10/06/2026
In tiefer Trauer sind unsere Gedanken bei den Opfern und ihren Familien 🖤
Am 10. Juni 2025 stand unsere Welt still.
Es gibt Ereignisse, die sich tief in das kollektive Bewusstsein einbrennen. Jeder von uns weiß noch, wo er war, als ihn die Nachricht erreichte. Mir ging es, als würde die Welt plötzlich still stehen. So ist es vielen ergangen. Alles andere war in diesem Moment zweitrangig.
Zuerst konnte ich es nicht glauben. Ich wollte es nicht glauben. Bei uns? In Graz?
Zehn Menschen wurden innerhalb weniger Minuten ermordet.
An Jahrestagen kommt das Geschehene wieder hoch. Es wird darüber gesprochen, darüber geschrieben. Und wieder legt sich eine Schwere aufs Gemüt, weil man auch ein Jahr später noch immer nicht begreifen kann, was passiert ist.
Ich schaue meine Tochter Flora an, denke an meine beiden Söhne, die in Wien studieren, und bin dankbar, dass ich sie habe. Dass ich sie anrufen kann. Umarmen. Und manchmal auch mit ihnen diskutieren. Die Familien der Opfer können das nicht mehr. Ihr Platz am Tisch ist leer und er wird es bleiben.
Hätte man die Tat verhindern können? Was können wir tun, damit so etwas nicht noch einmal passiert? Viel wurde diskutiert, einiges wurde umgesetzt. Für mich ist der Zugang zu Waffen in Österreich nach wie vor zu einfach. Mein Gefühl sagt mir, dass wir mehr tun können. Es liegt in der Verantwortung der politisch Verantwortlichen, alles zu unternehmen, um eine Wiederholung einer solchen Wahnsinnstat zu verhindern. Doch wir müssen auch ehrlich sein: Eine Garantie wird es niemals geben.
In Reden wird den Helferinnen und Helfern gedankt, den Schülerinnen und Schülern Mut zugesprochen und die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer gewürdigt. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass manche bis heute kaum darüber sprechen können. Auch ein Jahr danach ist die Erinnerung noch zu frisch, das Erlebte zu schwer zu verarbeiten. Das kann man nachvollziehen.
Unsere Gedanken sind heute bei all jenen, deren Leben sich am 10. Juni 2025 für immer verändert hat. Graz hat sich an diesem Tag ebenfalls verändert. Bewahren wir uns das Bewusstsein, dass es unsere Stadt ist, unsere Kinder, unsere Schulen, unsere Nachbarn, unser Miteinander. Dieses Gefühl von Zusammenhalt kann helfen, das Unbegreifliche gemeinsam zu tragen.