17/01/2024
Die Behauptungen des Leibnitzer Bürgermeisters zur erfolgten Fällung eines 120 Jahre alten Kastanienbaumes können nicht unwidersprochen bleiben.
Es ist richtig, dass es in Leibnitz noch immer keine Baumschutzverordnung gibt, obwohl das von den Grünen im Gemeinderat mehrfach beantragt wurde. Im Gegensatz beispielsweise zur Bezirkshauptstadt Judenburg. Dort gibt es eine derartige Verordnung seit dem 1. Februar 2022.
Von wem wurde das im Leibnitzer Gemeinderat verhindert? Es war die SPÖ-Mehrheit. Eines der Argumente der Ablehnung war, dass es bereits alternative Verordnungen gibt, und im Bebauungsplan eine Baumerhaltung verbindlich vorgeschrieben werden kann. Nur wurde für das in Rede stehende Grundstück - aus welchen Motiven auch immer - kein Bebauungsplan beschlossen. Geradezu grotesk wird es aber, wenn man den Baubewilligungsbescheid vom 20.12.2019 liest:
So wird auf Seite 8 festgestellt, dass auf den Grundstücken „ein ausgewachsener, stattlicher und schützenswerter Laubbaum“ steht, um dann im selben Bescheid auf Seite 9 festzuhalten: „Der markante Laubbaum soll entfernt werden“
Verantwortlich für diesen Bescheid war der Vorgänger des jetzigen Bürgermeisters. Bekanntlicherweise auch ein SPÖ-Vertreter.
Die jetzige Baumfällung verstärkt zu Recht den Eindruck, dass der Mehrheit des Gemeinderates der Schutz der Profitinteressen von Grundstücksspekulanten und Baulöwen wichtiger ist als der Schutz der berechtigten Interessen der Leibnitzer Bevölkerung.
In wenigen Minuten war der über 100 Jahre alte Kastanienbaum nur mehr Brennholz. Während am Leibnitzer Hauptplatz im Vorjahr sechs neue Bäume gepflanzt wurden, viel ein über 100 Jahre alter Kastanienbaum in einem Hof eines Hauses in der Grazer-Gasse der Motorsäge zum Opfer. Beim Bauträger, der...