19/05/2026
Was ich meine, wenn ich sage: Ich möchte, dass wir nicht mehr abhängig und nicht verletzlich sind?
Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben wir erlebt, was Abhängigkeit von russischem Gas bedeutet. Die haben wir aufgelöst. Mit dem Iran-Krieg erleben wir erneut, wie abhängig wir von fossilen Energieträgern sind. Japan, ein G7-Mitglied, hat jetzt gerade erlebt, was es bedeutet, von China abgekoppelt zu werden und keinen Zugang mehr zu seltenen Erden zu haben. Von solchen Zugängen sind auch wir abhängig. Aus diesen Abhängigkeiten müssen wir raus.
Denn wir haben alle Möglichkeiten in der Hand, das zu ändern. Beim Treffen der G7-Finanzminister und Finanzministerinnen habe ich sehr deutlich gemacht: Wir sollten jetzt loslegen. Wir müssen weiter auf freien Handel setzen. Aber wenn andere die Regeln ändern, dürfen wir nicht zusehen und die Dummen sein. Bei kritischen Rohstoffen heißt das: Mehr Local-Content-Regeln, Einkauf verbessern, Produktion ausbauen, stärker auf Recycling-Quoten in Europa setzen - das sind wichtige Schritte.
Um diese Fragen drehen sich Treffen auf internationaler Ebene. Deshalb ist es so wichtig, gemeinsam am Tisch zu sitzen. Das drängendste Thema, der Iran-Krieg, zeigt das genauso. Klar haben wir verschiedene Perspektiven. Aber es ist immer besser miteinander zu reden, als übereinander.
In Paris ging es neben solchen Fragen auch um ganz andere Themen – etwa um unsere wirtschaftliche Kooperation mit der Ukraine. Zusammen mit meinem Amtskollegen Sergii Marchenko habe ich ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Ukraine unterzeichnet. Wir wollen unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter ausbauen. Denn das birgt für unsere beiden Länder enormes Potenzial.