19/05/2026
Die Kommunen in Baden-Württemberg, aber auch im Rest der Republik, sind der große politische Verlierer.
Bei den staatlichen Aufgaben in den Bereichen Soziales, Wohnen, Infrastruktur und Daseinsvorsorge tragen sie die Hauptlast und werden ihnen von Bund und Land immer neue Aufgaben und Standards in die Gesetzbücher geschrieben, aber bei der Verteilung des Staatsgeldes ist ihr Anteil ungleich geringer.
Noch dazu ist die wichtigste kommunale Einnahmequelle, die Gewerbesteuer, extrem von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig und die wiederum vor allem von Entscheidungen, die in Berlin und Brüssel getroffen werden.
Und genau diese Gewerbesteuereinnahmen brechen gerade massiv ein. Immer mehr Kommunen geraten in schwere finanzielle Nöte. Die Folgen: Haushaltssperren, wie etwa in meinem Wahlkreis in Waldkirch, das Einstampfen kultureller und sportlicher Angebote (der sogenannte "freiwillige" Bereich) und immer mehr sanierungsbedürftige kommunale Infrastruktur, von Straßen, Parks, Spielplätzen und Amtsgebäuden bis hin zu Schulen und Kindergärten.
Die Lösung: Es braucht eine Föderalismusreform, in der endlich sichergestellt ist, dass die kommunale Selbstverwaltung finanzwirksame Entscheidungen selbst für sich trifft, dass Wirtschaftskrisen nicht überproportional auf die Kommunen durchschlagen und dass Mehrkosten durch Gesetzesänderungen oder Exekutivhandeln (z.B. Grenzöffnung) in Bund und Land auch von Bund und Land bezahlt werden.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/steuerschaetzung-weniger-geld-kommunen-100.html