15/09/2026
Am vergangenen Donnerstagabend kam es in Weißenfels zu einem mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff. So kurzzeitig nach der Landtagswahl zeigt sich auf den Straßen wie sehr sich das ohnehin schon große Selbstbewusstsein von Personen mit rechter Gesinnung hier in Sachsen-Anhalt und insbesondere in Weißenfels noch steigert. Ein wohl angetrunkener Mann ohne Führerschein soll auf eine Gruppe Jugendlicher mit migrantischem Hintergrund zugesteuert sein, mit der Begründung, dass diese in ‚seinem Land‘ nichts zu suchen hätten.
Rechte Gewalt, Übergriffe und Raumnahme gehören seit langer Zeit zum Alltag in unserer Region. Schockierend ist dieser Vorfall daher für wenige. Das Besondere an diesem Fall sind allerdings die immer beunruhigenderen Reaktionen auf derartige Taten. Online sieht man an den Kommentaren fast ausschließlich Verharmlosung des Vorfalls, wenn nicht sogar Zuspruch für die Täter. Dieser Zuspruch richtet sich an Täter, die laut MZ „erklärt haben, sie hätten die Jugendlichen umfahren wollen, da es sich nicht um ihr Land handeln würde und sie selbst hier regieren würden.“
Rechte Gewalt und deren Billigung darf nicht wieder gesellschaftsfähig werden. Diese Tat muss verfolgt und ernstgenommen werden. Es braucht zudem mehr Angebote und Aufklärung zu rechter Gewalt und wir als Gesellschaft müssen nun seit den Landtagswahlen bei denen eine gesichert rechtsextreme Partei die meisten Stimmen geholt hat, noch mehr zusammen- und dagegenhalten wie noch nie. Auch in den Sozialen Medien muss die Zivilgesellschaft dagegenhalten wenn dieser Vorfall von Menschenfeinden positiv kommentiert wird. Auch das Engagement von städtischer Seite gegen Rechtsextremismus muss gestärkt werden: Die Wahlergebnisse in unserer Region müssen wachrütteln und zum Handeln bewegen.