01/04/2026
Liebe Leser,
zur heute stattfindenden Kreistagssitzung wird unsere Fraktion den nachfolgenden Eilantrag einbringen:
Umbenennung des Rechtsamtes in „Linksamt“ sowie personelle Aufstockung zur Vorprüfung von Kreistagsanträgen
Beschlussvorschlag:
1. Das derzeitige Rechtsamt des Ilm-Kreises wird mit Wirkung zum nächstmöglichen Zeitpunkt in „Linksamt des Ilm-Kreises“ umbenannt.
2. Es wird geprüft, ob der Stellenplan des bisherigen Rechtsamtes um geeignete zusätzliche Planstellen erweitert werden muss.
3. Aufgabe des Amtes ist es künftig insbesondere, eingereichte Beschlussanträge auf ihre rechtliche, formale und politische Vereinbarkeit mit den Grundsätzen der Kreisverwaltung zu prüfen, bevor diese auf die Tagesordnung des Kreistages gesetzt werden.
4. Beschlussanträge, insbesondere solcher der AfD-Fraktion, die nach Prüfung durch das Amt als unvereinbar bewertet werden, sind bereits im Vorfeld zurückzuweisen und nicht zur Beratung im Kreistag zuzulassen.
5. Es wird eine erneute Schulung für Kreistagsmitglieder geprüft, bei welcher die Auswahl des Dozenten in enger Abstimmung mit der Verwaltungsspitze erfolgt, um einen inhaltlichen Einklang mit den Leitlinien des Ilm-Kreises sicherzustellen.
6. Die Landrätin wird gebeten, die organisatorischen und personellen Voraussetzungen zur Umsetzung dieses Beschlusses zu schaffen.
Begründung:
In der bisherigen Praxis ist aus Sicht der Antragsteller der Anschein mangelnder politischer Neutralität des Rechtsamtes entstanden. Mehrfach wurde wahrgenommen, dass Entscheidungen und Bewertungen des Amtes weniger einer strikt neutralen Rechtsprüfung folgen, sondern eher im Sinne der politischen Linie der Landrätin, Frau Enders, ausgelegt erscheinen.
Da Neutralität jedoch ein tragender Grundsatz der öffentlichen Verwaltung ist und dieser aus Sicht der Antragsteller nicht mehr uneingeschränkt als gegeben angesehen werden kann, erscheint eine offene und transparente Anpassung der Außendarstellung des Amtes folgerichtig. Die Umbenennung in „Linksamt“ würde die faktisch wahrgenommene politische Ausrichtung klar benennen und damit für Ehrlichkeit und Klarheit gegenüber Kreistag und Öffentlichkeit sorgen.
Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass insbesondere Beschlussanträge der AfD-Fraktion regelmäßig erhebliche Verwaltungsressourcen binden, obwohl diese nach Auffassung der Antragsteller inhaltlich oder politisch nicht tragfähig sind. Eine personelle Aufstockung des Amtes würde es ermöglichen, derartige Anträge bereits im Vorfeld konsequent auszusortieren und so den Kreistag von unnötigen Debatten zu entlasten.
Der Kreistag könnte sich dadurch stärker auf die aus Sicht der Mehrheit relevanten und erwünschten Vorhaben konzentrieren.
Durch die evtl. Schaffung zusätzlicher Stellen könnten Mehrausgaben entstehen, die im Rahmen der Haushaltsplanung darzustellen und einzuplanen sind.
Der Antrag verfolgt das Ziel, die tatsächlichen politischen Verhältnisse innerhalb der Kreisverwaltung transparent abzubilden und zugleich den Kreistag vor aus Sicht der Antragsteller unerwünschten Beschlussanträgen zu schützen.