29/07/2026
Da ich mir und meinen Überzeugungen treu bleiben werde - für mich die Grundvoraussetzung, auch in Zukunft glaubhaft Politik machen zu können - habe ich nach reiflicher Überlegung meinen Austritt aus der Partei FREIE WÄHLER erklärt.
Auszug aus der politischen Begründung des Schreibens:
"Als ich die Landesvereinigung Berlin nach der für uns enttäuschenden Wahl 2021 mit einem zuletzt sehr populistischen Auftritt übernahm, habe ich mich als Landesvorsitzender von Beginn an bemüht, die Partei in meiner Heimatstadt zu positionieren als eine engagierte Stimme der Bürgerrechte und kraftvolle Verfechterin des Rechtsstaats, als eine kompetente Stimme wirtschaftspolitischer Vernunft marktwirtschaftlichen Profils und gleichsam Kämpferin für eine Politik sozialen Ausgleichs, die allen Menschen unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses eine faire Teilhabe an den Angeboten der noch immer reichen Gesellschaft garantiert. Frieden im Inneren, das meine feste Überzeugung, ist ohne soziale Gerechtigkeit nicht denkbar.
Aus ungezählten Gesprächen weiss ich um die Nöte der Menschen, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Ich kenne die Sorgen junger Familien, gute Schulplätze für ihre Kinder zu finden. Ich erlebe die Ängste in der Bevölkerung angesichts der ausufernden Alltagskriminalität.Diese und etliche andere Themen, die die politische Agenda der Millionenmetropole bestimmen, habe ich mit engagierten Mitstreitern in den vergangenen fünf Jahren mit viel Herzblut und der „Antenne“ für den typischen Berliner Sound bearbeitet.
Nicht immer frei von Unbehagen habe ich verstanden, warum gerade die Bundesvereinigung unter Deiner Führung eine mit unserer Stadt spürbar fremdelnde Erzählung bedient, die insbesondere das bodenständige Bayern - Stammland der FREIEN WÄHLER - regelmässig in einen polarisierenden, damit hier nicht hilfreichen Gegensatz stellt zu dem zum Inbegriff von Wokeness stilisierten Berlin. Das Identitätsangebot der Partei, das in Bayern funktioniert, wirkt auf viele Berliner wie eine Effekt heischende Kritik an unserer Stadt, die abstösst. Ironisierende Zuspitzungen, die medial kurze Aufmerksamkeit bringen mögen, haben uns so immer wieder die Zustimmung gekostet, die wir uns mit unserem Berliner Kurs gerade erst wieder erarbeitet hatten. Internationalität. Kulturelle Vielfalt. Urbanes Leben inklusive unbestrittener Schattenseiten. Dieses Profil verträgt sich nicht mit einem Regionalpopulismus, der die Koordinaten der Partei scheinbar stetig nach rechts verschiebt. Dafür hafte ich nicht. Dafür stehe ich nicht länger zur Verfügung."
Den Freunden, mit denen ich in den letzten Jahren loyal zusammenarbeiten durfte, gilt mein herzlicher Dank. Dass wir ein Kapitel geschlossen haben, eröffnet die Möglichkeit, ein neues aufzuschlagen! Berlin braucht eine Stimme, die wir mit den FW sein wollten.
Ich freue mich auf das was kommt.
Mario Rhode