08/05/2026
Gerade habe ich einen Beitrag gelesen, dass es in Berlin jetzt den Friedländer-Platz gibt - nach der großartigen Margot Friedländer benannt. In der Kommentarspalte: "Was hat die denn schon gemacht?"; "Was ist das wieder für eine Schei+%e?"
Gestern habe ich von Hanna gelesen, die mit gerade einmal 19 Jahren von einem rücksichtslosen Raser überfahren wurde und nun für immer von ihren Lieben vermisst wird.
Vorgestern habe ich ein Video gesehen, in dem unser Bundeskanzler bei einer Bürgerveranstaltung eine krebskranke Frau angegangen ist, sie belehrt und - ganz nebenbei - auch noch belogen hat.
Und so könnte ich täglich weiter darüber schreiben, dass grausame Kriege stattfinden. Eine Klimakatastrophe bereits im vollen Gange ist. Menschen - wie ja schon immer - mit dem Leben anderer Menschen förmlich spielen.
Ja, und dann möchte ich manchmal am liebsten die Welt blockieren, und das was in ihr täglich passiert. So wie ich auf Instagram Accounts blockieren kann. Oder wie früher als kleines Mädchen, wenn ich die Hände auf die Augen gelegt und gedacht habe: ich sehe niemanden, dann sie mich auch niemand.
Aber das funktioniert nicht. Und mal ehrlich - ich möchte es ja auch nicht wirklich. Ich möchte mich weiter für die Menschen einsetzen, die es nicht oder nicht mehr können. Ich möchte hin- anstatt wegsehen, möchte unterstützen und laut werden.
Doch manchmal, ja manchmal möchte ich für einen Moment die Welt blockieren.