10/03/2026
Siehst Du es jetzt?
Zwei Tage nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Zwei Tage – und plötzlich überschlagen sich die Hiobsbotschaften. Als hätte jemand den Vorhang weggezogen und dahinter eine Wirklichkeit freigelegt, die man vorher lieber nicht zeigen wollte.
Volkswagen kündigt den Abbau von 50.000 Stellen an. Bei Porsche bricht der Gewinn um 98 Prozent ein. Gesamtmetall warnt vor dem Verlust von 150.000 Arbeitsplätzen in der Industrie. Und Mercedes baut tausende neue Jobs auf – allerdings nicht hier, sondern in Ungarn.
Alles Meldungen, die wirken wie ein kalter Windstoß nach einem langen, lauten Wahlkampf.
Ob diese Nachrichten bewusst zurückgehalten wurden, um Grüne und CDU nicht zu belasten, bleibt Spekulation. Beweisen lässt sich das nicht. Und doch liegt der Gedanke für viele Menschen seltsam nah: Warum kommt all das erst jetzt?
Währenddessen wurde der Wähler in den vergangenen Wochen mit ganz anderen Debatten beschäftigt. Talkshows, Schlagzeilen, Empörungsspiralen – eine Diskussion über „rehbraune Augen“, Symbolfragen und moralische Scharmützel. Laut, emotional, endlos. Und während alle darüber stritten, gerieten die eigentlichen Themen aus dem Blick: Arbeitsplätze, Industrie, Wohlstand und Sicherheit.
Jetzt, nach der Wahl, scheint die Realität mit voller Wucht zurückzukehren.
Während die sogenannten Altparteien noch darüber diskutieren, wie hart oder unfair der Wahlkampf gewesen sei, zieht CDU-Fraktionschef Manuel Hagel bereits klare Linien: Eine Koalition mit AfD – ausgeschlossen.
Doch wenn es wirklich um politische Konsequenz und Glaubwürdigkeit ginge, müsste er dann nicht auch Cem Özdemir eine ebenso klare Absage erteilen?
Ein Schritt, der Mut verlangen würde. Ein Schritt, der vielleicht sogar Stolz zeigen würde.
Denn dann gäbe es nur eine ehrliche Konsequenz: Neuwahlen.
Neuwahlen, bei denen nicht Nebenschauplätze dominieren. Sondern die Fragen, die wirklich entscheiden: Wohin steuert unser Land? Was passiert mit unserer Industrie? Und wie sichern wir die Zukunft von Baden-Württemberg?
Vielleicht wäre genau das die Chance, die dieses Land jetzt braucht.
Die Chance, noch einmal neu hinzuschauen.
Und endlich zu fragen:
Siehst du es jetzt?
Euer
Andreas Mürter
Kreissprecher
AfD-Stuttgart