profitiert hier nicht nur mit Sprache, wie auch sein Nachbarland Deutschland, sondern kann seine Erfahrung im Umgang mit Kulturvielfalt nützen.
Dr. Habsburg erwähnte in seinem Referat auch die geschichtliche Verbundenheit Österreichs mit weiten Teilen der EU bis hinauf in das heutige Belgien, wie z.B. vor beinahe 500 Jahren durch die dortige habsburgische Statthalterin Margarethe von Parma, Tochter Kaiser Karl V. Die Stadt gehörte damals zu den österreichischen Niederlanden.
Nicht zu vergessen, dass Österreich nach dem Brexit auch geographisch innerhalb der Europäischen Union wieder, wie schon zu Kaisers Zeiten, in den Mittelpunkt rückt und beispielsweise seine Verkehrsnetze florieren werden. Schon jetzt sind Hochgeschwindigkeitszugverbindungen nach Bratislava u.w. geplant. Österreich als pulsierendes Herz der Europäischen Union erinnert an Wien als Schmelztiegel der k.u.k. Monarchie.
Ebenso werden sich nach dem Austritt der Briten die Machtverhältnisse verändern, hier könnte Österreich zumindest mit Hilfe Visegráds eine dritte Machtachse bilden, um so auch endlich wieder aus seiner politischen Nebenfahrbahn herauszutreten.
Schlussendlich werden sich mit dem Brexit auch die seit 1945 von Großbritannien und den USA aufgezwungenen Transatlantizismen verringern und einer kontinental-europäischen Perspektive Platz machen.
Es ist zu hoffen, dass Österreich mit und durch seine neue Regierung durchaus in der Lage ist, rechtzeitig Chancen zu erkennen und mutig genug, sie zu ergreifen.

09/03/2018

"Das politische Ethos, dass man ein hohes Amt annimmt, um dort ein paar Jahre lang opferbereit und nach bestem Wissen und Gewissen für die Republik zu arbeiten, ist fast gänzlich verloren gegangen.

Österreich wird heute weitgehend von Glücksrittern und Egoisten regiert. Und von Schönwetterpolitikern, die sofort untertauchen, wenn es unangenehm wird. Aus dieser tragischen Situation einen Ausweg zu wissen, wäre tröstlich."

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http://www.salzburg.com/nachrichten/kolumne/standpunkt/sn/artikel/politiker-denken-nur-noch-an-sich-selbst-94720/

07/03/2018

Am 4.3. referierte DI Dr. Ulrich Habsburg-Lothringen in Innsbruck. Auf vielfachem Wunsch posten wir vorerst auch sein Konzept/Manuskript. In wenigen Tagen folgen Zusammenfassung und auch Presseaussendung:
Österreichs Chancen zwischen Brexit und Visegrád
Innsbruck 4.3.2018

Innsbruck, ein geschichtsträchtiger Ort, Kaiser Maximilian I starb vor 499 Jahren, seine Enkelkinder begründeten das Weltreich der Habsburger. Böhmen und Mähren sowie Ungarn inklusive der Slowakei kamen durch die Doppelhochzeit seiner Enkelkinder mit der Jagiellonen Familie und den Tod des Königs bei der Schlacht von Mohacs zu Österreich (Ferdinand I), Enkel Karl V regierte in Spanien.
Im Herbst 2017 war das Thema Osterweiterung der EU für Österreich noch weitgehend unbekannt; BP-Kandidat Hofer erwähnte Visegrád bei seiner Präsidentschaftskampagne, wurde dafür aber abgekanzelt.
Van der Bellen, ist auch sozusagen ein „inkulturierter“ Osteuropäer, wie viele unserer Mitbewohner aus den Nachfolgestaaten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.
Sie bauten Wien als Weltstadt auf, das heute 100 Jahre feiert, als Hauptstadt einer kleinkarierten Republik mit ebensolcher Außenpolitik; mit den Ausnahmen Figl und Kreisky.
Die heutige Lage ist ähnlich der damaligen.
USA schotten sich ab, Russland aktiviert sich als Weltmacht und China versucht in den geopolitischen Leerraum Ost- und Südosteuropas vorzustoßen.
Die Türkei verhält sich ähnlich wie Russland.

Österreichs Lage ist folgende;
100 Jahre nach dem Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, wo versucht worden war, dem Selbstbestimmungsrecht der nichtdeutschen Völker gerecht zu werden, befinden wir uns wieder in einer Staatengemeinschaft, die aus einzelnen Nationen aufbaut ist, wo aber dem Anschlussverbot von 1918 Österreichs gegenüber Deutschland immer noch Rechnung getragen wird. Die Europäische Union, bestehend aus noch 28 Teilstaaten mit einer Bevölkerung von 508 Mio. wird derzeit politisch von drei Staaten dominiert. Es sind dies, Deutschland mit 82 Mio. Einwohnern, Frankreich mit 66 Mio. und Großbritannien mit 65 Mio., wobei die Achse Deutschland und Frankreich sicher als die bestimmende angesehen werden kann.
Verlässt nun Großbritannien die EU, fällt ein stabilisierender Partner aus, es könnten Frankreich und Deutschland, schon wie zu Zeiten Karl des Großen, den zentraleuropäischen Raum dominieren, wobei der deutschsprachige Teil, zusätzlich mit Österreich, Niederlande, Luxemburg und den drei Baltischen Staaten mit 137 Mio. Einwohnern 31% von insgesamt 446 Mio. der Rest-EU, ohne Großbritannien, ausmacht. Teilt man die verbleibende EU ganz grob nach Sprachgruppen, so hätte die Germanische inklusive Balten 31 %, die Lateinische und Griechische 44 % und die Slawische mit Ungarn und Finnen 25% der Bevölkerung. Bei der jetzigen Politik in der EU sind die Slawen viel zu wenig beachtet worden, sie traten auch erst später der EU bei, ein weiterer Grund ist sicher auch ihre Zersplitterung in sieben Staaten - in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie waren es nur die Nord- und Südslawen.
Bis 1918 war Europa aufgeteilt in vier bestimmende Mächte: Großbritannien, Russland, Frankreich, Deutschland und Österreich; letzteres deckte zwar den Raum Südosteuropa ab, hatte aber in der gesamteuropäischen Politik nicht viel zu sagen. Insgesamt war aber dieser österreichische Raum, der den Bereich der Slawen und Ungarn umfasste, vor 100 Jahren sicher besser in Europa vertreten als jetzt. Es ist daher auch kein Wunder, dass, dieses Manko erkennend, sich die Gruppe der Visegrád – Staaten, benannt nach einer alten Kleinstadt am Donauknie, 40 km oberhalb von Budapest, aus Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn mit 64 Mio. Einwohnern gebildet hat. Im Prinzip ist dies eine Gruppe, die den Nordslawen in der ehemaligen Monarchie entspricht, allerdings erweitert durch ein stark reduziertes Ungarn, das ja früher auch die Slowakei umfasste; der Bereich der Südslawen inklusive Rumänien fehlt allerdings.
Dieses Manko einer fehlenden innovativen politischen Kraft in diesem Ost- und Südosteuropa, wurde in letzter Zeit schon verschiedenen Autoren aufgezeigt. Herfried Münkler (2016) wird in der Zeitschrift Europäische Rundschau 4/2017 im Bericht „Zwischen Kakanien und Arkadien“ , an dem auch Hannes Androsch mitarbeitete, wie folgt wiedergegeben: „Der Weg Europas – und Österreichs – nach Westen war, so Münkler, eine Zwischenetappe; die Rückkehr in den Osten und Südosten hingegen ist die gewaltige Bewährungsprobe, die es jetzt zu bestehen gilt. Österreich hat in der Zweiten Republik zwar endlich seine Identität gefunden, noch aber mangelt es an einem internationalen Rollenverständnis in der Nachbarschaft, in der EU und darüber hinaus. Dabei könnte und sollte das Land gerade aufgrund seiner historischen Verbindungen zu diesem geopolitisch so bedeutsamen Raum hier eine wichtige Rolle in der Europäischen Union übernehmen, und so – auch im eigenen Interesse – seinen Beitrag zu dessen Stabilisierung leisten. Diese Rolle muss das Land erst noch finden. Mit zukunftsaversem Verkriechen in einem Schneckenhaus oder Abschottung in einer stacheldrahtumzäunten Wagenburg bzw. einer „Orbanisierung“ unseres Landes werden wir diese Aufgabe nicht erfüllen“.
Um ein erfolgreiches Konzept für eine innovative österreichische Politik in der EU festlegen zu können, bedarf es vorerst einer Standortsbestimmung.
Standortsbestimmung
Alleine 100 Jahre Republik zu feiern und kaum zu wissen, woher wir kommen inklusive der historischen Daten und des historischen Ballasts, wird zu wenig sein. Das trifft für Österreich aber auch für die EU als Gesamtes zu.
Österreich ist der größtenteils deutschsprachige Rest eines Vielvölkerstaates, der den südöstlichen Raum Europas zwischen 1526 und 1918 dominierte, basierend auf der Doppelhochzeit der Enkel Maximilians I, wodurch Böhmen und Mähren sowie Ungarn – Schlacht bei Mohacs - an Österreich fielen. Parallel dazu herrschten Habsburger auch in Spanien und den Niederlanden, wo Margarethe von Parma, Tochter Kaiser Karl V., als Statthalterin in Brüssel regierte. Also Brüssel hatte schon vor 500 Jahren über Habsburg eine Beziehung zu Österreich. Dieser Raum, der vom Fuße des Elbsandsteingebirges bei Tetschen (Dezin) bis zu den Karpaten und von Freiburg bis nach Czernowitz reichte, wurde im Südosten, beginnend schon im 13. Jhdt., nach den Verwüstungen durch die Mongolen unter dem Ungarn-König Bela IV, mit deutschen Siedlern besiedelt. Ab 1526 als Ungarn zum Einflussbereich der Habsburger kam, folgten weitere deutsche Aussiedler aus Elsass, Württemberg, Sachsen, Salzburg, letztere waren vorwiegend Protestanten. Es waren vor allem Bergleute und Wehrbauern, die die Erze der Tatra und Karpaten nutzten und die Landschaft als Wehrbauern gegen Einflüsse aus dem Osten schützten. Daher gibt es dort auch die vielen deutschen Sprachinseln.
Den geistigen Hintergrund, die Wertkonstante, bildete das Christentum mit seinen jüdischen Wurzeln, zuerst in seiner westlichen und östlichen Ausbildung, später auch mit seinen reformatorischen Zweigen. Trotzdem gelang es, nachdem die Sturm- und Drangzeit des osmanischen Reiches vorbei war, auch mit den im Herrschaftsbereich angesiedelten Muslimen in einem guten Verhältnis zu leben.
Das Judentum als älteste der drei abrahamitischen Religionen, ist ebenfalls schon seit über 1000 Jahren in diesem Raum nachweisbar und prägte vor allem die Städte Galiziens und der Ukraine. Die Juden waren zwar eher geduldet und mussten, ausgenommen das 20. Jahrhundert, bisweilen „nur“ regionale Verfolgungen erdulden. Alle diese drei Religionen beeinflussten, im Gemisch mit den verschiedenen im Staate vertretenen Völkern, die Kultur des Vielvölkerstaates, dessen Gemeinsamkeiten auch heute nicht zu übersehen sind und auf denen man eine Politik für ein gemeinsames Agieren in der Europäischen Union, nach dem Ausscheiden von Großbritannien, aufbauen könnte und sollte.
Dieser gemeinsame Kulturraum wird noch immer geprägt durch den ähnlichen Stil der Opern- und Theatergebäude und sonstiger öffentlicher Gebäude, wie der Bezirkshauptmannschaften und Schulen. Die österreichische Literatur wurde auch stark von diesem östlichen Raum geprägt (Roth, Kafka usw.). Auch sehr viele Nobelpreisträger wurden im alten Österreich geboren, mehr als danach. Die gemeinsamen Bahninfrastrukturen mit ihren prägenden Bahnhofsgebäuden sowie mit dem Zusammenlauf dieser Verkehrsnetze in Prag, Brünn, Wien, Krakau, Lemberg, Budapest und Agram verweisen auf die gegenseitigen Abhängigkeiten. Schließlich wurde ein, die Flüsse Donau-March-Oder-Weichsel verbindendes Wasserstraßennetz geplant, welches wegen des 1. Weltkrieges in den Anfängen seiner Umsetzung stecken blieb. Aber auch die Donau wurde mit der Theiss und dem Maros verbunden, so dass die ungarische Tiefebene mit dem Banat auch über Wasserstraßen erschlossen war und in Temesvar gab es sogar den Sitz der Wasserstraßenverwaltung des Banats. Auch die Strukturen der gemeinsamen österreichischen Verwaltung, die sich im Grundbuch und Katasterwesen dokumentieren, stiften hier noch immer Gemeinsamkeiten.
Trotz all dieser Gemeinsamkeiten darf jedoch das Trennende nicht übersehen werden. Österreich, teilweise auch Ungarn, waren die dominanten Partner in diesem Vielvölkerstaat, was zwangsläufig zu Ressentiments des slawischen Bevölkerungsteils führen musste. Auch wenn die Geschichte der letzten 100 Jahre alle diese Völker verschiedene Wege gehen sieht, so muss man feststellen, dass ihre Bedeutung in Gesamteuropa seit ihrer Eigenstaatlichkeit nicht unbedingt zugenommen hat. Allerdings hatte dieser Raum, ausgenommen Österreich, über 45 Jahre ein kommunistisches Wirtschaftssystem, welches diese Staaten - trotzdem oder gerade deswegen - nicht zur wirtschaftlichen Blüte verhalf.
Zukunft
Die Zukunft Europas kann nur in einem vereinten Europa liegen, will man sich gegenüber der USA, Russland und China behaupten, wobei Russland hier maximal lose eingebunden sein wird.
Betrachtet man die letzten Wortmeldungen zu Europa aus Deutschland und Frankreich, so fällt einem auf, dass die Gemeinsamkeiten aus dem alten Frankenreich trotz vieler gegenseitiger Kriege bei beiden Staaten zu einer deutsch-französischen Dominanz in Europa führen könnten, denn sie umfassen 34% der Bevölkerung. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass sich vor einigen Jahren auch Polen stark bemüht hat, mit Deutschland ins Gespräch zu kommen, was mit Frankreich zusammen 40% der Rest-EU ausmacht.
Eine Erweiterung der EU in den Raum Süd- und Südosteuropa sollte verstärkt angestrebt werden, wobei verstärktes Augenmerk auf die Staaten im Randbereich der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie zu legen sein wird, denn diese Region war immer ein Hort der Instabilität für Europa und es besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass einzelne Länder den starken Interessen nicht-europäischer Mächte ausgeliefert sind. War der Einfluss Russlands in Serbien und Bulgarien schon vor über 150 Jahren sehr groß, ist er es jetzt nicht weniger in Serbien. Das heutige Russland unter Putin hängt ja noch immer seinen Großmachtansprüchen, die von Konstantinopel und den angrenzenden Ländern am Schwarzen Meer bis nach Serbien reichten, an. Serbien ist daher nach wie vor ein wichtiger Stützpunkt russischer Außenpolitik am Balkan, der bis nach Montenegro reicht. Für die Staaten in diesem Bereich, mit einer stärkeren geschichtlichen Verbindung zum Osmanischen Reich und daher zum Islam, ist ja auch ein höherer Anteil muslimischer Bevölkerung gegeben, was bei den westlicheren Staaten der EU, die aus einem christlichen Umfeld sich entwickelt haben, zu Problemen führen kann.
Wir Österreicher kennen das Problem aus unserer Geschichte, die sich ja auch am Balkan abgespielt hat und mit der Annexion Bosnien - Herzegowinas uns auch den Islam, als eine vom Staat anerkannte Religion, beschert hat. Gerade in diesem Land ist zu beachten, dass einige Oligarchen an einem Anschluss an die EU wenig Interesse haben. Es wäre daher sehr wichtig, dass zuerst der Staat Kosovo von allen EU-Staaten anerkannt wird und ein Beitritt desselben sowie von Albanien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina sowie der Fixstarter Serben und Montenegro möglichst bis 2025 erfolgen kann. Wobei zu bemerken ist, dass von Serbien derzeit die meisten Turbulenzen am Balkan ausgehen. In einer so vergrößerten EU ergäben sich daher viele Möglichkeiten für Österreich.
Würde sich Österreich mit den Visegrád-Staaten sowie Slowenien, Kroatien, Rumänien und Bulgarien in einer Aktionsgemeinschaft, benennen wir es nach „Temesvar“, das 2021 die Kulturhauptstadt Europas sein wird und im rumänischen Banat liegt, absprechen, so könnten hier 24% der Bevölkerung der Rest-EU ihre Vorstellungen und Wünsche besser koordiniert in Brüssel vorbringen. Temesvar ist auch heute noch eine multikulturelle Großstadt mit Rumänen, Ungarn, Deutschen und Serben, eigenen Universitäten, wo die deutsche und österreichische Wirtschaft stark vertreten ist.
Führt man diesen Gedanken weiter und nimmt alle Balkanstaaten in die EU auf, so wäre dies ein Raum mit 120 Mio. Einwohnern, wobei der Anteil dieser Gruppe „Temesvar“ 27% der Bevölkerung der Rest-EU ausmachen würde. Gemeinsame Projekte und die Botschaften im restlichen Ausland zu betreiben wäre schon ein kleiner Anfang.
Eine langfristige Erweiterung wäre auch mit der Ukraine anzudenken, welche am 14. Jänner 1994 von Russland und den USA als unabhängiger und souveräner Staat mit Sicherheitsgarantien anerkannt wurde. Um aus der jetzigen Patt-Situation herauszukommen, sollte sich die Ukraine (inklusive Krim), ähnlich wie Österreich, als neutral erklären, wobei die Neutralität sowohl von der EU und Russland als auch von der USA garantiert werden sollte.
Mit der Ukraine wäre dann fast die EU-Größe vor dem Brexit erreicht (508/504 Mio.). Auch an eine Einbindung Moldawiens sollte gedacht werden. Langfristig wäre sicher auch ein Abkommen zwischen der EU und Russland im Bereich Wirtschaft, Soziales und Kultur anzustreben, um der zunehmenden Marktmacht Chinas entgegenwirken zu können, wodurch die europäische Kultur gestärkt werden könnte.
In diesem slawischen Block inklusive Ungarn werden in den nächsten 20 Jahren sicher die meisten Investitionen getätigt werden müssen, will man den dortigen Lebensstandard auf den westlichen anheben, hier liegt auch der größte wirtschaftliche und soziale Nachholbedarf.
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sieht hier in den nächsten fünf Jahren ein Investitionsvolumen von 1,9 Billionen Euro alleine in der Infrastruktur als notwendig. Dieser Raum wird daher über längere Zeit für die Investitionsgüter- aber auch Konsumgüterproduktion von großem Interesse sein, allerdings empfiehlt der EBRD diese Investitionen auf Basis eines neuen Investitionsmodells, das mehr auf örtlichen Innovationen beruht, zu tätigen.
Investitionen in diesem Raum ersparen uns mittelfristig den größten Teil der Probleme, die wir mit der Migration innerhalb der europäischen Staaten, vor allem aus den östlichen und südöstlichen Bereich haben (siehe Kindergeld). Hier wird es sich als günstig erweisen, die Kontakte über gemeinsame Projekte auf dem Gebiete der Kultur, Bildung, Wissenschaft, Umwelt und Technik zu intensivieren und unsere Beziehungen aus der Zeit der Monarchie wieder zu aktivieren, denn derzeit werden die vielen deutschen Sprachinseln, die von Nachfahren von Altösterreichern bewohnt werden, vor allem von der Bundesrepublik Deutschland unterstützt.
Kultur
Das 21. Jahrhundert wird nach dem Brexit ein Europa der Slawen werden müssen, will man die Integration Europas stärken, was auch besonders wichtig sein dürfte im Hinblick auf die Migration aus afrikanischen und asiatischen Ländern mit ihren, vor allem islamischen Wertvorstellungen, die derzeit wenig kompatibel mit unseren christlichen sind.
Die Kultur dieses gemeinsamen Europas darf jedoch kein Einheitsbrei, keine Euro-Kultur, quasi als billiger Verschnitt von Schwarzwaldklinik und Musikantenstadel mit etwas Lipizzaner-Choreographie und Tamburizza-Musik, sein. Die Einheit Europas darf nicht lauten „Einheitlichkeit“, denn gerade das Zusammenspiel von Vielfalt und Einheit zeichnet die europäische Kultur aus. Die europäische Kultur lebt schon seit über einem Jahrtausend von den Wechselwirkungen, aber auch von den Konstanten der gemeinsamen Ideen, Werte und Strukturen, und sie ist gleichzeitig offen für den zukünftigen Wandel ihrer Inhalte (Martin Forstner 1998; zum Thema Multikulturalität und Multiethnizität in Mittel-, Ost- und Südosteuropa).
Wir werden verstärkt mit unseren Kulturinstituten, universitären Austauschprogrammen Hilfsaktionen zum Erhalt von Kulturdenkmälern und geschichtlicher Bausubstanzen im Osten und Südosten präsent sein müssen. Nur durch eine aktive und innovative Kulturpolitik wird der Kultur Österreichs in der EU ein entsprechender Platz gesichert werden können. Innovativere und expansivere Kulturen werden ansonsten unsere Kultur zurückdrängen und damit auch Österreichs Bedeutung.

Schluss
Gerade für Österreich sehe ich durch den Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union eine große Chance sich als zweiter deutscher Staat mit langjähriger Minderheitentradition - dem diese größtenteils fehlte - neben seinem mächtigen Bruder bestätigen und halten zu können. Mit guten Ratschlägen und Finanzierungen, eher im Hintergrund bereit stehend, sollte es uns gelingen, auch aus der zweiten Reihe Politik im Sinne Südosteuropas und damit auch Österreichs zu betreiben und uns damit einen Wirtschaftsraum zu sichern.
Das könnte uns helfen, die Schlacht um Königgrätz im Jahre 1866, wo es um die politische Vorherrschaft im deutschen Sprachraum ging, und die uns anscheinend in ein Trauma gestürzt hat, an dem wir trotz erfolgreichen Exports des Führers nach Deutschland, noch immer leiden, zu bewältigen.
Dies möge auch ein Hinweis für Kurz’s Aktivitäten im 2. Halbjahr 2018 sein, wenn Österreich die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

DI Dr. Ulrich Habsburg-Lothringen Innsbruck 4.März 2018

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Wien
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