04/12/2014
Nicht nur vom leistbaren Wohnraum reden und darüber philosophieren.
FWG/Heimatliste bringt Vorschlag zur Wohnraumentwicklung auf bezahlbarem Niveau.
Viel wurde in den vergangen Monaten vom bezahlbaren Wohnraum von allen Seiten ge- und versprochen. Ernste Bemühungen daraus sind jedoch nicht entwachsen.
Die Entwicklung von Wohnraum überlässt man in Freilassing den privaten Bauträgern. Nur verkennt man, dass mit jedem privat errichteten Objekt die Preisspirale weiter nach oben zeigt. Deutschlands Immobilien-Hype hält ungebremst an und auch in Freilassing wird nur mehr spekuliert und Wohnungen zu Anlageobjek-ten, so Löw der Sprecher der FWG/Heimatliste Fraktion im Freilassinger Stadtrat.
Die Verlierer dieser Entwicklung sind die Normalverdiener oder die Menschen welche geringere Einkommen haben, wie Familien, Senioren, Behinderte und Alleinerziehende.
Hier ist auch die Kommune gefordert um Möglichkeiten zu eröffnen auf dem Markt einen gesunden Mix an sozialen, preisgünstigen und hochpreisigen Wohnungen hinzubekommen. Hier fehlt leider wieder eine er-kennbare Koordination der Entwicklung in unserer Stadt, man wartet zu viel ab und reagiert anstatt zu agie-ren, so Löw.
Bei einem vor Ort Termin im Einheimischengebiet Schlenkenstraße wurde auch das im Eigentum der Stadt befindliche große Grundstück dort besichtigt, dessen Zukunft sich derzeit im Entscheidungsprozess befin-det. Mehrere private Bauträger haben sich bereits um das Grundstück beworben.
Doch sollten wir uns nicht um alternative nachhaltige Nutzungen dieser Grundstücke im städtischen Besitz Gedanken machen, stellt Julia Albrecht in den Raum.
Auch im Stadtentwicklungskonzept gibt es gute Ansätze in diesem Bereich. Aber diese Vorschläge müssen nun halt den Weg in die praktische Umsetzung finden. Vor allem darf das ISEK nicht als in Zement gemei-ßelt betrachtet werden sondern muss endlich weiterentwickelt werden.
Hier sieht der FWG Fraktionsvorsitzende Florian Löw akuten Handlungsbedarf. Möglich und machbar wäre für die Stadt Freilassing ein Beitritt zum Berchtesgadener Wohnbauwerk. Ein Vorschlag den die Freien schon seit Längerem immer wieder in die Diskussion einbringen.
Das Wohnbauwerk Berchtesgaden ist eine landkreiseigene GmbH.
Das Wohnbauwerk fühlt sich den Werten der sozial orientieren Wohnungswirtschaft verpflichtet und seine Aufgabe ist es, nachhaltig guten und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum bereitzu-stellen, so Löw.
Im Großen und Ganzen bedeutet dies, hier werden Gebäude errichtet deren Bau und Vermietung eine landkreiseigene Gesellschaft im Auftrag der Mitgliedsgemeinden durchführt und somit gerade den Finanzschwächeren unserer Gesellschaft zu Gute kommen könnte, führt Bettina Oestreich weiter aus.
Als Einlage könnte die Stadt Freilassing z.B. das bereits bezahlte Grundstück in der Schlenken-straße einbringen und somit die Mitgliedschaft im Wohnbauwerk erwirken.
Jedem Bauträger sei freigestellt seine Projekte zu verwirklichen, aber wir als Kommune müssen auf die Ausgewogenheit des Angebotes achten und dafür sorgen, dass unsere Heimatstadt nicht zum Spekulationsobjekt verkommt, so der Fraktionssprecher Löw.
Ludwig Unterreiner bemerkte, dass man als Stadt in erster Linie für seine Menschen und Be-wohner die Verantwortung trägt und nicht um Spekulanten zu befriedigen. Was wir uns wün-schen ist ein ausgewogenes Verhältnis und das gibt es in Freilassing derzeit nicht.
Nachdem das Einheimischenwohnmodell Wiesenstraße vollkommen, ohne weitere Diskussion im Stadtrat in der Schublade verschwunden ist, sollten wir versuchen in unserem städtischen und sehr begrenzten Umfeld alternative Maßnahmenpakete für Einheimische, Familien und Menschen mit niedrigeren Einkommen zu suchen, bemerkte Fritz Braun. Auch alternative Wohnprojekte wären denkbar.
Dem klassischen Einheimischenwohnmodell steht in Freilassing einfach der Mangel an Fläche entgegen und die draus resultierenden hohen Preise entgegen. Es wird einfach zu teuer in Frei-lassing zu bauen. Die Nähe zu Salzburg tut ihr Übriges um die Preise in die Höhe zu treiben.
Zudem sollten wir auch auf den Flächenverbrauch achten, denn die Stadt Freilassing soll ja nicht zum Endausbau geführt werden führte Florian Löw weiter aus. Wir müssen daran denken wie unsere Kinder und Kindeskinder einmal über unser Handeln urteilen werden.
Wohnungsbaugenossenschaft Rupertiwinkel, Wohnbauwerk und eine mögliche Kooperation bei neuen Projekten der Unternehmensgruppe Max Aicher würden sicherlich die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt für den „Normalbürger“ in Freilassing entschärfen. Nicht Anlage- sondern Wohnobjekte, deren Vermietung wir mit in der Hand haben, sollten wir schaffen, so Löw.
Wir müssen endlich in den verschiedenen Bereichen des ISEK einen Fahrplan entwickeln um Freilassing lebenswerter zu machen. Wenn wir es nicht schaffen das ISEK mit Leben zu erfüllen ist es das Papier nicht wert auf dem es geschrieben wurde und wird ebenso wie bereits die Agenda Ergebnisse oder das CIMA Gutachten in der Schublade verschwinden ohne etwas damit erreicht zu haben und dafür war es eindeutig zu teuer.