05/03/2025
Aufgrund der allgemeinen Kostensteigerungen hat BiLi the Bock seinen Winterschlaf vorzeitig unterbrochen, weil er sich Sorgen darüber macht, ob er nur noch saure Äpfel zum Fressen vorfindet und seine Wiesen auch nicht mehr so grün sein werden. Am meisten beschäftigten ihn Steuererhöhungen, die seine Stadt Lambrecht betreffen. Voraus erging, dass ab dem 01.01.2025 eine neue Berechnung der Grundsteuer erfolgt. Die Berechnung bisher basierte auf Jahrzehnte alten Grundstückswerten, hier den sogenannten Einheitswerten. Diese Kosten steigen, je nach Kommune, die genauen Hebesätze werden aber durch die Kommunen selbst festgelegt. Natürlich bemühen sich viele Kommunen, einen Hebesatz zu wählen, der insgesamt die Einnahmen auf dem Niveau des Vorjahres hält. Hier das Stichwort Aufkommensneutralität.Laut Herrn Ohler, Stadtbürgermeister Lambrecht, ist bzgl. Lambrecht die Situation diesmal eine andere. Es sei so, dass derzeit dringend ein genehmigter Haushalt (HH) für die Jahre 2025 und 2026 benötigt wird, da sonst nur die unabweisbaren und unaufschiebbaren Ausgaben für die Stadt getätigt werden dürfen. Hierzu zählen z.B. die laufenden Löhne & Gehälter, sowie die Bezahlung von vertraglich vereinbarten Leistungen (hier: noch laufende Baumaßnahme). Alles was Neu ist, bleibt erst einmal liegen. Dazu gehören auch die Straßenreparaturen und Sanierungen. Hier sei es unerheblich, ob die Maßnahme WKB-Pflichtig (Wiederkehrender Straßenausbaubeitrag) ist, da auch der städtische Anteil von 30 %
gedeckt sein muss. Ohne einen Haushalt kann die Stadt den Eigenanteil von 30 % nicht erbringen. Damit gemeint Baumaßnahmen und somit keine Umlegung über den WKB. Folglich kann auch kein Antrag auf I-Stock (Investitionsstock beim Land) gestellt werden.
Des Weiteren werden auf irgendwann verschoben: Reparaturen am Zunfthaus, Reparaturen an Kinderspielplätzen, Investitionen bei der Kindertagesstätte Rappelkiste, Kerwe, Weihnachtsmarkt, u. a. O-Ton Herr Ohler:
"Lassen Sie es mich so sagen: Im HH sind in 2025 2.159.000 € und in 2026 1.686.000 € an Einnahmen eingeplant, die NICHT fließen, wenn es keinen HH gibt. Die Zeit ist das wertvollste. Wir können die Zeit nicht mehr zurückdrehen. Ein verlorenes Jahr ist für immer verloren, es kann nie mehr aufgeholt werden."
Einen finanziellen Stillstand gegen Kostensteigerungen zu erwägen, kann nicht im Interesse der Lambrechter Gemeinschaft sein, ebenso, wie in Vergangenheit in Stadtratssitzung vorgebracht der Vorschlag, aufwendige Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht zu führen, die erstens eine erneute finanzielle Belastung darstellen würden, zweitens eine mangelnde Aussicht auf Erfolg vorherrschen würde und drittens mit einer überlangen Verfahrensdauer zu rechnen sei, z.B. bei Beschwerdeverfahren. Dies würde die derzeitige finanzielle Lage der Stadt Lambrecht absolut nicht begünstigen, sondern eher verschärfen . Erstens würde dieser Stillstand weitere Kosten zu den bereits einhergehenden bedeuten, zweitens löst dies die derzeitige Situation nicht. Herr Ohler wünscht sich hier ein Fortkommen der Mitglieder des Stadtrates im Sinne von Lambrecht, denn die Mitglieder des Stadtrates sind von den Bürgern gewählt worden, die die notwendigen Entscheidungen treffen. Dazu gehören auch die unpopulären Entscheidungen.
Als Stadtbürgermeister möchte er nicht mehr in Summen einnehmen, wie es vor der Reform vorgesehen war. Er könne für diese neuen Bewertungen nichts, es wird hier neu nivelliert und die neuen Hebesätze werden aufgrund der defizitären Haushaltslage von Lambrecht kommen.
Wird der Hebesatz auf derzeit neu ausermittelten Messbeträge multipliziert und man dies auf alle Grundstücke für Lambrecht berechnet, so käme man auf ein Einnahmedefizit von 160.000 Euro." Bei einer Erhöhung von ca. 159 Prozentpunkten als neuer Hebesatz ( wobei eine Punkt mir ca. 1000 Euro zu werten ist ) würde dies an kurzen Fallbeispielen bedeuten,
Jemand der bisher Grundsteuer B 48 Euro bezahlt hatte, bezahlt jetzt 240 Euro,
Jemand der bisher 144 Euro bezahlt hatte, der zahlt jetzt 263 Euro,
Jemand der bisher 540 Euro bezahlt hatte, der zahlt jetzt 420 Euro und
Jemand der bisher 510 Euro bezahlt hatte, würde jetzt 464 Euro bezahlen."
Weitere Aussage Herr Ohler:
"Lassen Sie mich es an dieser Stelle nochmals betonen: die Grundsteuerneuberechnung ist eine Systemumstellung. Die Stadt will daraus kein Kapital schlagen und lediglich in der Summe den gleichen Betrag zur Verfügung haben wie vor der Reform. Wir brauchen das Geld zur Erfüllung der städtischen Aufgaben. Es lässt sich auch anders definieren: Sind die Bürger von Lambrecht bereit, Städte wie Mainz oder München zu sponsern? Genau das jedoch ist der Umkehrschluss, wenn Lambrecht weiterhin auf Pump lebt. Andere sollen unsere Zeche zahlen. Auch das Land hat keine Gelddruckmaschine." Auf Nachfrage von BiLi, ob denn bisher konkrete Vorschläge seitens des Stadtrates eingebracht wurden, die defizitäre Haushaltslage der Stadt Lambrecht zu verbessern, antwortete dieser mit "Nein". Zwar wollte man seitens der FWG Parkgebühren einführen, die jedoch keinen nennenswerten Betrag einspielen und schon gar nicht schnell) Weiterhin erinnerte er daran, dass auch weitere Vorschläge bzgl. anderer Kommunen wie hier Neustadt an der Weinstraße in letzter Stadtratssitzung realitätsfern sind. Hier sei z.B. der defizitäre Haushalt in Neustadt an der Weinstraße genehmigt worden. Neustadt ist wegen des Rheinland-Pfalz- Tages sowie der kommenden Landesgartenschau systemrelevant. Sollte dieser Haushalt versagt bleiben, wäre dies bedenklich. Insofern gelten hier ganz andere Bedingungen und es sei kein Vergleich mit Lambrecht zu stellen. Trotz allem wird aber die Fortführung eines defizitären Haushaltes Folgen haben, weil diese aufgeschobene Rechnung für die Bürger in Neustadt an der Weinstraße noch kommen wird.
Herr Ohler möchte solch eine kostspielige Voraussicht für Lambrecht mit den jetzigen Erhöhungen im Angesicht der kommenden politischen unsicheren Zeit vermeiden, indem "unsere" Schulden durch die reguläre Tilgung weiterhin abgebaut werden, was mit dieser Abbauzeit auch neue Spielräume bringt. Es können durchaus wieder defizitäre Zeiten kommen (und hier wären neue Spielräume wie Kredite etc. möglich), aber diese müssen innerhalb von drei Jahren wieder ausgeglichen sein. Diese 3 Jahres Frist ist eine zwingende Vorgabe, an die sich zu halten gilt.
Ähnlich kann laut Herr Ohler auch ein Vergleich mit dem Landkreis Bad Dürkheim gegenüber Lambrecht nicht stehen bleiben. Denn wenn die Kreisverwaltung nunmehr ihre Anstrengungen verstärkt wieder ausgeglichen zu sein, müsste die Kreisumlage erhöht werden, diese Umlage wird entsprechend aller Gemeinden im Landkreis aufgeteilt. Innerhalb der Verbandsgemeinde nehmen alle Gemeinden Steuern ein und geben einen Teil hiervon an die Verbandsgemeinde und an den Kreis ab. Für diese (Steuern sind eine Abgabe OHNE Gegenleistung) Abgaben gibt es auch Gegenleistungen, dieses Geld ist also nicht weg. Eine Erhöhung der Kreisumlage würde folglich von den Steuereinnahmen hier z.B. der Stadt Lambrecht einen höheren Abgabeanteil an den Kreis bedeuten. Somit ist auch der im Stadtrat vorgebrachte Vergleich von Lambrecht mit Landkreis Bad Dürkheim kontraproduktiv und geht an der Problematik vorbei. Herr Ohler sagt, dass derzeit 29 Kommunen Klage gegen das Land RLP führen (Land sitzt auf Milliarden und schüttet nicht aus, Bili führt hierzu aus). Er selbst möchte hier auch Klage einreichen, um Lambrecht weiter nach vorne zu bringen und die Bürger auch wieder entlasten zu können. Das Ganze hat auch eine große politische Dimension im Hinblick auf die kommende Landtagswahl. Dafür, dass auch alle zustehenden Gelder ausgeschüttet (oder verteilt) werden. Im Angesicht von Zeiten der Steuer und Gebührenerhöhungen, setzt sich Herr Ohler ein.
Herr Ohler führt ebenso an, dass bereits alle Einsparmöglichkeiten auf den Prüfstein gelegt wurden. So wurden auch alte Vereinbarungen mit dem TSV Lambrecht bzgl. der Kosten des Reinigungsdienstes aufgekündigt. Mehr ist nicht drinne! BiLi fühlte Herrn Ohler auch auf den Zahn bzgl. angekündigter Erhöhungen der Friedhofsgebühren und der Hundesteuer. Bzgl. der Friedhofsgebühren sagt Herr Ohler aus, dass diese angepasst werden müssten, weil dies eine Zweck gediente Einrichtung ist. Man kann aber sagen, dass es ein Park ist, so dass zu 80 Prozent ein Deckungsbeitrag bereitgestellt werden muss. Dieser Deckungsbeitrag ist zuletzt auf rund 50 Prozent abgerutscht.
Bzgl. der Hundesteuer führte Herr Ohler an, dass diese Steuer angepasst werden solle, da in Lambrecht der niedrigste Hundesteuersatz innerhalb der Verbandsgemeinde gelte und angesichts der defizitären Haushaltslage dies nicht mehr toleriert werden kann. Auch kam zur Sprache, dass ständig Hundekot auf den Straßen liegen würde. Hier will Herr Ohler dafür Sorge tragen, dass Entsorgungstüten in den bereits gestellten Entsorgungsstationen bzgl. des Hundekots in eine günstigere Variante gewechselt werden, ebenso sollen die aufgestellten Stationen diebstahlsicher gemacht werden, denn es nütze den Hundebesitzern wenig, wenn diese die Hinterlassenschaften ihres Hundes entsorgen wollen, aber keine Tüten mehr in den Spendern aufzufinden seien. O-Ton: " Positiv ausgedrückt: Ich werde die Hundekotbeutelspender auf günstigere Beutel umrüsten, auch wird es erschwert werden, Beutel in großem Stil auf einmal zu entnehmen. Die Beutelspender sind eine Ergänzung, wenn gerade keine eigene Tüte zur Hand ist."
Weiterhin erinnerte er auch daran, dass angesichts der derzeitigen Lage seiner Meinung nach gerne eine Bürgerbefragung gut gewesen wäre, aber für kommende Steuererhöhungen dürfen die betroffenen Bürger der Gemeinde laut GemO nicht mitentscheiden. Herr Ohler ist bereit, seine Entscheidungen zum Wohle der Bürger und der Stadt zu treffen, und auch die Folgen dessen mitzutragen, andere hingegen wollen sich hinter den Bürgern verstecken und werden ihrer Verantwortung damit nicht gerecht.
O-Ton Herr Ohler:
" Am 11.03.2025 tritt der Stadtrat Lambrecht erneut zusammen, ich werde nochmal versuchen Hebesätze anzupassen , so dass ausgeglichene Haushalte 2025/2026 zu erreichen sind. Wird dies nicht gelingen bzw. werden die Anträge abgelehnt, dann bedeutet dies für die Stadt Lambrecht vorerst Stillstand. Am Bsp. Speyer wurde schon erläutert, dass dies eine Mehrbelastung für alle betroffenen Bürger bedeuten wird. Laut Antenne Pfalz plant Speyer eine Erhöhung des Hebesatzes der Grundsteuer B von derzeit 465 auf 558 Prozent. Der Vorschlag steht im Zusammenhang der drohenden Nichtgenehmigung des städtischen Haushaltes für 2025. Bereits 2024 hatte die Verwaltung eine Anhebung vorgeschlagen, der Stadtrat lehnte diese einstimmig ab. Diese Entscheidung führte zu einem steigenden Haushaltsdefizit , welches nun bei fast 9 Millionen Euro liegt, anstelle der geplanten 6,4 Millionen Euro ) Dies kann wahrlich nicht im Interesse der ablehnenden Stadtratsmitglieder sein, vor allem vor dem Hintergrund, dass sie selbst keine weiteren Vorschläge bzw. Gegenrechnungen einbringen.
Herr Ohler war es noch ein großes Anliegen, das " Wir - Gefühl " in Lambrecht zu stärken! " Die Kommune ist kein abstraktes Gebilde. Die Kommune sind wir ALLE und die Schulden von heute zahlen unsere Kinder. Wollen Sie das? Privat lebt niemand über seine Verhältnisse. Nur bei der Kommune scheint der Grundsatz nicht zu gelten. Niemand hat es gerne wenn er in die Tasche gegriffen bekommt aber derzeit ist dies nicht vermeidbar.In diesem HH kommen mehrere Faktoren zusammen, ich habe die Hoffnung, dass nicht 2027 erneut an der Preisschraube gedreht wird. "Herr Ohler versicherte BiLi , dass er alles in seiner Möglichkeit stehende tun werde, um weitere Steuer- bzw. Gebührenerhöhungen zu vermeiden. Versprechen kann er aber aufgrund der derzeitigen Lage nichts. So ehrlich bleibt er! BiLi the Bock mag auch nicht jede finanzielle Erhöhung schlucken. Aber er frisst lieber einen sauren Apfel um weitere zu vermeiden. Team Bili ist also auf jeden Konsens gespannt. Diskutiert, gebt Kommentare ab, besucht die kommenden Stadtratssitzungen und helft uns allen dabei, für uns Alle einen gemeinsamen Weg in schwierigen Zeiten zu finden! Die Preiserhöhungsschraube für die Mittelschicht muss für 2027 mal eine Pause finden, findet BiLi.