Unser Wasser unsere Landschaft

Unser Wasser unsere Landschaft Gemeinsam sind wir stärker!

Die Naturschutzverbände von NABU und BUND aus Monheim am Rhein & Langenfeld laden ein zum Aktionsbündnis gegen ein Bayer04 Trainingszentrum im Wasserschutzgebiet bei Schloss Laach.

30/01/2025
Zur Gründung des Aktionsbündnisses „Unser Wasser – unsere Landschaft“ luden die Naturschutzvereine von NABU und BUND aus...
24/01/2025

Zur Gründung des Aktionsbündnisses „Unser Wasser – unsere Landschaft“ luden die Naturschutzvereine von NABU und BUND aus Monheim und Langenfeld die Parteien Langenfelds und die Oppositionsparteien Monheims ein.
Das Bündnis stellt sich gegen die Planung auf Monheimer Stadtgebiet gegenüber von Schloss Laach, wo Bayer04 ein riesiges Trainingszentrum bauen will. Diese Fläche liegt im Wasserschutzgebiet, die geplanten Fußballplätze mitsamt Gebäuden drohen die Grundwasserreserven zu verringern sowie das Trinkwasser zu verschmutzen. Acker- und Freifläche gehen verloren.
Um diese Planung durchzudrücken hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann mit den Stimmen der Mehrheitspartei Peto im Dezember die Zusammenarbeit im Verbandswasserwerk Langenfeld / Monheim gekündigt, mit bisher unvorhersehbaren Folgekosten für die Bürger beider Städte.
Weitere Infos: https://www.nabu-kv-mettmann.de/nabu-gruppen-im-kreis-mettmann/monheim-am-rhein/trainingszentrum/

24/01/2025

Unser Vorhaben:

Gründungsveranstaltung im Bürgerhaus Baumberg am 22. Januar 2025
Aktionsbündnis: Unser Wasser – unsere Landschaft

Wir, die Naturschutzverbände des NABU Monheim, NABU Langenfeld und des BUND Langenfeld bilden das Aktionsbündnis „Unser Wasser – Unsere Landschaft“.
Das Aktionsbündnis hat zum Ziel, alle Informationen, die zur Realisierung des Bayer04-Trainingscampus auf Monheimer Stadtgebiet existieren für jedermann zugänglich zu machen und die Kräfte gegen das Projekt zu bündeln.
Wir fordern alle Parteien, Verbände, Institutionen und Privatpersonen auf sich unserem Aktionsbündnis anzuschließen!

Unsere Agenda

Was ist geplant?
Warum soll der Bayer 04 Campus in Monheim gebaut werden?
Was bedeutet das für Monheim und Langenfeld?

Die Kritiker befürchten:
1. eine mögliche Gefährdung des Trinkwassers
2. eine nicht genehmigungsfähige Bebauung im regionalen Grünzug
3. den Verlust von Frei- und Ackerflächen
4. die Beeinträchtigung wichtiger Kaltluftströme

Was ist geplant?

Bayer 04 will bei Schloss Laach auf einem Areal von 27,5 ha Ackerland 12 Fußball-Trainingsplätze, inklusive Sanitär- u. Verwaltungsgebäuden, Sozialräumen, Parkhaus, Zuwegungen, Zäunen, Beleuchtung, Bewässerung usw. bauen.
Dazu wird auf großen Teilen der Fläche der Oberboden abgetragen werden. Die Fußballplätze sollen als Hybrid- und Kunstrasenplätze mit unterirdischen Wasserspeichern und Überlauf zu den Versickerungsmulden gebaut werden, in denen das Regenwasser gefiltert und zur Bewässerung wiederverwendet werden soll. Zudem soll in Versickerungsmulden Regenwasser von allen Flächen aufgefangen werden.

Link zum Vortrag von Herrn Wölfer als Vertreter von Bayer04 in der Ratssitzung vom 30.10.2024: https://stadtrat.monheim.de/bi/sitzungen/4371 -RatsTV

Warum soll der Bayer 04 Campus in Monheim gebaut werden?

Mit der Sanierung der A1 in Leverkusen ab 2030 müssen an 30 Tagen / Jahr etwa 1700 VIP-Parkplätze ersetzt werden. Diese Situation nimmt Bayer 04 zum Anlass, einen neuen Campus mit 12 Fußballfeldern auf Monheimer Stadtgebiet bauen zu wollen. Außerdem werden Sozial- und Sanitärgebäude, Parkhaus, Verwaltung, Zuwegung usw. benötigt. Auf Leverkusener Stadtgebiet waren angeblich keine geeigneten Flächen zu finden.

Was bedeutet das für Monheim und Langenfeld?

Weder der Monheimer Bürgermeister noch Bayer04 können stichhaltig begründen, weshalb die Planung für die Bürger und Bürgerinnen von Monheim und Langenfeld von Vorteil sein soll.
Dem hingegen gibt es eine Reihe von kritischen Stimmen:
o Die Bezirksregierung (Obere Wasserbehörde / Regierungspräsident) hat 2022 das Vorhaben abgelehnt.
o Die Untere Wasserbehörde (Kreis ME, Landrat) ist der Planung gegenüber kritisch.
o Die Stadt Langenfeld ist entschieden gegen den Bau. Bürgermeister Schneider wehrt sich massiv mit allen Parteien des Stadtrates.
o Die Oppositionsparteien in Monheim sind geschlossen gegen den Campus und haben gemeinsam eine Resolution verfasst.
o Die Naturschutzverbände NABU Monheim und Langenfeld und der BUND Langenfeld sind entschieden gegen den Bau.

Die Kritiker befürchten:

Eine mögliche Gefährdung des Trinkwassers

Das Trinkwasser von Monheim und Langenfeld wird zwischen Wasserwerk Schleiderweg und Schloss Laach von 6 Brunnen aus dem Grundwasser gefördert. Der nächste Brunnen ist nur ca. 300 m vom geplanten Campus entfernt, die gesamte Planung befindet sich in der Wasserschutzzone 3A in unmittelbarer Nähe zur Wasserschutzzone 2.

o Grundwasserneubildung unter dem Trainingscamp ist angeblich nicht beeinträchtigt (lt. Wölfer).
Aber:
o Diese Behauptungen sind nicht belegt. Es gibt bisher weder von Bayer04 noch von unabhängigen Experten öffentliche Gutachten dazu.
o Dagegen ist belegt, dass schon jetzt 25% der Trinkwassermenge zugekauft werden müssen und der Verbrauch wird in beiden Gemeinden steigen.
o Die Dürresommer werden zunehmen, somit die Grundwasserneubildung zurückgehen.
o Die Bewässerung von Fußballrasen, Hybridrasen, Kunststoffrasen sowie die Sanitäranlagen benötigt zusätzliche Wassermengen.

o Grundwasserqualität soll durch tägliche Flüssigdüngung und Sickerwassersammlung sowie Filterung des Wassers unter den Fußballplätzen gewährleistet sein (lt. Wölfer). Aber:
o Es gibt bisher weder von Bayer04 noch von unabhängigen Experten öffentliche Gutachten zu den Risiken für die Grundwasserqualität.
o Grundsätzlich gilt: sowohl bei Kunst- als auch bei Hybridrasenplätzen brechen Kunststoffteilchen. Beide Typen benötigen zudem große Mengen an Kunststoff-Infill. Pro Kunstrasenplatz und Jahr landen im Durchschnitt fast ca 2.700 kg Plastik in der Umwelt (Link: Fraunhofer Institut). Dazu kommt Austrag und Verwehung von Plastikteilchen bei Lagerung, Transport und Ausbringung und durch Verbreitung von Teilchen, die an Mensch, Kleidung, Schuhen etc. anhaften.

o Und das alles unmittelbar im Einzugsgebiet unseres Trinkwassers auf dünnen Deckschichten, die durch den Bau und den Untergrund der Trainings- und Wegeflächen noch einmal stark verringert werden.
o Filter können Mikroplastik nur teilweise und Nanoplastik gar nicht eliminieren. Dasselbe gilt für PFAS (per- u. polyfluorierte Alkylverbindungen) = Ewigkeitschemikalien. PFAS klammert Wölfer immer wieder bewusst in seinem Vortrag aus.
o Bei extremen Starkregen könnten die Wasserspeicher unter den Plätzen überlaufen, das Wasser geht dann möglicherweise ungefiltert in den Untergrund.
o Beim Anlagenbau mit seinen Fundamenten werden der Oberboden und z.T. auch der Unterboden entfernt und das Grundwasser schutzlos, so dass der Eintrag von Betriebsstoffen (Öl, Diesel, Fette…) ins ungeschützte Grundwasser erfolgen kann.
o Jegliche Schadstoffe, die in das Grundwasser gelangen, können aufgrund des durchlässigen Untergrunds (Kiese) in wenigen Tagen den nächstgelegenen Brunnen zur Trinkwassergewinnung erreichen.

Nicht genehmigungsfähige Bebauung
im regionalen Grünzug

Nach dem Landesentwicklungsplan NRW (LEP) ist die Fläche festgelegt als Gebiet für den Schutz der Natur und befindet sich außerhalb von Siedlungs- oder Gewerbebereichen. Nach dem Regionalplan Düsseldorf handelt es sich um einen „regionalen Grünzug“, der zu schützen ist. Neue Sporteinrichtungen dürfen dort laut LEP nur gebaut werden, wenn Ausnahmetatbestände zutreffen, die ein Zielabweichungsverfahren möglich machen.
Es ist aber zweifelhaft, ob die zur Genehmigung notwendigen Ausnahmen – nämlich ein räumlicher Anschluss an ein „geeignetes Ortsteil“ und eine Beachtung der Freiraumfunktion sowie des Grundwasserschutzes - hier geltend gemacht werden können. So befand die Landesplanungsbehörde bereits im Oktober 2022, dass sie „keine Möglichkeit“ sehe, „ein Zielabweichungsverfahren erfolgreich durchzuführen“.

Verlust von Frei- und Ackerflächen

o Der Erhalt der Ackerflächen für die Ernährung der Bevölkerung kommt beim weiterhin hohen Flächenverbrauch eine enorme Bedeutung zu. Steigende Ertragsunsicherheit durch Extremwetter und abnehmende Bodenfruchtbarkeit bedeuten, dass wir uns den weiteren leichtfertigen Umgang mit Ackerflächen nicht mehr leisten können. Bei Umsetzung der Planung wird diese Ackerfläche von 27,5 ha dauerhaft zerstört.
o Monheim gehört schon jetzt zu den am höchsten verdichteten Kommunen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Im Zusammenhang mit dem Schutz vor den Folgen der Klimaerwärmung sind aber unversiegelte Freiflächen ein wichtiger Faktor.
o Noch jagt der Habicht auf der Fläche, brüten Feldlerchen. Die Fläche grenzt an Biotopverbundflächen und Landschaftsschutzgebiete. Die geplante Bebauung und Versiegelung der Fläche führen dazu, dass dieser Naturraum weitgehend verloren geht.

Beeinträchtigung wichtiger Kaltluftströme

o Der Bau der Trainingsanlagen auf dem Gelände beeinträchtigt die für Monheim bedeutende Kaltluftzufuhr aus dem Bergischen Land. Die Freiflächen sind besonders für den Monheimer Süden klimaökologisch wichtig. Die gleiche Kaltluftschneise spielte übrigens bei der damaligen Verkleinerung des geplanten Gewerbegebiets bei der neuen Umspannanlage hinter Bayer eine wichtige Rolle.

Stand des Vorhabens

o 8. Dezember 2022: Erster Versuch von Bayer 04, Trainingsanalgen bei Schloss Laach zu realisieren: Der Planungsausschuss Regionalrat Bezirksregierung Düsseldorf:
Ablehnende Haltung aus regionalplanerischer und wasserwirtschaftlicher Sicht
o Sommer 2024: Wiederaufnahme des Verfahrens:
o Fläche ist von Bayer CropScience seit 1.8.2024 an Bayer04 verpachtet.
o Ratssitzung 30.10.2024: Peto beschließt gegen die Stimmen aller Oppositionsparteien die Aufstellungsbeschlüsse zur 66. Flächennutzungsplanänderung und zum Bebauungsplan 178 M. Das heißt die Verwaltung geht in die weitere Planung.
o Ratssitzung 18.12.2024: Peto und der Monheimer Bürgermeister beschließen gegen alle Oppositionsparteien ohne Kostenschätzung:
„Die Beendigung der Zusammenarbeit mit der Stadt Langenfeld im Bereich der Trinkwasserversorgung“, da sich die Stadt Langenfeld ihrer Ansicht nach nicht kooperativ genug hinsichtlich der Planung verhält. Man erhofft sich dadurch, dass das VWW Langenfeld-Monheim kein Veto mehr einlegen kann.
Eine mehr als 100-jährige Zusammenarbeit zur Trinkwassergewinnung wird aufgekündigt, damit die Stadt Monheim ein Projekt durchsetzen kann, dass viele Risiken birgt, dessen Vorteile für die Bürger und Bürgerinnen aber bisher nicht dargestellt wurden. Sicher ist, die Kündigung der gemeinsamen Wasserversorgung wird die Monheimer und Langenfelder Bürger und Bürgerinnen teuer zu stehen kommen: die Kosten für die Trennung der Netze, Schaffung getrennter Wasserwerke und Verwaltungen sind noch unbekannt, werden aber erheblich sein.
o 19.12.2025: Der NABU bittet die Kommunalaufsicht des Kreises Mettmann, die Rechtmäßigkeit diese ohne Kostenschätzung gefassten Ratsbeschlusses zu prüfen.
o 22.12.2024: Einladung zum ersten Treffen des Aktionsbündnisses „Unser Wasser – Unsere Landschaft“ durch NABU Monheim, NABU Langenfeld und BUND Langenfeld

Adresse

Monheim
40789

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