Der Ursprung der Bewegung "Wahlärzte, Spitalsärzte und Kassenärzte Kärnten" liegt im Ärztekammerwahlkampf 2007, als sich abzeichnete, dass den angestellten Ärzten und den Niedergelassenen ohne Kassenvertrag ihre unmittelbare Vertretung abhanden kommen würde. Nach kurzem, intensivem Wahlkampf erreichten wir 18% der Stimmen, wobei wir dieses Votum als Arbeitsauftrag verstanden und daher innerhalb de
r Ärztekammer in eine Regierungskoalition einstiegen. Diese manchmal besser, manchmal schlechter funktionierende Zusammenarbeit endete 2010 abrupt aufgrund von massiven Meinungsunterschieden über die Zukunft des Wohlfahrtsfonds. Aus der Oppositionsrolle heraus konnten wir 2012 unseren Stimmanteil mehr als verdoppeln und wir stellten bis 2017 mit Unterstützung der Fraktion „Ärzte und Zukunft“ mit Dr. Josef Huber den Ärztekammerpräsidenten. Bei der Ärztekammer - Wahl am 31. März 2017 ging unsere Wahlliste als stärkste Fraktion mit insgesamt 10 Kammerräten hervor. Insgesamt haben uns über 500 Ärzte ihr Vertrauen geschenkt, worüber wir in Demut dankbar sind. Leider haben wir jedoch unsere gesetzten Ziele – stabile Mehrheiten in allen Gremien – deutlich verfehlt. Bei den Niedergelassenen Ärzten gab es zwar leichte Zugewinne, eine konstruktive Mehrheit war durch den Erfolg der Liste Kerber (absolute Mehrheit) unmöglich. Hier dürfte sich der Spruch von Ingeborg Bachmann: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ leider nicht bewahrheitet haben. Das vorgelegte Sanierungskonzept für den Wohlfahrtsfonds fand bei den zahlreichen pensionsnahen Ärzten keinen Zuspruch und aus Angst vor persönlichen Pensionsverlusten wählte man trotzdem jene Vertreter, die jahrzehntelang für die schlechten Kassenverhandlungen verantwortlich sind und waren. Der Verlust der angestellten Kurie schmerzt, da in der letzten Kammerperiode unter unserer Führung historische Verbesserungen für die angestellten Ärzte erzielt worden waren. Natürlich war Petra Preiss mitverantwortlich für diesen Erfolg, aber die Initiative und Umsetzung fand unter der Federführung unserer Vertreter statt. Ohne Präsident Huber, Kurienobmann Kager und Jungärztevertreter Arneitz wären diese epochalen Ergebnisse niemals zustande gekommen. Unhaltbare und untergriffige Vorwürfe im Wahlkampf 17 gegen unseren Spitzenkandidaten Heinz Lackner haben wahrscheinlich auch nicht unwesentlich zum Erfolg der Liste Preiss beigetragen. Der Wählerwille ist natürlich zu respektieren. Daher haben wir uns nach den Wahlen auch konstruktiven Gesprächen zur Bildung einer Koalition mit der Liste Preiss nicht verschlossen. Im Nachhinein betrachtet, fanden jedoch nur Scheinverhandlungen statt. Nach dem Scheitern der Gespräche hatte sich in kürzester Zeit eine Koalition Preiss-Kerber-Haas-Zahnärzte gebildet. Wir werden die nächsten 5 Jahre als konstruktive Oppositionskraft streng darauf achten, dass es bei den brennenden Themen zu nachhaltigen Lösungen kommen wird. Nach dieser Wahl gab es auch in der Fraktion einen Generationswechsel. Viele neue, junge und engagierte Kolleginnen und Kollegen verstärken die bisher erfahrenen Kammerräte. Unsere Fraktion kann jedoch auf das Know-How des Vereinsvorstandes zurückgreifen. Dieser wird von erfahrenen Kräften um Vereinspräsident Josef Huber gebildet. WSKTN wird daher in den nächsten 5 Jahren weiterhin innerhalb und außerhalb der Ärztekammer sich mit vollem Engagement für die Interessen der Kärntner Ärzteschaft einsetzen! Wir verstehen uns als Vertretung für alle Kärntner Ärztinnen und Ärzte. Wobei nach innen die Schwerpunkte auf dem Interessensausgleich zwischen den unterschiedlichen Generationen (insbesondere in Anbetracht der auf uns zukommenden demografischen Veränderungen innerhalb der Kärntner Ärzteschaft) sowie auf dem pflichtbewussten und sparsamen Umgang mit den finanziellen Mitteln der Ärztekammer liegen. Andererseits stellt auch die Vertretung der Ärzte nach außen zu Arbeitgebern, Sozialpartnern und Politik eine besondere Herausforderung dar, um adäquate Arbeitsbedingungen zu erreichen und zu sichern, unseren Stand frei und unabhängig zu erhalten und um uns gegen Eingriffe der Bürokratie in unser medizinisches Handeln zu wehren. Wir sind die einzige Ärztekammerfraktion, welche die Interessen aller Ärzte gleichermaßen im Fokus hat. Wir sind parteipolitisch unabhängig.