16/05/2026
Der Vöcklabrucker Stadtplatz gehört uns allen.
Zumindest sagen wir das gern. Fußgänger:innen. Radfahrer:innen. Menschen, die einfach irgendwo sitzen, reden oder ihre Kinder laufen lassen wollen. Dem Handel. Auch Autofahrer:innen. Öffentliches Leben funktioniert nur gemeinsam.
Aber wenn man ehrlich ist: Aktuell merkt man davon am Stadtplatz nicht besonders viel.
Seit 2018 wird über Gestaltung gesprochen. Über Begegnungszone. Über Aufenthaltsqualität. Über Begrünung, Schatten, Sitzmöglichkeiten und eine Innenstadt, in der man sich gerne aufhält und nicht nur schnell durchfährt. Diskutiert wurde genug. Präsentationen, Ideen, Arbeitsgruppen und öffentliche Debatten gab es viele. Was bisher gefehlt hat, war die Umsetzung.
Seit Herbst 2025 gilt am gesamten Stadtplatz ganzjährig eine Begegnungszone. Das bedeutet laut StVO: Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer:innen, maximal 20 km/h und die Möglichkeit, öffentlichen Raum gemeinsam zu nutzen. Aber eine Begegnungszone ist eben mehr als nur ein neues Verkehrsschild.
Eine Begegnungszone ohne Gestaltung bleibt einfach eine Straße mit anderem Tempolimit.
Darum geht es jetzt. Nicht um irgendeinen ideologischen Kulturkampf. Nicht um „Autos gegen Fahrräder“. Nicht um eine Grundsatzdiskussion darüber, ob überhaupt jemand irgendwo fahren darf. Die Begegnungszone wurde demokratisch beschlossen. Von einer Mehrheit im Gemeinderat. Das respektieren wir.
Die eigentliche Frage lautet jetzt:
Wenn wir schon eine Begegnungszone beschlossen haben, warum machen wir dann nicht auch einen Platz daraus, der diesen Namen verdient?
50.000 € für einen ersten Schritt wirken auf den ersten Blick nach viel Geld. Im Verhältnis zum gesamten Sachbudget der Stadt sind sie allerdings ungefähr ein Gramm von einem Kilo Reis. Natürlich löst das nicht alles. Aber es wäre endlich ein Anfang. Und genau das fehlt seit Jahren: anfangen.
Denn Stadtplatzgestaltung ist keine „grüne Spezialidee“. Das betrifft alle:
Wie heiß wird der Platz im Sommer?
Wo kann man sitzen, ohne etwas konsumieren zu müssen?
Wo treffen sich Menschen?
Wie wird eine Innenstadt langfristig lebenswert?
Wie bleibt ein Stadtzentrum attraktiv für Handel, Familien und Alltag?
Das sind Fragen moderner Stadtentwicklung. Nicht Ideologie.
Und jetzt interessiert uns eure Meinung:
Was fehlt euch am Stadtplatz? Was würdet ihr euch wünschen?