25/05/2026
Gemeinsame Pressemitteilung der Ortsvorsteher von Wallau - Jörg Ströhmann und Diedenbergen – Michael Müller
„Mangel an Wertschätzung für Ortsbeiräte und Bürger“
Ortsvorsteher kritisieren kurzfristige Terminierung zur Vorstellung des Verkehrsgutachtens
Die Ortsvorsteher von Wallau und Diedenbergen, Jörg Ströhmann und Michael Müller, haben deutliche Kritik an der kurzfristig geplanten Sondersitzung zur Vorstellung des Verkehrsgutachtens für das geplante Gewerbegebiet „Wallau III Ost“ geübt. Die für den 27. Mai vorgesehene gemeinsame Sitzung beider Ortsbeiräte wird deshalb zunächst nicht stattfinden.
Beide Ortsvorsteher betonen ausdrücklich, dass sie die grundsätzliche Ausweisung zusätzlicher Gewerbeflächen weiterhin befürworten. „Wir brauchen zusätzliche Gewerbeflächen – für Unternehmen aus Hofheim und der Region, aber natürlich auch wegen der dringend notwendigen Gewerbesteuereinnahmen“, erklärt Jörg Ströhmann. Auch Michael Müller verweist auf die angespannte Haushaltslage der Kreisstadt: „Aufgrund der Finanzsituation der Stadt ist die Ausweisung von Gewerbeflächen aus unserer Sicht erforderlich. Gleichzeitig müssen die Auswirkungen auf Verkehr und Infrastruktur sorgfältig betrachtet und tragfähige Lösungen für beide Stadtteile gefunden werden.“
Gerade deshalb hätten beide Ortsbeiräte bereits in der vergangenen Legislaturperiode gemeinsam die Erstellung eines Verkehrsgutachtens beantragt. Dieses Gutachten sollte nun in einer gemeinsamen Sondersitzung vorgestellt werden. Nach Auffassung der beiden Ortsvorsteher wurde der Termin jedoch in einer Weise vorbereitet, die weder der Bedeutung des Themas noch der Rolle der Ortsbeiräte gerecht werde. Vor diesem Hintergrund wollten Jörg Ströhmann und Michael Müller nicht, dass die kurzfristige Einladung in ihrem Namen verschickt wird.
„Obwohl der Termin nach unseren Informationen bereits seit Wochen bekannt war, wurde der Ortsbeirat Wallau bis zum 19. Mai nicht offiziell informiert“, kritisiert Ströhmann. Erst am Tag der geplanten Veröffentlichung der Einladung seien die Ortsvorsteher telefonisch um die kurzfristige Freigabe der Tagesordnung gebeten worden. „Ein solches Verfahren wird der Tragweite des Themas nicht gerecht. Mehrere Mandatsträger hatten an diesem Termin bereits andere Verpflichtungen. Gerade bei einer Sondersitzung hätte man frühzeitig informieren und versuchen müssen, eine möglichst breite Teilnahme sicherzustellen.“
Auch Michael Müller zeigt sich irritiert über den Ablauf. „Bei unserer konstituierenden Sitzung in Diedenbergen wurde der Termin zwar erwähnt. Auf meine Nachfragen Anfang Mai, wann die Einladung verschickt werde, erhielt ich jedoch lediglich den Hinweis auf die übliche Vorlaufzeit.“ Dabei sei der Unterschied offensichtlich: Reguläre Sitzungstermine seien langfristig bekannt, eine zusätzliche Sondersitzung jedoch nicht. „Gerade deshalb wäre eine frühzeitige Kommunikation wichtig gewesen.“
Nach Ansicht der Ortsvorsteher erschwert die kurzfristige Terminierung nicht nur die Arbeit der ehrenamtlichen Mandatsträger, sondern auch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. „Je später eine öffentliche Sitzung bekannt gemacht wird, desto schwieriger wird es für interessierte Bürger, daran teilzunehmen“, so Müller. Ströhmann ergänzt: „Gerade bei einem so sensiblen und für die Entwicklung der Stadt wichtigen Thema braucht es Transparenz, eine offene Diskussion und ausreichend Zeit für Information und Beteiligung.“
„Uns geht es ausdrücklich nicht darum, die Vorstellung des Gutachtens zu verzögern“, betonen Ströhmann und Müller. „Im Gegenteil: Beide Ortsbeiräte haben das Verkehrsgutachten selbst beantragt, weil wir eine sachliche Grundlage für die weitere Diskussion schaffen wollen.“
Der Ortsbeirat Wallau habe der Stadtverwaltung deshalb bereits einen konkreten Alternativtermin vorgeschlagen. „Mit dem 11. Juni haben wir frühzeitig einen zeitnahen und realistisch planbaren Termin angeboten, an dem eine breite Teilnahme von Mandatsträgern und Bürgern möglich gewesen wäre“, erklärt Ströhmann. „Wir erwarten nun, dass die Stadtverwaltung dieses konstruktive Angebot aufgreift.“ In Diedenbergen steht das Thema bei der nächsten Sitzung am 18. Juni auf der Tagesordnung.