31/03/2026
Warum gibt es in Brilon so eine Rechtsverschiebung? Und wo sind noch "echte" Sozialdemokraten?
Ein negatives "Highlight" passierte am 27.03. im Briloner Stadtrat: Die BBL hatte den Antrag gestellt, dass die Stadt Brilon "Opt-Out" nutzt und die Bezahlkarte für Geflüchtete NICHT einführt. Im ganzen Land NRW hatten bis Ende Februar bereits 197 Kommunen so entschieden, mit zusammen 59% der Einwohner des Bundeslandes. Und immer war die SPD mit dabei. So unterstützten im November in Arnsbeg der Bürgermeister und die SPD-Ratsfraktion den Antrag für Opt-Out, der dann vom Rat mit klarer Mehrheit von 26:18 beschlossen wurde.
Doch in Brilon ist alles anders: Im Rat gab es nur 5 Stimmen für Opt-Out, 3 von der BBL, 1 von der Linken, und eine einzige aus der SPD-Ratsfraktion. Der Großteil der SPD forderte sogar ausdrücklich die baldige EInführung der Bezahlkarte, und auch der Bürgermeister ist dafür???!
Bei der CDU Brilon ist so etwas ja kein Wunder. Von denen wurde die angeblich abschreckende Wirkung hervorgehoben. Ein CDU-Ratsmitglied verwies sogar ausdrücklich auf die hohen AfD-Stimmanteile. Lässt sich die Briloner CDU jetzt von der AxD treiben??
Dabei führt die Bezahlkarte nicht nur zur Diskriminierung der Geflüchteten und erschwert ihr Leben beträchtlich. Einkäufe auf dem Markt, Erwerb von Fahrkarten, Geschäfte mit Nachbarn u.v.m., all das geht damit nicht.
Auch der Verwaltungsaufwand nimmt stark zu. So muss jede Überweisung von der Stadtverwaltung vorher einzeln genehmigt werden und es muss sichergestellt werden, dass jede(r) Geflüchtete den Kontostand auch ohne Handy abfragen kann...
Einige der durch die Bezahlkarte entstehenden zusätzlichen Verwaltungsaufgaben sind in dieser Vorlage einer anderen Stadt in NRW gut dargestellt:
https://ris.kamp-lintfort.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZY01kemdzY0shGUmth_k1rfcjd_S-c5h9_PzQMYygm4g/Verwaltungsvorlage_67-XVII.pdf
Dort hat der Rat die Ablehnung der Bezahlkarte am 16.12.2025 mit 41 : 2 Stimmen beschlossen!