29/04/2013
18. Spieltag (27.04.13): SG Queis - HSV Naumburg II 31:21 (13:13)
Am Samstag empfing die SG Queis die Reserve des HSV Naumburg-Stößen zum Rückspiel in der sich dem Ende zuneigenden Bezirksligasaison. Das Hinspiel gewann Queis knapp.
Trotz des Tabellenabstandes- hier Erster, dort Vorletzter- lag die aktuelle Leistung eng beieinander: beide Teams hatten vier der letzten fünf Ligaspiele gewonnen, was beim Gegner dazu führte, dass man die rote Laterne abgeben konnte und unbeschwert aufspielen kann. Für Queis dagegen ging es darum, das Spiel irgendwie ungeschoren zu überstehen.
Auf beiden Seiten fehlten mehrere Akteure, bei Queis gleich 6 (von damals 9) Feldspieler gegenüber dem Hinspiel (aus den unterschiedlichsten Gründen). Von den aufgeführten Feldspielern auf dem Protokoll waren einige nicht fit und mit Christian Hammer wurde gar ein Akteur reaktiviert, der seit ca. 4 Jahren kein Spiel mehr absolviert hatte. So kam das, was bisher nur ein Schreckensszenario war: ein Torhüter bekommt ein Spielertrikot und aus verständlichen Gründen war das nicht Robert.
Zwar ging Queis durch den mal wieder extrem motivierten Martin Heimer in Führung, aber innerhalb weniger Minuten lag der Gast mit 1:4 vorn. Diese Phase sah alles andere als gut aus, aber es war nicht die erste schlechte Startphase der Saison. Vorn waren es vor allem Fehlabspiele die zu Kontern führten, hinten individuelle Fehler, die den Gast in Führung brachten. Allerdings ging schon hier ein erster Ruck durch das bunt zusammengewürfelte Team und beim 4:4 war der Ausgleich geschafft. Fortan wurde es ein Spiel auf Augenhöhe: bis zur Pause lag nun Queis zumeist knapp vorn, aber Naumburg- Stößen II ließ sich nicht abschütteln. Mit 13:13 ging es in die Kabine.
Hier machte man sich gegenseitig Mut, motivierte sich und pushte sich für die zweite Halbzeit in einem Maß, was ich so lange nicht mehr erlebt hatte. Ein Dank hier auch für die kurze Ansprache von Christian Hammer, der die richtigen Worte fand, nachdem er zuvor schon auf der Platte gezeigt hatte, dass er so viel nun auch nicht verlernt hat.
Trotzdem gelang es den Naumburgern in Halbzeit 2 noch zweimal vorzulegen, zuletzt beim 14:15. Auch beim 16:16 war für beide Teams noch alles drin. Doch nun, nach knapp 40 Minuten, brach die entscheidende Phase an: mit vier Toren in Folge setzte sich Queis vorentscheidend ab und kam nunmehr durch eine aggressivere und wachere Deckungsarbeit mehrfach selbst ins Konterspiel, womit man den Gegner mit seinen eigenen Waffen schlug.
Beim 22:19 war der Abstand noch einmal auf drei Tore geschmolzen, doch mit fünf weiteren Toren in Folge fiel die Entscheidung. Danach wurde der Vorsprung noch auf 10 Tore ausgebaut, wonach es 40 min lang wahrlich nicht aussah. Nach dem 16:16 gelang ein 15: 5 Lauf zum 31:21. In dieser Phase klappte zwar nicht Alles, aber doch viel, die technischen Fehler wurden weitgehend eliminiert und die Bälle vorn mehrheitlich versenkt. Lediglich einige Strafwürfe wurden verworfen, aber das spielte nun alles keine Rolle mehr.
Nach dem grandiosen Endspurt stand Queis als Sieger auf der Platte und zeigte Kampfgeist und Moral. Das dann auch die Konkurrenz mitspielte, war nur die Krönung des Samstags, die Grundlagen hatte die Mannschaft selbst gelegt. Egal wer, jeder hat auf dem Platz sein Bestes gegeben, ganz besonders die neun Spieler, die entweder durchspielten oder fast durchspielten.