14/07/2026
Es gibt NĂ€chte, die ein Leben in ein Davor und ein Danach teilen. Die Flutnacht im Ahrtal war eine solche Nacht.
Durch die Flutkatastrophe verloren 185 Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ihr Leben â 136 in Rheinland-Pfalz, davon 135 im Ahrtal, und 49 in Nordrhein-Westfalen. Ein Mensch aus dem Ahrtal gilt bis heute als vermisst. FĂŒr die Angehörigen der Opfer ist der Schmerz bis heute gegenwĂ€rtig. Wir gedenken heute der Opfer und sind in Gedanken bei allen, die Angehörige, Freunde, ihr Zuhause oder ihre Existenz verloren haben.
Doch wir erinnern uns auch an das, was danach geschah. Als staatliche Strukturen an ihre Grenzen gerieten, haben die Menschen nicht gewartet. Sie haben geholfen.
Privatleute, freiwillige Helfer, EinsatzkrÀfte, Vereine, Handwerksbetriebe und Unternehmen brachten Trinkwasser, Lebensmittel, Werkzeug, Maschinen und Material. Landwirte kamen mit Traktoren, Radladern und schwerem GerÀt. Viele dieser Menschen kannten einander nicht. Trotzdem standen sie Seite an Seite im Schlamm und arbeiteten bis zur Erschöpfung.
Es war das Zusammenspiel unzÀhliger Menschen. Jeder tat, was er konnte. Gemeinsam leisteten sie, was keiner allein hÀtte schaffen können.
Dieser Zusammenhalt gab in den schwersten Stunden Hoffnung. Er bleibt ebenso unvergessen wie das Leid dieser Tage.
Wir gedenken der Opfer. Und wir danken allen, die damals hingesehen, zugepackt und anderen Menschen beigestanden haben.
Euer
Dr. Jan Bollinger, MdL