08/04/2026
»Die alten baltischen Provinzen waren ein Naturschutzpark, nicht nur für Sitten, Zustände und Menschentypen, sondern auch für in Deutschland längst aus der Mode gekommene Worte und Redewendungen.« So charakterisierte der 1892 in Riga geborene Schriftsteller Werner Bergengruen die Menschen seiner Heimat und ihre (deutsche) Sprache. Doch das ist nur ein Aspekt, der das baltische Deutsch von den in den deutschen Ländern gesprochenen Sprachvarietäten unterscheidet. Denn die Jahrhunderte des Neben- und Miteinanders der Deutschbalten mit ihren estnischen und lettischen Nachbarn, Dienstboten und (leibeigenen) Bauern, wie auch die Zugehörigkeit zum Russländischen Reich ab 1710/1795 sorgte auch in den Sprachen für einen gegenseitigen Austausch: Von der Intonation bis zum Wortbestand.
Die Referentin
Prof. Dr. R**t Bender ist Germanistin an der Universität Dorpat/Tartu in Estland. Schon in ihrer Doktorarbeit hat sie sich intensiv mit dem „Deutschbaltischen Wörterbuch“ Oskar Masings beschäftigt. Dieses durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochene Projekt hat sie gemeinsam mit Kolleginnen aus Estland und Lettland vollendet und als Deutschbaltisch-Deutsch-Estnisch-Lettisches Wörterbuch online verfügbar gemacht.
Moderation
Martin Pabst, Deutsches Kulturforum östliches Europa
Matthew Heidtmann, Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern
Die Teilnahme ist für alle Interessierten kostenlos.