Wiener Stadt- und Landesarchiv

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In der Holzmeistergasse und der heutigen Freytaggasse bestand von 1877 bis 1938 der Floridsdorfer Tempel, ein Synagogenk...
05/09/2026

In der Holzmeistergasse und der heutigen Freytaggasse bestand von 1877 bis 1938 der Floridsdorfer Tempel, ein Synagogenkomplex der Floridsdorfer Jüdinnen und Juden. Die Synagoge bestand aus einem dreischiffigen, nicht unterkellerten Gebäude. An der Ostseite zur heutigen Freytaggasse hin befanden sich drei "byzantinisierende" Rundbogenfenster.

Die Bimah, der Platz in einer Synagoge von dem aus aus der Thora und den heiligen Büchern gelesen wird, war auf drei Stufen erhöht und mit einem Gitter umrahmt. Der Thoraschrein bestand aus zwei Säulen, über denen in Stein gemeißelt die zwei Tafeln mit den Zehn Geboten angebracht waren. Die Frauengalerien mitsamt den Brüstungen bestanden aus Holz und wurden von vier gusseisernen Doppelpfeilern getragen.

Der Synagoge waren mehrere Vereine angeschlossen, wie ein Armenunterstützungsverein, eine Frauenwohltätigkeitsverein und ein Talmud Thora-Verein.

Mehr dazu im 👉
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Floridsdorfer_Tempel

Über den Sommer werden die Strafakten des Jugendgerichtshofs aus den Jahren 1972 und 1973 gesichtet und bewertet. Die Un...
02/09/2026

Über den Sommer werden die Strafakten des Jugendgerichtshofs aus den Jahren 1972 und 1973 gesichtet und bewertet. Die Unterlagen betreffen nicht nur Strafverfahren gegen Jugendliche unter 18 Jahren, sondern auch Verfahren zur Bekämpfung unzüchtiger Veröffentlichungen und zum Schutz der Jugend gegen sittliche Gefährdung. Nur ein Teil der übergebenen Akten kann am Ende archiviert werden.

Grundsätzlich werden immer jene Akten von Verfahren aufbewahrt, in denen Angeklagte zwei bestimmte Geburtsjahrgänge aufweisen. Diese Geburtsjahrgänge werden in den darauffolgenden Jahren wieder gewählt, solange, bis die Angeklagten das 18. Lebensjahr erreichen. Dies dient der statistischen Dokumentation von Werdegängen straffälliger Jugendlicher.

Zudem können für die Archivwürdigkeit der Strafakten sowohl Kriterien wie der Umfang des Aktes als auch Aktenbeilagen, wie beispielsweise aussagekräftige Fotos, Gegenstände, gerichtspsychiatrische Gutachten oder gerichtliche Vermerke („dauernd aufzubewahren“), ausschlaggebend sein.

Nach Abschluss der Erschließungsarbeiten stehen die archivierten Strafakten des Jugendgerichtshofs der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung.

Der Dollinertempel im 19. Bezirk wurde 1907 zu einer Synagoge im Jugendstil umgebaut. Er bot Sitzplätze für 162 Männer u...
29/08/2026

Der Dollinertempel im 19. Bezirk wurde 1907 zu einer Synagoge im Jugendstil umgebaut. Er bot Sitzplätze für 162 Männer und 106 Frauen. Die Synagoge wurde während des Novemberpogroms am 10. November 1938 verwüstet. Nach der Demolierung und Entweihung der jüdischen Symbole wurde die Synagoge enteignet, zweckentfremdet benützt und im Jahr 1995 abgerissen. An ihrem Platz befindet sich heute eine Wohnhausanlage.

Mehr dazu im 👉 https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Dollinertempel

Vor fünf Jahren startete die Wiener Sonnenstrom-Offensive. Damals wurden knapp 50 Megawatt Peak Photovoltaikleistung in ...
26/08/2026

Vor fünf Jahren startete die Wiener Sonnenstrom-Offensive. Damals wurden knapp 50 Megawatt Peak Photovoltaikleistung in Wien erreicht. Ziel der Offensive war es, im gesteckten Zeitrahmen auf 250 Megawatt zu kommen, tatsächlich erreicht wurden 325 Megawatt. Damit wurde das gesteckte Ziel weit übertroffen. Über 92.600 Haushalte können nun mit Sonnenstrom versorgt werden. Das Ziel wurde nicht nur durch eine starke Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens erreicht, sondern auch durch Fördermittel. Jeder Euro Förderung löste dabei mehr als fünf Euro an Investitionen in der Wiener Wirtschaft aus.

Mehr zur Wiener Sonnenstrom-Offensive findet man in der Infodat Wien:
https://www.wien.gv.at/infodat/ergdt?detvid=198509

Im August wäre der bedeutende Stadthistoriker und ehemalige Direktor des Wiener Stadt- und Landesarchivs Felix Czeike (1...
21/08/2026

Im August wäre der bedeutende Stadthistoriker und ehemalige Direktor des Wiener Stadt- und Landesarchivs Felix Czeike (1926-2006) 100 Jahre alt geworden. Neben zahlreichen Werken zur Stadtgeschichte Wiens hat er mit dem Historischen Lexikon Wien die Grundlage geschaffen, auf der das Wien Geschichte Wiki basiert. Mit fast 54.000 Beiträgen und 22.000 Abbildungen ist das Wien Geschichte Wiki eine umfassende und zugleich leicht zugängliche Quelle zur Vergangenheit unserer Stadt.

Mehr dazu: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Felix_Czeike

Unser Archivgut wird laufend für wissenschaftliche Publikationen verwendet. In seinem Buch "The Moral and Market Economi...
19/08/2026

Unser Archivgut wird laufend für wissenschaftliche Publikationen verwendet. In seinem Buch "The Moral and Market Economies of Bread. Regulation and Reform in Vienna, 1775-1885" betrachtet der Autor Jonas M. Albrecht die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen des Wiener Brotmarkts ab 1770.

Wo zuvor Produktion und Verkauf als Teil einer regulierten Moralökonomie gesehen wurden, drängten Reformer bald auf eine Liberalisierung und einen "freien" Markt. Mit der Deregulierung verschärften sich aber soziale Ungleichheiten, die zu Unruhen führten. Die verwendeten Quellen aus unseren Beständen umfassen unter anderem das Marktamt, Innungen, Erwerbssteuerbücher, Hauptregistratur, Alte Registratur, Gemeinderatsprotokolle und Verlassenschaftsabhandlungen.

Mehr dazu: https://www.bloomsbury.com/uk/moral-and-market-economies-of-bread-9781350398504/

Im Haus „Zur schönen Laterne“ in der Schönlaterngasse 6 im 1. Bezirk bestand von 1853 bis 1938 ein jüdisches Bethaus, da...
15/08/2026

Im Haus „Zur schönen Laterne“ in der Schönlaterngasse 6 im 1. Bezirk bestand von 1853 bis 1938 ein jüdisches Bethaus, das als eines der ältesten Vereinsbethäuser Wiens galt. Im Gegensatz zu Synagogen sind Bethäuser keine freistehenden Bauwerke, sondern Beträume in Gebäuden, die sich jedoch auch über zwei Stockwerke ausdehnen konnten. Das Bethaus in der Schönlaterngasse war das religiöse und soziale Zentrum strenggläubiger und thoratreuer Jüdinnen und Juden.

Auf einem Foto aus der Zeit um 1910 ist über dem Eingangstor ein Schild mit hebräischer Schrift "Beith Haknesset" (= Haus der Versammlung) zu sehen.
Das Bethaus wurde vom „Schönlatern-Bethaus-Verein Machsike Thora“ betrieben, der 1852 gegründet wurde und für die Erhaltung des Bethauses sowie für die ordnungsgemäße Abhaltung des jüdischen Gottesdienstes nach altem Ritus zuständig war. Ordentliches Mitglied des Vereins konnte jeder in Wien wohnende Jude über 20 Jahre werden, der den Mitgliedsbeitrag zahlte.

Mehr dazu im 👉
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Sch%C3%B6nlatern-Bethaus-Verein_Machsike_Thora

Die neue Skartierungsordnung ist seit dem 1. Juli in Kraft. Sie bringt für das Wiener Stadt- und Landesarchiv wesentlich...
12/08/2026

Die neue Skartierungsordnung ist seit dem 1. Juli in Kraft. Sie bringt für das Wiener Stadt- und Landesarchiv wesentliche Verbesserungen, insbesondere durch die Festschreibung der Rolle der Aussonderungsbeauftragten in den Dienststellen. Damit hat jede Dienststelle nun eine Fachkraft vor Ort, die für die Umsetzung von Akten-, Daten- und Skartierungsplänen, für die Aussonderung sowie für die Verwaltung und Übergabe von noch vorhandenen Papierakten verantwortlich ist. Die neue Skartierungsordnung sichert damit über den gesamten Lebenszyklus der Akten eine hohe Qualität der Aktenführung von der Erstellung bis zur fachgerechten Aussonderung.

Die Leopoldstadt war eines der Zentren des jüdischen Lebens im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. 1854 erhielt die j...
08/08/2026

Die Leopoldstadt war eines der Zentren des jüdischen Lebens im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. 1854 erhielt die jüdische Kultusgemeinde die kaiserliche Genehmigung zum Bau einer großen Synagoge, um den religiösen Bedürfnissen der wachsenden jüdischen Bevölkerung zu entsprechen. Erstmals war es der jüdischen Gemeinschaft gestattet, ein Gotteshaus zu errichten, das nach außen sichtbar war. Von 1855 bis 1858 wurde nach Plänen von Ludwig von Förster in der Tempelgasse 3-5 eine Synagoge errichtet.

Im Gegensatz zum Stadttempel, der noch hinter einem Zinshaus errichtet werden musste, da für nichtkatholische Gotteshäuser die Sichtbarkeit direkt an der Straße verboten war, konnte der Leopoldstädter Tempel auch nach außen prunkvoll gestaltet werden. Seine beeindruckenden, unverputzten Fassaden bestanden aus verzierten, gebrannten roten und gelben Tonziegeln. Neben maurischen Stilelementen wurden auch assyrische und arabische Vorbilder verwendet. Im Zuge des Novemberpogroms wurde der Leopoldstädter Tempel vollständig zerstört.

Mehr dazu im 👉https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Leopoldst%C3%A4dter_Tempel

Adresse

Guglgasse 14
Wien
1110

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 15:30
Dienstag 09:00 - 15:30
Mittwoch 09:00 - 15:30
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