08/09/2026
Sellner sagt eigentlich ziemlich offen, worum es geht. - Die CDU zerstören:
Der Wahlsieg der AfD ist für die Neue Rechte nicht das Endziel. Er ist ein Werkzeug. Entscheidend sind die von Sellner selbst genannten „Druckprozesse gegen die Union“ und die „kulturelle Hegemonie“.
Die Strategie lautet: Die politische Mitte unter Druck setzen, ihre Parteien gegeneinander treiben, ihre Sprache verändern und sie dazu bringen, immer mehr Positionen der extremen Rechten zu übernehmen.
Und das Tragische daran: Teile der demokratischen Parteien helfen dabei fleißig mit.
Statt eigene soziale, wirtschaftliche und demokratische Antworten zu entwickeln, rennt man den Themen der AfD hinterher. Migration hier, Kulturkampf dort, noch eine Verschärfung, noch eine übernommene Parole. Man glaubt, damit AfD-Wähler zurückholen zu können.
Die Forschung zeigt aber seit Jahren: Das funktioniert nicht zuverlässig. Wer die Positionen der radikalen Rechten übernimmt, schwächt nicht automatisch die radikale Rechte. Er kann sie sogar legitimieren und stärken.
Denn am Ende sagt der Wähler nicht unbedingt: „Dann nehme ich jetzt die CDU.“
Er kann genauso gut sagen: „Wenn die AfD offenbar die ganze Zeit recht hatte, warum soll ich dann die Kopie wählen?“
Genau das meint kulturelle Hegemonie: Die AfD muss irgendwann nicht einmal mehr jede Debatte selbst gewinnen. Es genügt, wenn alle anderen anfangen, ihre Debatten nach den Begriffen und Themen der AfD zu führen.
Dann hat die Rechte schon gewonnen, bevor sie allein regiert.
Und wenn die demokratischen Parteien darauf mit Panik, gegenseitiger Zerfleischung und immer neuen Rechtsverschiebungen reagieren, dann zerstört die AfD ihre Konkurrenz nicht einmal allein.
Die Konkurrenz erledigt einen Teil der Arbeit selbst.