15/09/2026
Innerhalb Kölns gibt es einige Stadtteile mit merkwürdigen Namensschöpfungen.
Zollstock, erstmals 1877 so offiziell in den Adressbüchern so bezeichnet und 1888 nach Köln eingemeindet, ist einer davon.
Müßig zu sagen, dass das bekannte Messwerkzeug dabei keine Rolle spielt, sondern die Namensgebung vielmehr auf ein kleines hölzernes Zollhäuschen (Stock) zurückgeht, das am Schnittpunkt eines Feldweges in die Zollstocker Fluren mit dem Bischofsweg stand.
Zollstock wurde auch als "Schutzmannshausen" bezeichnet, da in den genossenschaftlich errichteten Siedlungsbauten der 1920er und 1930er Jahre viele einfache Beamte und ihre Familien ihre Heimstatt fanden.
Auf dem Foto sehen wir einen Abschnitt des kopfsteingepflasterten Höninger Wegs im Zollstocker Süden in Richtung Höninger Platz um 1927.
Das Gebäudeensemble der 1920er Jahre mit den schönen Ornamenten an der Erkern auf der linken Straßenseite ist noch heute erhalten, wenn auch in leicht veränderter Form.
Die "Elektrische" ist gerade auf ihrem Weg in die Innenstadt. Vor allem nach der Eröffnung des Südfriedhofes 1896 war auch die Einrichtung einer Straßenbahn erforderlich geworden.
Und so fährt bis zum heutigen Tage die Linie 12 ihren alten Schienenweg entlang des Höninger Wegs.
[ME]
Foto: Fotograf unbekannt, Köln Bauliche Entwicklung 1888 - 1927, Herausgegeben vom Architekten- und Ingenieurverein f. d. Niederrhein und Westfalen und Köln mit Unterstützung der Stadt Köln, Deutscher Architektur- und Industrieverlag, Berlin-Halensee, 1927
Text: Michael Engel
Fotorestaurierung und Kolorierung: Klaus Hausmann, WEGEN de LEUT media