09/09/2026
Das müssen wir auch noch nachreichen:
Faktencheck: Windpark im Markerwald – Grundwasser, Überschwemmungen und Überflutungsrisiko (Artikel im Echo zur Gemeindevertretersitzung vom 17.08.2026):
1. Grundwasser und Wasserhaushalt:
Behauptung im Artikel: Der Markerwald fungiert als „Schwamm“, der Regenwasser speichert. Fundamente, Kranstellflächen und Zuwegungen für Windkraftanlagen (WKA) zerschneiden diese Fläche dauerhaft, was zu einer Beeinträchtigung des Wasserhaushalts führt. Es fehle eine hydrologische Vorabschätzung.
Faktenlage: Die Sorge, dass Windräder eine grundsätzliche Gefahr für das Grundwasser darstellen, ist fachlich unbegründet. Die Fundamente von WEA sind im Vergleich zur Gesamtoberfläche punktuelle Eingriffe. Zwar führen die Betonfundamente und die dazugehörigen Zufahrtswege zu einer lokalen Bodenversiegelung, was die natürliche Versickerung an diesen Stellen verhindert [4]. Da WEA jedoch häufig auf Anhöhen oder in bereits landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet werden, ist der Einfluss auf den regionalen Grundwasserspiegel in der Regel vernachlässigbar [4].
2. Überschwemmungen und Überflutungsrisiko unterhalb der WKA:
Behauptung im Artikel: Durch die Eingriffe im Markerwald könnten Starkregenereignisse zu Überflutungen in Ober- und Nieder-Klingen führen. Der Vergleich mit dem Ahrtal wird gezogen, wo mangelnde Vorsorge zu Katastrophen führte.
Faktenlage: Die Versiegelung durch eine WEA (Fundament, Kranstellplatz, Zufahrtsstraße) ist im Vergleich zu anderen Infrastrukturprojekten wie Wohngebieten oder Autobahnen sehr gering. Dennoch verändert jede Versiegelung den Oberflächenabfluss: Niederschlag kann nicht mehr versickern und fließt schneller oberflächlich ab. Bei Starkregenereignissen kann dies lokal zu einer erhöhten Abflussgeschwindigkeit führen. Um Überschwemmungen oder Erosion zu vermeiden, werden daher in der Planung oft Maßnahmen wie Versickerungsmulden oder Entwässerungssysteme integriert, die den natürlichen Wasserhaushalt imitieren und das Wasser kontrolliert ableiten [4]. Großflächige Überschwemmungen durch einzelne Windparks sind aufgrund der geringen Versiegelungsrate kaum möglich.
Ahrtal-Vergleich: Die Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal wurde durch extreme Niederschläge (über 150 mm in 24 Stunden) ausgelöst, die auf versiegelte Flächen, begradigte Flüsse und fehlende Rückhalteflächen trafen. Im Markerwald gibt es keine vergleichbare Hochwasservorgeschichte, und die geplanten WKA-Flächen sind keine direkten Überflutungsgebiete (laut Hochwasserrisikokarten Hessen).
3. Notwendige Gutachten und Zeitpunkte:
Um diese Risiken bereits im Vorfeld zu minimieren, sind im Genehmigungsverfahren verschiedene Untersuchungen zwingend erforderlich:
• Hydrologische Gutachten: Diese prüfen die Auswirkungen auf das Grundwasser sowie auf nahegelegene Wasserläufe und Feuchtgebiete, um sicherzustellen, dass keine Trinkwasserressourcen gefährdet werden [4].
• Geotechnische Berichte: Diese analysieren die Bodenbeschaffenheit, um die Fundamente stabil zu planen und Setzungen oder unerwünschte Wasserverlagerungen zu vermeiden [3].
• Artenschutz- und Umweltgutachten: Diese untersuchen die Auswirkungen auf die lokale Flora und Fauna, insbesondere in geschützten Gebieten [2].
Diese Gutachten müssen vor Beginn der Errichtung im Rahmen der Projektentwicklung und des Genehmigungsverfahrens vorliegen, aber noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt. Sie bilden dann die rechtliche Grundlage für die Baugenehmigung und legen oft spezifische Auflagen für die Bauphase und den Betrieb fest [1, 4].
Und weil wir belastbare Fakten präsentieren und keine haltlosen Behauptungen, hier die verwendeten Quellen:
• [1] Windpark „Greiner Eck“ – HEG
Der Windpark Greiner Eck befindet sich nördlich von Hirschhorn und Neckarsteinach im Odenwald und besteht aus fünf Windkraft-Anlagen. Der Bau wurde 2016 begonnen und im Frühjahr 2017 fertiggestellt. E
https://heg.solar/windpark-greiner-eck/
• [2] 14.11.2023 Ganz nah dran: eindrucksvolle Fahrt zum Windpark Greiner Eck | Heidelberg
# Ganz nah dran: eindrucksvolle Fahrt zum Windpark Greiner Eck Technikraum, Geräuschkulisse, Außengelände, Gesamteindruck: Rund 20 Interessierte hatten am Dienstag, 7. November 2023, Gelegenheit, sich
https://www.heidelberg.de/7071_33301_34293_34309_2281385_2444441_2449726_2449350.html
• [3] Ein Tag mit … einem Geologen - WINDPARK Altdorfer Wald
Ob als Quelle für Flüsse und Bäche, unser Trinkwasser oder wertvolle Feuchtbiotope – Grundwasser ist eine der wichtigsten Ressourcen für Natur und Mensch. Angesichts des Klimawandels, aber auch intens
https://windpark-altdorferwald.de/aktuelles/meldungen/ein-tag-mit-einem-geologen/
• [4] Gefährdung von Trinkwasser und Grundwasser | Vernunftkraft Odenwald: Pro Mensch – Natur – Landschaft
Themen: Gefährdung von Trinkwasser und Grundwasser, Veränderung von Grundwasserverläufen, # # # Groß-Umstadt: **Von den drei auf städtischem Grund beantragten Windindustrieanlagen (Gesamthöhe 261 m) in
https://www.vernunftkraft-odenwald.de/gefaehrdung-von-trinkwasser-und-grundwasser/