04/09/2026
Pressemitteilung 2026-09-03
7-Eichen: Politische Mehrheit verhindert Chance auf Entlastung des
Glashütter Damms
Die Schaffung von Wohnraum in Norderstedt bleibt eine zentrale Aufgabe. Deshalb
unterstützt die Fraktionsgemeinschaft Wir in Norderstedt / Freie Wähler (WiN/FW)
grundsätzlich auch das große Bauprojekt 7-Eichen mit bis zu 500 Wohnungen. Wohnungsbau
darf jedoch nicht bedeuten, bestehende Wohnquartiere und Schulwege zusätzlich und
vermeidbar zu belasten.
In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am 03.09.2026 wurde der
Antrag von WiN/FW vehement unterstützt von der FDP, jedoch durch CDU, SPD, Grün und
AfD abgelehnt, die Verwaltung zu beauftragen, beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr
Schleswig-Holstein (LBV.SH) umgehend einen förmlichen und schriftlichen Antrag zur
direkten verkehrlichen Anbindung der Bebauungspläne Nr. 353 „7-Eichen - Glashütter Damm
zentral“ und Nr. 363 „7-Eichen - Glashütter Damm ost“ an die Schleswig-Holstein-Straße (L
284) zu stellen.
Damit wurde nicht über den Bau einer Straße entschieden, sondern lediglich die Chance
vertan, eine sachliche, rechtssichere und förmliche Prüfung durch die zuständige
Landesbehörde zu ermöglichen. Genau diese Prüfung wäre aus Sicht von WiN/FW dringend
erforderlich gewesen, um belastbare Klarheit für die weitere Planung zu erhalten.
Besonders unverständlich ist die Ablehnung vor dem Hintergrund der Antwort des
Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes
Schleswig-Holstein. Danach lag dem LBV.SH vonseiten der Stadt Norderstedt bisher kein
förmlicher und schriftlicher Antrag für einen solchen Straßenanschluss vor. Zugleich wurde
deutlich, dass Abweichungen vom planungsrechtlichen Grundsatz des vorrangigen
Anschlusses über das nachgeordnete Straßennetz grundsätzlich möglich sein können, wenn
sie gut begründet und geplant werden. Letztlich stünde nach förmlicher Ablehnung
gegebenenfalls auch der Rechtsweg offen.
Der Glashütter Damm ist bereits heute stark belastet. An wichtigen Knotenpunkten kommt
es regelmäßig zu Rückstauungen. Hinzu kommt, dass der Glashütter Damm ein wichtiger
Schulweg ist, auf dem sich Kinder sicher bewegen können müssen. Aufgrund der schmalen
Straße, der kombinierten Fuß- und Radwege und der Alleeeigenschaft ist ein Ausbau kaum
erkennbar möglich.
Die Bürgerinnen und Bürger des betroffenen Quartiers weisen seit Beginn der Planungen auf
diese Probleme hin. Zuletzt hatte die IG 7-Eichen 1.450 Unterschriften für eine Petition für
eine transparente und nachvollziehbare an den Interessen der Bürger orientierte Planung
gesammelt. WiN/FW nimmt diese Sorgen ernst. Eine direkte Anbindung an die Schleswig-
Holstein-Straße hätte zumindest geprüft werden müssen, bevor die weitere Planung faktisch
auf eine zusätzliche Belastung des Glashütter Damms hinausläuft.
„Wer eine formelle Prüfung verhindert, nimmt den Menschen vor Ort die Chance auf eine
echte Entlastung. Es ging nicht darum, heute eine fertige Lösung zu beschließen, sondern
darum, endlich belastbare Fakten vom zuständigen Landesbetrieb zu erhalten“, erklärt
Gunnar Löwe, der für die Fraktionsgemeinschaft WiN/FW im Ausschuss sitzt.
WiN/FW wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Wohnungsbau, Verkehrsplanung,
erforderliche Investitionen in soziale Infrastruktur und der Schutz bestehender
Wohnquartiere zusammen gedacht werden. Neubauprojekte wie 7-Eichen dürfen nicht auf
dem Rücken der bereits im Quartier lebenden Menschen umgesetzt werden