10/04/2026
„Die Menschen wollen Bahn fahren“ –
Grüne aus Blieskastel fordern
Verbesserungen in der Biosphäre
Blieskastels Grüne beziehen Stellung zur Entwicklung der Bahnstrecke Zweibrücken – Saarbrücken
Die Biosphärenbahn wird immer stärker genutzt, ist jedoch weiterhin oft unzuverlässig. Das geht aus einer Anfrage der Blieskasteler Grünen für die Bahnhöfe Lautzkirchen, Würzbach und Bierbach an die Deutsche Bahn hervor. Die Grünen fordern verlässliche Züge sowie mehr Doppeltraktionen (bei der zwei Triebfahrzeuge einen Zug führen oder zwei Triebzüge miteinander gekuppelt sind) und Spätverbindungen. Langfristig müsse die Strecke für einen Halbstundentakt ertüchtigt werden.
Grüne aus Blieskastel fordern Verbesserungen bei Bahnverbindungen in der Biosphäre
Bei den Fahrgastzahlen von Montag bis Freitag habe sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Aufwärtstrend gezeigt. Am Bahnhof Würzbach sei die Zahl der einsteigenden Fahrgäste von 90 im Jahr 2020 auf 149 im vergangenen Jahr gestiegen. Blieskastel-Lautzkirchen verzeichne mit einem Anstieg von 117 auf 245 Einsteiger die höchste Nachfrage. In Bierbach habe sich die Zahl von 37 auf 47 zusteigende Fahrgäste erhöht.
Fahrgastaufkommen hat sich erhöht
Auch am Wochenende habe sich nach Auskunft der Bahn das Fahrgastaufkommen seit 2020 etwa verdoppelt – auch wenn es unter dem Niveau der Werktage liege. „Das ist ein starkes Zeichen für die wachsende Bedeutung der Bahnstrecke. Die Menschen wollen Bahn fahren. Gerade Pendlerinnen und Pendler setzen zunehmend auf klimafreundliche Mobilität. Das ist ein großer Erfolg für die Verkehrswende, zugleich aber auch ein klarer Auftrag an Politik und Bahn, das Angebot weiter konsequent auszubauen und die Strecke zu modernisieren“, unterstreicht Lisa Becker, Vorsitzende der Blieskasteler Grünen, in einer Pressemitteilung.
Trotz dieser positiven Entwicklung sehen die Grünen deutlichen Verbesserungsbedarf bei der Angebotsqualität. Die Pünktlichkeitsquote habe im Jahr 2025 bei lediglich 77 Prozent gelegen und habe sich Anfang 2026 nur leicht auf 79 Prozent erhöht. Gleichzeitig habe die Ausfallquote 2,4 Prozent betragen.
Als Ursachen nennt die Bahn unter anderem zahlreiche Mängel an der Infrastruktur. „Wer täglich zur Arbeit pendelt, ist auf verlässliche Zugverbindungen angewiesen. Hier steht die Bahn klar in der Pflicht. Gleichzeitig trägt auch das Land Verantwortung bei der Bestellung zusätzlicher Verbindungen. Angesichts steigender Fahrgastzahlen brauchen wir im Berufsverkehr mehr Doppeltraktionen. Zudem wurden mit dem Fahrplanwechsel im Dezember der werktägliche Mittagszug um 12.25 Uhr von Saarbrücken nach Zweibrücken sowie die Züge in der Zeit um sieben Uhr an Wochenenden einfach gestrichen. Tatsächlich wären mehr Verbindungen und auch Spätverbindungen abends nötig“, betont Co-Vorsitzender Lukas Paltz, der als Berufspendler selbst die Bahn mehrmals wöchentlich nutze.
Bahn: Ertüchtigung der Strecke für Halbstundentakt notwendig
Die Grünen appellieren an Bahn und Politik, die Strecke perspektivisch auszubauen. Ein Halbstundentakt sei laut Bahn mit der derzeitigen Infrastruktur gar nicht möglich, da die Fahrzeit zwischen den Kreuzungsbahnhöfen Würzbach und Zweibrücken zu lang sei. Zudem verhindere die bauliche Situation am Bahnhof Würzbach eine Erhöhung der Einfahrtgeschwindigkeit, wodurch Verspätungen kaum aufgeholt werden könnten.
„Um den weiter steigenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden, brauchen wir ein entschlossenes Investitionsprogramm für höhere Geschwindigkeiten und eine leistungsfähigere Infrastruktur. Nur so kann perspektivisch auch ein Halbstundentakt realisiert werden“, so Lisa Becker. Das saarländische Ministerium für Mobilität wollte auf Nachfrage unserer Zeitung zu den Anregungen der Grünen eine Stellungnahme abgeben, aber wegen IT-Problemen im Ministerium lag bis Redaktionsschluss keine Pressemitteilung des Ministeriums vor.
Quelle: https://epaper.saarbruecker-zeitung.de/api/sharing/article/saarbruckerzeitung69d8943b38f103.18839738-6732cf3203c8a