18/03/2026
Darf eine rechtsextreme Partei beim Schaffermahl ganz selbstverständlich mit am Tisch sitzen?
Die Einladung eines AfD-Ratsherren zum diesjährigen Schaffermahl der Wildeshauser Schützengilde sorgt in Berichterstattung und Leserbriefen für Irritationen und Kritik – zu Recht. Alle Schaffermahl-Gäste sollten sich dringend fragen, ob sie kommentarlos und kritiklos an einer Veranstaltung teilnehmen wollen, zu der jemand von einer Partei eingeladen wird, die nach Einschätzung des Verfassungsschutzes und vieler Expert*innen eindeutig als demokratiewidrig und rechtsextremistisch gilt.
Es geht hier nicht um den Dialog mit AfD-Sympathisantinnen oder Wählerinnen. Es geht um einen AfD-Repräsentanten, der 2021 versichert hat, aus der Partei auszutreten, sollte sie „weiter nach rechts abdriften“ – was er trotz der fortschreitenden Radikalisierung der AfD nicht getan hat. Damit repräsentiert er die Partei und trägt Verantwortung für ihre Ziele und Programmatik.
Die selbstverständliche Einladung eines AfD-Vertreters trägt zur schrittweisen Normalisierung und „Hoffähigkeit“ einer rechtsextremen Partei bei. Wehrhafte Demokratie beginnt nicht erst mit einem Parteiverbot, sondern mit einer klaren, die Demokratie verteidigenden Haltung in Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit – von Bürgerinnen wie von Politikerinnen.