Auf einem Balkon an der Alexanderstraße standen Kevin und Eike, dem Erfrierungstod nahe am Rauchen. Die Mischung aus Kälte, Perspektivenlosigkeit und Tatendrang verhalf den beiden zu wahnwitzigen Ideen schirer Phantasie. Bei weniger als 20 Metern Sichtweite durch Eis und Schnee kam der Plan auf, so richtig Party zu machen, wie im Sommer. Dies selbstverständlich, trotz der ungeachteten winterlichen
Bedingungen, mit Musik, Alkohol, Grill und kohlfahrt-ähnlichem Wander-Spaß. Wäre es je möglich gewesen, diese Idee in die Wirklichkeit umzusetzen? Das ginge allerhöchstens mit einem fahrbaren Gefährt, welches Musik, literweise Bier und einen Grill im Gepäck hätte... aber dies grenzte eher an unermesslichem Größenwahn, als an einer tollen Party. Von der gnadenlosen Realität zerschmettert, trennten sich beide wieder. Bei einem der nächsten Treffen jedoch, nahm das Schicksal seinen auf und man steckte eine Portion Engagement zu viel in eine Schnapsidee! Der erste Mai war zwar nur noch einen knappen Monat entfernt, jedoch innerhalb der Grenzen des Machbaren- so die Theorie. Keine drei Tage später trafen sich Kevin und Eike ein weiteres Mal auf dem berüchtigten Balkon. Ab diesem Moment wurden jedwede schlechte Kritik und alle Scheiternsängste zur Verdammnis getrieben! Das Projekt "Möwi" (von 'Möwi noch een?') war offiziell mit einem feucht-klatschenden Handschlag beschlossen worden. Doch sie hatten ja keine Ahnung, worauf sie sich da einließen...
Bei einem dritten Treffen, zusammen mit Jen und Thalke, wurden die näheren Einzelheiten zum Klartext und es wurde systematisch besprochen, was zu tun war. Bei Chips, Eistee und Cola wurde eine simple Material-Liste zusammengestellt, welcher man voller Euphorie die nahezuhe Komplettierung des Bollerwagens zusprach! Doch dies sollte nur die Spitze des Eisbergs sein. Darauf ging alles sehr schnell. In kürzester Zeit fand sich ein nettes Team zusammen, welches schnellstbald die ersten Materialeinkäufe tätigte. Zusammen mit Dennis und Hajo, nach einem beinahe gescheiterten Einkauf bei Meyer und Sohn, errichteten Kevin und Eike in einem neuen Viererteam das tragende Fahrgestell auf einem Bauhof in Oldenburg. Nachdem Kevin und Hajo sich für 200x80er Balken entschieden und Eike eine Tragfähigkeit von gesammt 6,2 Tonnen für das Grundgestell berechnete, wurde jegliche Kritik an der Tragfähigkeit des Wagens ein für alle mal gesprengt! Die beeindruckende Länge der anfangs geplanten 3,50 m schien keinem mehr ein Dorn im Auge zu sein. Derweilen begannen Jen und Thalke, sich Gedanken über die Gestaltung des Wagens zu machen. Nach kürzester Zeit erschienen umwerfende Skizzen der Bemalung und der Dekoration wie von Geisterhand. Immer gegen den Wind, geplagt von Hitze und Zeitdruck, rafften wir Teil für Teil von Möwi zusammen. Trotz großzügiger Spenden galang es uns nicht immer, gewisse Teile ohne Aufwand aufzutreiben. Doch Schritt für Schritt gelangen wir bald zum nächsten Arbeitsschritt, den Aufbauten. Man muss gestehen, wir haben etwas improvisiert. Der Aufbau wich den ehemals für gut befundenen Plänen um einiges ab. Dies war aber nicht weiter tragisch, denn es schlossen sich noch weitere Helfer an. Benni, Sönke, Lukas, Hendrik, Patrick und Mirco halfen tatkräftig mit und verhalfen Möwi zu einem imposanten Aussehen sowie jeder wünschenswerten Funktion. Durch tolle Unterstützung von Thalke und Jen mittels Kuchen und Eis, erreichte die Motivation der tapferen Konstrukteure ihren Höhepunkt. Die Zeit bis zum ersten Mai 2010 wurde immer knapper, die Tage vergingen wie im Fluge. Teils machte sich Panik breit, teils wurden Überstunden eingelegt und Frau und Job vernachlässigt. Sollte es das Wert gewesen sein? Bis einen Tag vor dem besagten, finalen Tag, wurden noch einmal alle Register gezogen und Vollgas gegeben! Stand der Dinge:
Kühlschrank check; Fahrwerk check; Gepäckablage check; Müllfach check; Stromaggregat check; Musikanlage check; Entertainment-Box check; Warnleuchte check; Dekoration check; Blinker .. Moment mal, wir haben keine.. Auf gehts, Spohle entgegen! Um 9 Uhr morgens, direkt vor dem Gasthof Rabe in Wiefelstede, fanden sich annähernd 50 trinkfeste und gut gelaunte Menschen zusammen - Menschen, die in die Geschichte eingingen - geschockt von der Größe und der Erhabenheit des rollenden Party-Panzers MÖWI! Er war groß, er war laut, er war nicht zu übersehen - ganz zu schweigen von den 70 Litern Bier, 30 Litern Cola und den 15 Litern Schnaps im Inneren des fahrenden Ungetüms! Dies sollte einer der schönsten Tage in Wiefelstede und Umgebung sein. MÖWI - ein voller Erfolg, der bis heute seines Gleichen sucht.