11/09/2026
💧 Quellenreichtum im Naturpark Karwendel
Quellen treten überall dort an die Oberfläche, wo der Wasserstand im Berg hoch genug und eine natürliche Abdichtung, z.B. eine Tonschicht, vorhanden ist. Die Quellen im Naturpark sind sowohl ökologisch als auch volkswirtschaftlich und landschaftsästhetisch von Bedeutung.
Sie sind ein wichtiges Element für aquatische Ökosysteme und bilden zusammen mit den Flüssen und angrenzenden Feuchtgebieten einen mosaikartigen Biotopkomplex. Viele Biotope sind von Quellen geprägt, wie etwa Waldversumpfungen, Sickerlacken an Talrändern und kalkreiche Riesel- und Quellfluren. Versumpfungen und Waldquellen mit periodischer Wasserschwankung sind weitere elementare Habitatrequisiten. In diesen Lebensräumen sind hochspezialisierte Organismen angesiedelt wie z.B. Algen, Quellmoose, Kalkquellmoorarten. Faunistisch bedeutsam sind vor allem der hohe Libellenreichtum, montane Waldvogelarten wie die Waldschnepfe sowie Amphibien.
🔎 Ein paar Zahlen zum Quellenreichtum im Karwendel:
💦 über 350 Quellen im Naturparkgebiet
💦 30 davon sind Großquellen
💦 bis zu 500 Liter Wasser pro Sekunde können von einer Quelle gespeist werden
💦 besonders bedeutende Quellhorizonte liegen an der Südseite der Nordkette und im Inneren Karwendel
💦 rund 10 % der Quellen sind für die Trinkwassernutzung erschlossen
Die größten Quellen befinden sich in der Mühlau sowie zwischen Kleinem Ahornboden und Falkenreisen.
Quellen mögen unscheinbar wirken – tatsächlich sind sie kleine Hotspots der Artenvielfalt und ein wichtiger Teil des Wasserhaushalts im Karwendel. 💚