01/06/2026
Am 1. Juni 2019 wurde Dr. Walter Lübcke, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Kassel, auf der Terrasse seines Hauses in Istha bei Wolfhagen heimtückisch ermordet. Er wurde 65 Jahre alt. Sein Tod durch die Hand eines rechtsextremen Attentäters markiert eine dunkle Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik: der erste politische Mord eines Rechtsterroristen an einem gewählten Repräsentanten der Demokratie seit Jahrzehnten.
Und das nur, weil Walter Lübcke ein Mensch war. Weil er menschlich gehandelt und Haltung gezeigt hat, insbesondere im Rahmen der "Flüchtlingskrise" 2015.
Bei einer Bürgerversammlung in Lohfelden verteidigte er die Aufnahme von Schutzsuchenden und die Werte des Grundgesetzes mit klaren Worten: „Es lohnt sich, in unserem Land zu leben. Da muss man für Werte eintreten, und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“
Verblendet von der AfD-Ideologie erschoss der Attentäter Walter Lübcke auf der Terrasse seines Wohnhauses, während im Ort ein Dorffest stattfand.
Der Täter handelte aus ideologischer Verblendung und Hass auf die Politik der offenen Gesellschaft. Der Mord war kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer menschenverachtenden Ideologie, die Andersdenkende als Feinde betrachtet.
Walter Lübcke steht heute symbolisch für die Wehrhaftigkeit der Demokratie. Der nach ihm benannte Walter-Lübcke-Demokratie-Preis des Landes Hessen erinnert daran, dass Zivilcourage, Respekt und die Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung keine leeren Phrasen sind. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und viele andere haben in Gedenkfeiern hervorgehoben, dass sein Tod uns mahnt, Hass und Hetze entschieden entgegenzutreten – nicht mit Gegenhass, sondern mit klarer Haltung und dem Bekenntnis zu unseren Werten.
Walter Lübcke war ein Mann der Mitte, empathisch und standfest zugleich. Er verkörperte die Idee, dass Politik nicht nur Verwaltung, sondern auch Haltung bedeutet. In einer Zeit, in der Polarisierung und Radikalisierung zunehmen, erinnert uns sein Schicksal daran, dass Worte Folgen haben können – und dass Schweigen gegenüber Hass keine Option ist.Wir gedenken Walter Lübcke nicht nur als Opfer, sondern vor allem als aufrechten Demokraten.
Seine Worte und seine Haltung bleiben lebendig, solange wir sie weitertragen: Für eine offene, humane und wehrhafte Gesellschaft, in der jeder, der die Grundwerte teilt, willkommen ist – und in der Feinde der Demokratie keinen Raum bekommen.Möge seine Erinnerung uns Kraft geben, für die Werte einzutreten, für die er lebte und starb.