27/03/2026
Das Foto (N. Wagner) zeigt einen von drei toten Feldsperlingen, die bei der Nistkastenreinigung 25/26 in Hirzweiler gefunden und von uns zur Untersuchung eingeschickt wurden (s.u.). Die Bestände des Feldsperlings (Passer montanus, nicht zu verwechseln mit dem Haussperling, P. domesticus) sind in den letzten Jahren akut und massiv eingebrochen, bis zu 90% Bestandsrückgänge und das Aussterben ganzer Populationen sind zu beobachten. Zuerst wurde gedacht, dass sich dieser Einbruch nur auf den Südwesten Deutschlands und die angrenzenden Staaten begrenzt, inzwischen ist er bundesweit zu beobachten.
Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) hat aufgerufen, Totfunde an die Universität Gießen zu schicken, wo das Team um Prof. Lierz diese veterinärmedizinisch auf Krankheiten untersucht (pathologisch-anatomisch, optische Organveränderungen, Untersuchung auf Infektionserreger [Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten], wenn möglich histologische Befunde), anschließend wird an der TU München eine toxikologische Rückstandsanalytik durchgeführt.
Am 20.3.26 wurden die vorläufigen Ergebnisse der Analysen bei einer Tagung vorgestellt; derzeit gibt es noch keine klare Ursache, auffällig war, dass viele Tiere wie bei uns tot in Nistkästen gefunden wurden und verkrampft waren, was für einen akuten Todeskampf hindeutet. In Totfunden und nichtausgebrüteten Eiern wurden verschiedenste Pestizide gefunden, allerdings in den Einzeldosen im unschädlichen Bereich, wobei eine „Cocktailwirkung“ nicht berücksichtigt werden kann. Die Suche nach der oder eher den Ursachen für die Bestandseinbrüche wird fortgesetzt. Tote Feldsperlinge oder nichtausgebrütete Eier sollen weiterhin eingesendet werden https://www.dda-web.de/aktuelles/meldungen/erweiterter-aufruf-zum-einsenden-toter-feldsperlinge