02/08/2025
Gemeinderatssitzung am 23.6.2025 - die wichtigsten Punkte aus unserer Sicht
1. Änderung der Flächenwidmung
Da laut Gemeindeleitung die Grundstücksnummern in der Flächenwidmung vom März 2025 verwechselt worden waren, muss eine neue Verordnung beschlossen werden.
In diesem Zusammenhang berichtet die Bürgermeisterin nun erstmals davon, dass auf Grundstück 1922/5 (das Grundstück hinter den Quattrohäusern in Richtung Eisenstadt, siehe Foto) nicht nur das Pflegekompetenzzentrum (konkret laut Bürgermeisterin betreute Wohneinheiten, Tagesheim, Stützpunkt), sondern auch nochmalig Reihenhäuser durch die Firma CASA errichtet werden sollen. Die Baufirma möchte auch schon bald mit den Arbeiten starten. Dieses Grundstück hatte Firma Casa Projekt S GmbH (Geschäftsführer Hans-Peter und Johann Schöll) im Mai 2021 gekauft.
Wir fragen nach, wie es denn grundverkehrsrechtlich überhaupt möglich war, dass eine Baufirma eine 10.000m2 große landwirtschaftlich gewidmete Fläche kaufen konnte. Das kann Bürgermeisterin Stenger nicht beantworten, Anfang 2021 war sie noch nicht Bürgermeisterin.
Klar ist, dass bei einem Kaufpreis von 7,65 Euro pro m2 im Jahr 2021 mit der nunmehrigen Umwidmung eine enorme Wertsteigerung erfolgt (bei einem durchschnittlichen Baulandpreis von 88,5 Euro pro m2 wären das 855.000 Euro Wertzuwachs, und wir wissen nicht, ob in dem Fall dann überhaupt Umwidmungssteuer/Immobilienertragssteuer anfällt). Wir lassen den Kaufvertrag rechtlich in Hinblick auf das Burgenländische Grundverkehrsgesetz prüfen.
ÖVP Obmann Bernd Pichlbauer kritisiert, dass man sich eigentlich mit der SPÖ Siegendorf verständigt hätte, wonach man bereits genug Bauträgerprojekte in Siegendorf hat. Das sehen wir auch so.
Der Flächenwidmungsplan wird beschlossen, es sind aber aus unserer Sicht viele Fragen offen, zB welcher Anteil tatsächlich für das Pflegekompetenzzentrum überlassen wird. Wir werden dbzgl. eine Anfrage an die Bürgermeisterin stellen.
Unsere Vorschläge zu Alternativen im Ort waren bereits im Vorfeld in persönlichen Gesprächen bzw Gemeinderatssitzungen abgewunken worden, diese seien zu klein, es sei mindestens eine Fläche von 1.000m2 erforderlich.
2. Bebauungsrichtlinien
Wir stellen einen Antrag auf Reduktion der maximalen Traufenhöhe von 5,5m auf 4,5m an der seitlichen Grundstücksgrenze in einem Bereich 15m hinter der Straßenfront. Damit wollen wir verhindern, dass - so wie bereits in Trausdorf, Oggau oder Wulkaprodersdorf passiert - zweigeschossige Reihenhausanlagen an die seitliche Grundstückgrenze gebaut werden. Dies führt aus unserer Sicht zu einer deutlich eingeschränkten Nutzbarkeit des Nachbargrundstücks.
Des Weiteren möchten wir, dass auch auf 800m2 (nicht erst bei 900m2) großen Grundstücken eine zweite kleine Wohneinheit (für Kinder / Eltern..) errichtet werden darf. Unser Antrag wird leider mit den Stimmen der SPÖ abgelehnt. Die ÖVP stimmt uns zu.
3. Ratenzahlung Gemeinde Zagersdorf - Marktgemeinde Siegendorf
Aufgrund der angespannten Finanzlage der Gemeinden bittet die Gemeinde Zagersdorf den im Rahmen der Schulsanierung offenen Beitrag von EUR 187.016,06 auf 4 Jahre bzw 8 Teilraten aufgeteilt abzahlen zu dürfen. Die Gemeinde Siegendorf verzichtet auf eine Verzinsung.
GR Haas merkt in dem Zusammenhang an, dass das Land Burgenland mittlerweile bereits 75% der Ertragsanteile einbehält und die Gemeinde Zagersdorf ein Gemeindewirtshaus um 2,9 Millionen Euro gebaut hat.
4. Fanclub Burgenland Energieunabhängig
Die Marktgemeinde Siegendorf tritt mit allen Zählpunkten dem Fanclub Burgenland Energieunabhängig bei und zahlt in Zukunft fix 0,12 Euro pro kWh incl UST und 4,80 Euro inclusive UST pro teilnehmendem Zählpunkt, fixiert für einen Zeitraum von 20 Jahren, wobei der Vertrag nach 1 Jahr kündbar ist.
5. Müllsammelstelle: Die Gebühren an der Müllsammelstelle werden moderat angehoben. Wir verstehen diesen Schritt, insbesondere weil seit Jahren keine Erhöhung erfolgt war. Eine fixe Umweltabgabe anstelle der mengenabhängigen Tarife wird angedacht, allerdings der Umgang mit Gewerbetreibende n unklar
6. Wechsel des Software/Hardwarebetreuers auf Firma PSC und damit einhergehende Digitalisierung. Damit gehen zwar höhere laufende Kosten sowie auch eine Einmalzahlung von 52.181 Euro einher, allerdings ist eine deutliche Arbeitserleichterung und Verringerung der Personalstunden zu erwarten.